Verkaufsgerüchte um Sarasin: Besitzer halten sich Optionen offen

Für die Zukunft der Privatbank Sarasin halten sich die niederländischen Besitzer alle Optionen offen: Gerüchte, dass die Rabobank mit Sitz in Utrecht die Vermögensverwalterin entweder an Julius Bär oder die Raiffeisen-Gruppe verkauft, bestätigen sich nicht.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Die Rabobank hält zurzeit an ihrer Mehrheitsbeteiligung fest und behält sich alle Möglichkeiten für eine Entscheidung vor», hiess es am Donnerstag am Sarasin-Sitz in Basel. Die Bank Sarasin habe zur Kenntnis genommen, dass offenbar Gespräche mit mehreren Interessenten über eine Reduktion der Beteiligung der Rabobank stattfänden.

Julius Bär, in Medienberichten als möglicher Käufer für das Basler Traditionshaus genannt, hält sich bedeckt. «Wir sind jemand, der Gelegenheiten anschaut», sagte Sprecher Martin Somogyi der Nachrichtenagentur sda.

Julius Bär hat in den vergangenen Jahren einiges dazugekauft, vor allem kleinere Vermögensverwalter. Sarasin verwaltete Ende Juni über 100 Milliarden Fr. an Kundengeldern und gehört damit zu den Schweizer Privatbanken, denen Vermögen in bedeutender Höhe anvertraut sind. Julius Bär gibt keine Angaben dazu, ob ein Zukauf in der Grösse einer Bank wie Sarasin angestrebt werde.

Raiffeisen ist Vontobel-Partner

Die Raiffeisen-Gruppe, wie die Sarasin-Besitzer eine Genossenschaftsbank, will Medienberichte über ein angebliches Interesse an Sarasin ebenfalls nicht kommentieren. Übernahmen und Partnerschaften würden regelmässig geprüft, sagte Sprecher Jens Wiesenhütter.

In der Vermögensverwaltung arbeitet Raiffeisen mit der Zürcher Privatbank Vontobel zusammen, an der sie auch eine Beteiligung hält. Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz sitzt im Vontobel-Verwaltungsrat. Die Zusammenarbeit wurde erst kürzlich in einem 5-Jahres-Vertrag erneuert.

Privatbanken in Bewegung

Ein Besitzerwechsel bei der Bank Sarasin war zuletzt im Mai ein Thema gewesen. Sarasin-Chef Joachim Strähle bekräftigte damals den Wunsch des Managements, die Mehrheitsbeteiligung von Rabobank zu übernehmen. Es hätten auch schon informelle Gespräche zu einem Management-Buyout stattgefunden. Ein Verkauf stehe nicht auf der Agenda, hielt Rabobank damals fest.

Die Finanzkrise 2008/09 der teilweise Wegfall des Bankgeheimnis für ausländische Bankkunden in der Schweiz verändern die Situation der Privatbanken. Das Geschäft mit reichen Kunden in den Schwellenländern gewinnt an Bedeutung und erfordert Investitionen. Einige Vermögensverwalter werden so verstärkt zum Übernahmeziel.

Notiz an die Redaktion: Meldung vom Vortag (bsd223) ergänzt mit angeblichem Interesse der Raiffeisenbank und weiteren Details

(Erstellt: 13.10.2011, 11:16 Uhr)

Werbung

Neuwagenkonfigurator

car4you.ch: Alle Marken – Jetzt Ihr Wunschauto konfigurieren!

Die Welt in Bildern

Einen Liter Nagellack bitte: Ayanna Williams zeigt in London ihre 58 Zentimeter langen Fingernägel.
(Bild: Kirsty Wigglesworth) Mehr...