Wirtschaft
Fünf Unternehmen in Deutschland testen anonyme Bewerbungen
Ein Jahr lang werden die Unternehmen Bewerbungen ohne Foto, Name, Alter, Geschlecht, Nationalität, Geburtsort, Familienstand oder Angabe einer möglichen Behinderung prüfen.
Dies teilte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) am Dienstag mit. Auch das deutsche Bundesfamilienministerium beteiligt sich an dem Projekt.
Bei den Unternehmen handelt es sich um die Deutsche Post, die Deutsche Telekom, das Kosmetikunternehmen L'Oréal, der Erlebnisgeschenk-Dienstleister Mydays sowie der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble.
ADS-Leiterin Christine Lüders sagte in Berlin, sie sei fest davon überzeugt, «dass wir mit den Ergebnissen unseres Pilotversuchs weitere Unternehmen von den Vorteilen von Vielfalt und Diskriminierungsfreiheit überzeugen können». Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt sei ein «verbreitetes Phänomen von erheblichem Ausmass», erklärte der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann.
Diskriminierung bedeute den Verzicht auf wirtschaftliche Effizienz und damit einen Wohlfahrtsverlust. Letztlich liege es im eigenen Interesse eines Unternehmens, offene Stellen mit den fähigsten Bewerbern zu besetzen - unabhängig von Vorlieben oder Vorurteilen Personalverantwortlicher.
Die beteiligten Unternehmen und Institutionen trafen sich am Dienstag erstmals an einem Runden Tisch. Das IZA empfahl dabei laut Zimmermann, ein standardisiertes Bewerbungsformular zu entwerfen, um den Zeitaufwand beim Anonymisieren herkömmlicher Bewerbungen gering zu halten. Das Formular solle nur Informationen zu relevanten Qualifikationen enthalten und Bewerbern zur Verfügung gestellt werden - etwa im Internet.
Erstellt: 24.08.2010, 16:41 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


