Julius Bär erleidet Gewinneinbruch

Im vergangenen Jahr ist der Gewinn der Bank Julius Bär dramatisch zurückgegangen. Grund ist vor allem die Einigung im US-Steuerstreit.

Gewinnrückgang: Der US-Steuerstreit hat Julius Bär viel Geld gekostet. (Archivbild)

Gewinnrückgang: Der US-Steuerstreit hat Julius Bär viel Geld gekostet. (Archivbild) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Julius-Bär-Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinneinbruch um fast 70 Prozent auf 123 Millionen Franken erlitten. Hauptgrund dafür war die erzielte Einigung mit den US-Behörden im Steuerstreit.

Diese Vereinbarung, die laut einer Medienmitteilung der Bank vom Montag noch durch eine Gerichtsverhandlung bestätigt werden muss, soll zu einer Strafzahlung von umgerechnet rund 521 Millionen Franken führen. Die Bank hat im Jahresabschluss 2015 bereits eine entsprechende Rückstellung gebildet, welche nun den Gewinn stark reduziert hat.

Erhöhung der Dividende

Trotz des Gewinnrückgangs schlägt die Bank der Generalversammlung vom 13. April 2016 eine Erhöhung der Dividende um 10 Prozent auf 1,10 Franken je Aktie vor.

Die verwalteten Vermögen erhöhten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 3 Prozent auf zirka 300 Milliarden Franken. Der Netto-Neugeldzufluss war besonders stark aus Asien, dem Nahen Osten, Israel und von den inländischen Geschäften in Monaco, Deutschland sowie der Schweiz.

Die Erträge der Bank erhöhten sich um 6 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Franken. Die adjustierte Kosten-Ertrags-Relation, ein Massstab für die betriebliche Effizienz, lag 2015 bei 67 Prozent und damit innerhalb der angestrebten Spanne von 65 bis 70 Prozent.

Neue Untergrenze für die Kapitalquote

Gleichzeitig mit der Publikation der Jahresergebnisse 2015 gab Julius Bär bekannt, zwei Anpassungen in der Steuerung des Geldhauses vorzunehmen. Erstens hat die Beurteilung der jüngsten operativen Performance der Bank ergeben, den mittelfristigen Zielbereich für die adjustierte Kosten-Ertrags-Relation von 65 bis 70 Prozent auf 64 bis 68 Prozent abzusenken. Die Zielbereiche für die Vorsteuermarge (mindestens 30 Basispunkte) und die Netto-Neugeldzuflüsse (4 bis 6 Prozent) bleiben bestehen.

Zweitens wird eine neue Untergrenze für die Kapitalquote (BIS CET1) von 11 Prozent eingeführt, wobei die bisherige Untergrenze der Gesamtkapitalquote (BIZ) von 15 Prozent unverändert bleibt. Im Jahr 2015 betrugen die entsprechenden Werte rund 18 beziehungsweise 19 Prozent, was eine gute Kapitalisierung der Bankgruppe signalisiert. (mlr/sda)

(Erstellt: 01.02.2016, 07:11 Uhr)

Artikel zum Thema

Julius Bär muss mehr als eine halbe Milliarde Dollar zahlen

Im US-Steuerstreit steht die Privatbank kurz vor einer abschliessenden Einigung. Die Strafzahlung dürfte sich fast auf einen ganzen Jahresgewinn belaufen. Mehr...

US-Deal wird für Bär teurer – Aktie legt zu

Die Schweizer Privatbank Julius Bär hat mit der New Yorker Justiz eine grundsätzliche Einigung im Steuerstreit erzielt. Dafür wurden weitere Rückstellungen getätigt. Mehr...

Bär verwaltet knapp 300 Milliarden Franken

Die Bank Julius Bär hatte in den ersten zehn Monaten 6 Milliarden mehr Kundengelder in ihrer Obhut als im Jahr zuvor. Vor allem Zukäufe trugen dazu bei. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Anzeigen

Werbung

Blogs

Outdoor Kann denn Velofahren Sünde sein?

Nachspielzeit Konstruktiv zu vielen Chischten

Werbung

Die Welt in Bildern

Wimmelbild: In Jakarta, Indonesien, protestieren Gewerkschaftsmitglieder gegen eine Steueramnestie für die Regierung. Ein Polizist bahnt sich ein Weg durch die demonstrierende Menschenmasse. (29. September 2016)
(Bild: Darren Whiteside) Mehr...