Die SNB ist in der Komfortzone

Die Schweizerische Nationalbank bleibt sich treu – sie handelt nur, wenn sie sich dazu gezwungen sieht.

Bleibt auf ihrem eingeschlagenen Kurs: Die Schweizerische Nationalbank.

Bleibt auf ihrem eingeschlagenen Kurs: Die Schweizerische Nationalbank. Bild: Keystone

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verfolgt ihren eingeschlagenen Kurs weiter – unbeirrt. Entsprechend dünn blieben daher die Reaktionen. Die Aktienmärkte zeigten sich weitgehend unbeeindruckt. Nur die Gewerkschaften forderten von der Notenbank erneut, dass sie stärker auf den Euro-Franken-Kurs einwirkt, um die negativen Auswirkungen auf die Industrie abzuschwächen. Das war es. Das hängt damit zusammen, dass seit Tagen klar ist, dass die SNB ihre Geldpolitik nicht verändert wird. Ihre Situation ist zwar angespannt, aber doch auch nicht so schlecht, dass sie reagieren muss. Der Euro-Franken-Kurs hat sich seit einiger Zeit bei 1.10 eingependelt.

Den geldpolitischen Kurs nur leicht anzupassen und nur bei Bedarf auf den Euro-Franken-Kurs einzuwirken, ist ein Luxus, den sich die Nationalbank nach dem Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) von letzter Woche leisten kann. Die Massnahmen der EZB zielen nicht mehr hauptsächlich auf eine Abschwächung des Euros, der Euro-Franken-Kurs bleibt daher stabil. Hinzu kommt, dass die positivere Entwicklung der globalen Wirtschaft der Nationalbank derzeit in die Hände spielt.

Heftig wurde zuletzt darüber spekuliert, ob die Negativzinsen für Banken noch stärker ins Minus gehen sollten. Im internationalen Vergleich sind sie bereits besonders tief. Die SNB tut daher gut daran, diese Stellschrauben nicht weiterzudrehen. Die Folgen der Negativzinsen für das gesamte Finanzsystem lassen sich heute noch nicht abschätzen. Die Kritik am Instrument gilt es ernst zu nehmen, auch wenn sie oft von den Banken geäussert wird, die selbst ein starkes Interesse an ihrem Verschwinden haben.

Wenn die SNB heute ihre Geldpolitik nur leicht anpasst, heisst das, dass sie sich den Handlungsspielraum für zukünftige geldpolitische Massnahmen offenhält. Heute nichts zu tun, war daher der richtige Weg. Die SNB wird früher oder später wieder in die Situation kommen, dass sie handeln muss. Dann muss sie über genügend Spielraum verfügen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 17.03.2016, 14:36 Uhr)

Jorgos Brouzos ist Wirtschafts-Redaktor.

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