Wirtschaft

Mit dem Handy Musik hören: Die Musik erobert das Telefongerät Von Kurt Haupt, SDA/MID Hintergrund

Aktualisiert am 09.05.2011

Das Handy ist das beliebteste mobile Musikabspielgerät.

Gute Software, neue Dienste und einige Tricks sorgen dafür, dass der Taschenmusikant noch besser unterhält und seine Musik nicht verloren geht.

Vor allem Neubesitzer von Mobiltelefonen mit Musikplayern blättern bisweilen aber verzweifelt in Gebrauchsanleitungen. Sie wollen wissen, wie man seine Lieblingssongs von der CD überhaupt auf das Telefon bringt. Und wie man Musik auf dem Handy seinen Freunden weitergibt. Und wo die Risiken bei gemieteter Musik oder Streaming- Diensten liegen.

Antworten auf ihre Fragen finden sie nicht immer. Bei Musik-CDs jedenfalls ist der Fall klar: Sie passen auch mit Quetschen und Feilen nicht ins Handy. Musik von Silberscheiben lässt sich nur über den Umweg via PC aufs Telefon kopieren. Am Heimrechner können sowohl Macs als auch Windows-Rechner mit den vorinstallierten Programmen (iTunes oder Media Player) Musikscheiben einlesen und jeden Song als einzelne Datei auf der PC-Festplatte speichern.

Dieser Vorgang heisst Rippen. Neben iTunes und Media Player ist auch das kostenlose Mediamonkey (www.mediamonkey.com) ein guter Ripper. Ferner liefern Handy-Hersteller manchmal Programme mit, welche ebenfalls CDs auf die Festplatte kopieren können.

Als Speicherformat sollte man in jedem Fall MP3 mit einer Datenrate von mindestens 128 Kilobit pro Sekunde wählen. Teilweise muss man die dazu nötigen Voreinstellungen in den Musikprogrammen manuell vornehmen. Die so erzeugten MP3-Dateien lassen sich später nicht nur auf Handys, sondern mit praktischen allen anderen Musikgeräten (PC, MP3-Player, Autoradio, Spielkonsole, TV, vernetzte Stereoanlage) abspielen.

Via Kabel aufs Handy

Im zweiten Schritt verbindet man dann sein Handy per USB-Kabel mit dem Rechner und transferiert die Musik. Je nach Handyhersteller ist das einfach bis schwierig. Hat man Glück, zeigt sich das Telefon wie ein USB-Speicherstick am Rechner, man zieht die Songs einfach mit dem Mauszeiger auf das Telefon.

Andere Hersteller, wie beispielsweise Apple, haben den Zugang auf den Musikspeicher im Handy verbarrikadiert. Beim iPhone kann normalerweise nur das Programm iTunes Musik vom Rechner auf das Telefon transferieren. Auch bei anderen Herstellern ist es teils nötig, spezielle Software auf dem PC zu installieren.

Auch bei dieser Aufgabe hilft übrigens der bereits erwähnte Mediamonkey oft weiter. Er kann Handys Dutzender Hersteller mit Musik befüllen.

Weitergeben oder sichern

Das Gesetz erlaubt es ausdrücklich, dass man nicht kopiergeschützte Musik auch engen Freunden und Familienmitgliedern weitergeben darf. Ferner sollte man seine Musiksammlung auf dem Handy auch sporadisch sichern. Der Transfer in der Gegenrichtung, also vom Handy auf eine PC-Festplatte, ist teils schwierig.

Beim iPhone helfen bei dieser Aufgabe Lösungen wie Senuti (Mac) und Copytrans (Windows) oder das für beide Betriebssysteme verfügbare und in der Schweiz entwickelte Tuneaid. Auf Mobiltelefonen ohne Kopierschutz lassen sich Songs entweder via PC als Zwischenspeicher oder teilweise sogar direkt via Bluetooth-Funk von Telefon zu Telefon transferieren.

Mieten und streamen

Wer seine Musik nicht kaufen will, kann sie mit einigen Mobiltelefonen auch mieten. Dabei wird eine spezielle geschützte Musikdatei auf das Handy kopiert, die man nur so lange anhören kann, wie man das zugehörige Mietabo bezahlt. Man kann diese Musik unterwegs hören, ohne dass dabei Internetgebühren anfallen.

Anders ist das beim so genannten Musikstreaming. Dabei befindet sich die Musik nicht auf dem Handy, sondern wird erst beim Anhören aus dem Internet angeliefert. Auch hier hat man via Abo Zugriff auf Millionen Songs. Bei Diensten wie Deezer oder MP3tunes kann man sogar seine eigene Musik vom PC ins Internet transferieren und dann unterwegs wieder als Stream am Handy anhören.

Musikstreaming sollte man aber nur nutzen, wenn man ein Handyabo mit kostenlosem Datenvolumen hat. Denn pro Minute Musik können bis zu zwei Megabyte Daten anfallen.

Erstellt: 09.05.2011, 09:40 Uhr

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