Wirtschaft

Arbeitskosten in Deutschland weit unter EU-Schnitt

Aktualisiert am 09.12.2010

Wiesbaden Die Löhne in Deutschland steigen wesentlich langsamer als im Rest Europas.

Mit einem vergleichsweise bescheidenen Plus der Bruttoverdienste von 22,4 Prozent in den vergangenen zehn Jahren ist Deutschland mit Abstand Schlusslicht in der Europäischen Union.

Im Durchschnitt stiegen die Löhne und Gehälter in der EU in der letzten zehn Jahre um 37,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die Statistiker beziehen sich dabei auf Daten aus 22 der 27 EU-Länder für das zweite Quartal 2010.

Im Vergleich zum zweiten Quartal 2009 verteuerte sich in Deutschland eine Stunde Arbeit um 0,7 Prozent. In der EU kostete eine Stunde Arbeit im Schnitt 1,6 Prozent mehr.

Besonders tief in die Tasche greifen mussten Arbeitgeber in Bulgarien (plus 8,6 Prozent), Rumänien (plus 5 Prozent), Frankreich (plus 3,8 Prozent) und Dänemark. Deutlich günstiger wurde Arbeit dagegen in Litauen, Lettland und Estland mit Rückgängen von sieben bis 2,6 Prozent. Daten für die besonders von der Schuldenkrise in Europa betroffenen Länder Griechenland und Irland lagen nicht vor.

Die Lohnentwicklung in Deutschland mit moderaten Lohnerhöhungen hat die Konkurrenzfähigkeit deutscher Produkte am Weltmarkt in den vergangenen Jahren erhöht. Volkswirte sehen darin einen Grund für den derzeitigen Konjunkturaufschwung. Aus den Nachbarländern wurde aber auch Kritik laut, deutsche Unternehmen hätten sich auf Kosten ihrer internationalen Wettbewerber saniert.

Erstellt: 09.12.2010, 12:08 Uhr

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