Schweizer Fast Food zum x-ten

Kentucky Fried Chicken will es hierzulande nochmals wissen. Kein einfaches Unterfangen, wie andere Beispiele zeigen.

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Kentucky Fried Chicken, kurz KFC, ist für sein frittiertes Poulet bekannt – serviert wie Popcorn in einem Eimer. Bisher gab es keine Filiale der US-amerikanischen Fast-Food-Kette in der Schweiz, und das soll sich nun ändern. Vor wenigen Wochen hat der Konzern seine Marke in der Schweiz eintragen lassen. «In den nächsten ein bis zwei Jahren eröffnen wir die ersten Schweizer KFC-Lokale», sagt Marco Schepers, KFC-Expan­sionschef Deutschland, dem «Blick». Dass in der Schweiz die Nachfrage für KFC da sei, leitet Schepers daraus ab, dass in der grenznahen KFC-Filiale in Singen am Wochenende überwiegend Schweizerdeutsch gesprochen werde.

KFC frittierte in der Schweiz früher schon einmal seine Poulets. 2004 schloss die Kette aber die einzigen zwei Restaurants in der Westschweiz. KFC ist nicht die einzige Fast-Food-Kette, die Schwierigkeiten hatte, im Schweizer Markt zu bestehen.

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Subway – im zweiten Anlauf

Auch die Sandwichkette Subway, die weltweit mehr Filialen hat als McDonald's, brauchte in der Schweiz zwei Anläufe. Nach einem gescheiterten Versuch in den 90er-Jahren startete Subway 2007 erneut einen Versuch und eröffnete ein Restaurant in Zürich. Mittlerweile gibt es schweizweit 34 Filialen, wo sich die Kunden ihre Sandwichs selber zusammenstellen können.

Burger King – kurz vor Rückzug

Burger King schien einst ganz aus der Schweiz zu verschwinden. Ende der 80er-Jahre hat die McDonald's-Konkurrenz beinahe alle Filialen geschlossen und war zwischenzeitlich nur noch in Lugano und Genf vertreten. Erst im 21. Jahrhundert hat Burger King die nächste Offensive am Markt gestartet. Derzeit gibt es rund 34 Filialen in der Schweiz.

Pizza Hut – für immer weg

Während Subway, Burger King und nun auch KFC einen Neuanfang wagten, hat Pizza Hut keinen Versuch mehr gestartet. 2004 wurde über sechs Restaurants der Konkurs verhängt. Rund 100 Mitarbeitende waren davon betroffen.

Burgerland – kurzes Experiment

Es sind aber nicht einzig amerikanische Fast-Food-Restaurants, die in der Schweiz Mühe hatten. Coop startete in den 80er-Jahren das Experiment Burgerland. Im Jahr 1982 wurde die Kette gegründet, und es gab in Zürich, Winterthur, Lausanne und Basel Ableger. Ziel war es, insgesamt 15 Restaurants aufzubauen. Im Frühjahr 1985 verkündete ein Coop-Sprecher aber bereits den Abbruch des Experiments. Alle Restaurants wurden geschlossen, da das Business ein Verlustgeschäft war.

Silberkugel – stark geschrumpft

Auch der Schweizer Fast-Food-Pionier Silberkugel kämpft gegen den schleichenden Tod. Die erste Silberkugel-Filiale wurde 1962 eröffnet, 14 Jahre vor dem ersten McDonald's. Während seiner besten Zeiten gab es rund zwei Dutzend Ableger. Heute sind es noch zwei Filialen, eine im Zürcher Kreis 2 und eine in der Nähe des Bahnhofs Oerlikon.

Obwohl Fast-Food-Ketten in der Schweiz immer wieder scheitern, prognostiziert eine von Euromonitors 2015 veröffentlichte Studie, dass in der Schweiz die Nachfrage nach Fertignahrung und Schnellimbissen weiter steigen werde. Der Grund: die schnelllebige und hektische Gesellschaft, die kaum Zeit hat für längere Mittagspausen. (sip)

(Erstellt: 25.01.2016, 12:37 Uhr)

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