Wirtschaft

«Jetzt beginnt die Ära der Whistleblower»

Aktualisiert am 09.01.2012 13 Kommentare

Rudolf Elmer, Schweizer Whistleblower der ersten Stunde, fühlt mit dem Informanten in der Hildebrand-Affäre. Er selbst litt auch unter einer posttraumatischen Belastung.

«Eine massive Belastung für den Informanten»: Interview mit Rudolf Elmer, Schweizer Whistleblower der ersten Stunde.
Video: Reuters

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«Das ist eine massive Belastung für ihn. Wenn er die Folgen hätte abschätzen können, hätte er sich die ganze Sache wohl zweimal überlegt.» Trotzdem hält es Elmer für wichtig, zu seiner Meinung zu stehen und Zivilcourage zu zeigen: «Leider ist dies etwas, das in der heutigen Zeit verloren gegangen ist.»

Für die Schweizer Banken sieht Elmer zudem ein steigendes Risiko: «Unter Berücksichtigung der Wirtschaftslage ist es gut vorstellbar, dass es weitere Fälle von Whistleblowern geben wird.» Diese könnten laut Elmer auch aus Wut oder Rache handeln und die Informationen anonym weitergeben.

Nachdem er selbst als Datendieb angeprangert wurde, durchlebte Rudolf Elmer eine posttraumatische Belastung. Der Ex-Banker geriet 2005 als Whistleblower in die Schlagzeilen. Zudem überreichte er Julian Assange, dem Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, medienwirksam zwei CDs, auf denen Angaben von mutmasslichen Steuersündern gespeichert sein sollen. Er wurde der Verletzung des Bankgeheimnisses angeklagt. Sein Fall wird momentan von der Zürcher Staatsanwaltschaft bearbeitet.

Erstellt: 09.01.2012, 21:36 Uhr

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13 Kommentare

willi mosimann

09.01.2012, 23:37 Uhr
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Für stellt sich einfach die Frage: Was hat ein IT-Mitarbeiter in den Konten von Bankkunden zu suchen. Für mich sind das kriminelle Personen und gehören verurteilt, genau so diejenigen Personen die solchen unterstützten. Antworten


Daniel Kettiger

09.01.2012, 21:51 Uhr
Melden 10 Empfehlung

So genannte Whistleblower verletzen immer Geheimhaltungsregeln, sind daher oft Straftäter, handeln meist aus egoistischen Motiven und gehören deshalb bestraft und entlassen. Wir müssen aufhören, vermeindliche Helden zu glorifizieren. Der richtige Weg führt nicht über die Legalisierung von Whistleblowing sondern über Organisationsinterne Meldemöglichkeiten. Antworten



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