Zuwarten beim Heizölkauf kann teuer werden Erdölvereinigung rät zu raschem Kauf Hintergrund

Angesichts steigender Heizölpreise zögern viele Hausbesitzer mit dem Auffüllen ihrer Tanks.

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Bis im letzten Moment hoffen sie auf sinkende Preise. Wer aber plötzlich auf dem Trockenen sitzt, greift tief in die Tasche: Notfall-Lieferungen sind teuer.

Die Rallye an den internationalen Rohstoffmärkten in den letzten Monaten hat den Heizölpreis auch in der Schweiz seit September ansteigen lassen. Im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr liegt der Heizölpreis derzeit 8 bis 10 Franken pro 100 Liter höher, wie Rolf Hartl, Geschäftsführer der Erdölvereinigung, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Für eine Lieferung zwischen 3000 und 6000 Liter Heizöl musste am Mittwoch etwas weniger als 90 Franken pro 100 Liter bezahlt werden. Ende Sommer 2010 lag der Heizölpreis bei noch rund 85 Franken, seither ist er ebenso wie der Rohölpreis gestiegen.

Deutlich höher als aktuell lag der Heizölpreis lediglich zwischen November 2007 und November 2008, als der Rohölpreis auf ein Rekordhoch stieg und die Heizölpreise markant anzogen.

Das hohe Preisniveau äussert sich laut Hartl an einer schwachen Nachfrage der Haushalte an Heizöl. Die Branche sei bei weitem nicht ausgelastet. «Wir merken, dass viele auf ein Absinken der Preise hoffen», sagte er. Die Bewegungen an den Rohstoffmärkten wiesen dagegen eher auf eine Hausse hin.

Öl bald kaufen

Die Gründe dafür seien der globale Wirtschaftsaufschwung und die Absicht der Organisation der erdölexportierenden Länder (Opec), den Ölpreis auf 100 Dollar zu heben. «Das Mengenmanagement der Opec funktioniert gut», sagte Hartl.

Wer seinen Tank in dieser Heiz-Saison sowieso auffüllen müsse, sei gut beraten, dies bald zu tun, sagte Hartl. Die Prognosen seien zwar nie ganz sicher, doch «wer derzeit auf eine Trendwende setzt, handelt sehr spekulativ».

Zu einem baldigen Kauf rät auch Marco Schmucki, Manager Direktmarketing beim Heizöllieferant Migrol. Auch er rechnet kurzfristig nicht mit sinkenden Preisen, wie er auf Anfrage sagte. Er stelle allerdings nicht fest, dass die Leute zuwarteten. Bei Migrol sei die Nachfrage seit Dezember wie üblich hoch - vor allem auch, weil der Winterbeginn sehr kalt war.

Zwischentiefs nutzen

Was sich lohnen könne beim Heizölkauf im derzeitigen Umfeld, sei das Ausnutzen von Zwischentiefs, sagte Hartl weiter. So sank der Tagespreis für Heizöl etwa in den letzten Tagen kurzzeitig, weil auch der Rohölpreis zu Jahresbeginn leicht nachgab.

Die höheren Preise auf internationaler Ebene kriegt die Schweiz indes noch gar nicht voll mit: Weil sich der Franken gegenüber dem Dollar auf Höhenflug befindet, wird der Anstieg gedämpft, wie Hartl und Schmucki übereinstimmend erklären.

Nebst der Frankenstärke sorgen auch die Steuern und Abgaben auf Heizöl und Benzin für eine langsamere Entwicklung in der Schweiz: Der grosse Fiskalanteil am Preis für Heizöl und Benzin verwässert den Preisanstieg auf den internationalen Märkten.

Benzinpreise stiegen mit

Angestiegen sind seit dem vergangenen Oktober auch die Benzin- und Dieselpreise, wie Erich Schwizer vom Touring Club Schweiz (TCS) sagte. Schwizer beziffert die Erhöhung auf rund 8 Rappen. Zwar lägen die Preise derzeit auf einem höheren Niveau als 2009, doch sie seien über das Jahr ziemlich stabil geblieben.

(Erstellt: 05.01.2011, 16:52 Uhr)

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