Jetzt kommt der billige Tiger

Die dänische Design-Kette Tiger lehrte im Ausland Ikea das Fürchten. Nun wird in der Schweiz der erste Laden eröffnet.

Der Tiger greift die Schweiz an: Tiger-Chef Xavier Vidal in einem Geschäft in Kopenhagen.

Der Tiger greift die Schweiz an: Tiger-Chef Xavier Vidal in einem Geschäft in Kopenhagen. Bild: Scanpix Denmark/Reuters

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Tiger-Läden gelten in den USA als die 1-Dollar-Shops des dänischen Designs. In England machten sie als Antwort auf Ikea Furore. Die Design-Stores hätten bei den Haushaltswaren das erreicht, schreibt die britische Presse, was Lidl bei den Lebensmitteln gelungen sei: die etablierten Anbieter mit günstigen Preisen aufzumischen. In den US-Shops kosten 90 Prozent der Produkte weniger als 15 Dollar, darunter Teekannen, Tassen oder Handtücher.

Nun kommt Tiger in die Schweiz. Vor kurzem wurde eine entsprechende Firma gegründet. In Luzern eröffnet bald der erste Laden. «Halloj Luzern» grüsst seit neustem ein Plakat die potenzielle Kundschaft in der Innerschweiz. Der Shop soll Anfang März eröffnet werden. Zwei bis drei weitere Läden sollen dieses Jahr in der Schweiz hinzukommen, so Ramon Stauffer, der Schweizer Partner von Tiger.

Rasantes Wachstum

Das ursprüngliche Konzept war ein anderes. Der erste Tiger-Laden eröffnete 1995 in Kopenhagen. Dort wurden zu Beginn ähnlich wie bei Otto's Warenposten Restwaren von anderen Herstellern verkauft. Heute werden die von Tiger verkauften Produkte in Eigenregie designt. Offenbar sind die Kreationen gelungen, sie gewinnen reihenweise Designpreise. Wer sich das Sortiment der Filialen im Ausland anschaut, findet Vertrautes. Kerzen in spezieller Aufmachung, ausgefallene Selfie-Sticks oder prägnante Kerzenständer – nichts, was man nicht schon hätte. Wenn auch schön aufgemacht und besonders günstig.

Die Preise sind in allen Tiger-Shops vergleichbar: ob nun im Hochpreisland Norwegen oder preissensitiven Südeuropa. Die Design-Produkte sollen daher auch in den Schweizer Tiger-Shops zu einem ähnlichen Preis verkauft werden.

«Wir sind ein Haufen Amateure, die nicht wissen, was sie tun», sagte Tiger-Gründer Lennart Lajboschitz dem Londoner «Evening Standard». Ihnen würde es gelingen, den Kunden immer mehr Produkte zu einem günstigen Preis zu verkaufen.

Mit diesem Konzept wächst die Firma rasant. Laut Unternehmensangaben werden jede Woche drei neue Läden eröffnet. Zebra, die Dachgesellschaft hinter den Tiger-Shops, zählt heute rund 600 Läden in 27 Staaten. Damit steigen auch die Einnahmen. Der Umsatz stieg im letzten Geschäftsjahr um 44 Prozent auf rund 350 Millionen Franken. Der Vorsteuergewinn kletterte gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent.

Tiger-Gründer verkaufte Mehrheit

Im Gegensatz zu anderen Ketten setzt Tiger für die internationale Expansion nicht auf Franchising. Bei den lokalen Niederlassungen handelt es sich immer um gemeinsame Joint Ventures. Das gilt auch für die Schweiz: Der hiesige Partner ist mit 50 Prozent an der Ländergesellschaft beteiligt.

Tiger-Gründer Lajboschitz hat unterdessen die Mehrheit der Firma an die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT abgegeben. EQT ist in der Schweiz als Investor nicht unbekannt. Unter anderem ist sie an der Zahnarztpraxiskette Swiss Smile sowie am Sportinformationsservice Sportradar beteiligt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 16.02.2016, 12:04 Uhr)

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