Private Anbieter bedrängen Hotels

2016 wurden in der Schweiz erstmals Ferienwohnungen und andere Unterkünfte statistisch erhoben. Eine Auswertung zeigt: Hotelbetten machen weniger als die Hälfte des Angebots aus.

Angebote auf Airbnb entwickeln sich zu einer immer grösseren Konkurrenz für die Hotellerie: Schlafzimmer im Chalet D'Amore in Zermatt. Foto: airbnb.ch

Angebote auf Airbnb entwickeln sich zu einer immer grösseren Konkurrenz für die Hotellerie: Schlafzimmer im Chalet D'Amore in Zermatt. Foto: airbnb.ch Bild: Christian Beutler/Keystone

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Den 272'000 Hotelbetten, die es 2016 gemäss Bundesamt für Statistik gab, stehen nämlich 286'000 Betten in Ferienwohnungen und sogenannten Kollektivunterkünften gegenüber. Neue Konkurrenz für die Hoteliers sind die Ferienwohnungen, Lagerhäuser und Berghütten indes nicht – sie gibt es in der Schweiz schon lange. Allerdings wurden sie in den letzten Jahrzehnten einfach nie in einer Statistik erfasst.

Fotos – Die luxuriösesten Airbnbs der Schweiz:

Zu Widersachern der Hotels insbesondere in den Städten haben sich indes Airbnb-Angebote entwickelt. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF), welche die verschiedenen BFS-Erhebungen mit Daten der Walliser Fachhochschule kombiniert hat, spricht von einer Verdreifachung des Angebots auf der Buchungsplattform innert nur dreier Jahre. Demnach werden schweizweit 64'000 Betten über Airbnb angeboten. Gemessen am Gesamtangebot entspricht das einem Marktanteil von 10 Prozent.

Fotos – Die beliebtesten Zürcher Airbnb-Angebote:

Dabei ist das Geschäftsmodell von Airbnb insbesondere in den Städten angekommen – einerseits gibts da weniger Ferienwohnungen, anderseits schlägt dort die Idee natürlich mehr ein, da sich Airbnb ja selbst als Plattform zur Vermietung von Privatwohnungen und -zimmern sieht. In der Tourismusregion Zürich, die neben dem Kanton Zürich auch noch weitere angrenzende Gebiete umfasst, wurde ein Angebotsanteil von Airbnb von 16 Prozent festgestellt, in der Region Nordwestschweiz mit der Stadt Basel sogar einer von 21 Prozent.

«Das Gewicht von Airbnb-Angeboten dürfte weiter zunehmen.»Florian Hälg, KOF

Das Angebot alleine sagt aber noch nichts über die Nutzung aus: Da es von Airbnb-Unterkünften keinerlei Angaben zur Belegung gibt, können auch keine Angaben zu deren tatsächlichem Marktanteil gemacht werden. Florian Hälg, der bei der KOF die entsprechenden Berechnungen angestellt hat, sagt dennoch: «Die Schlussfolgerung, dass es Verschiebungen weg von Hotels hin zu Airbnb gegeben hat, liegt nahe.» Und auch einen Blick in die Zukunft wagt die KOF: «Das Gewicht von Airbnb-Angeboten dürfte weiter zunehmen.»

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Allerdings sind selbst die Angaben zum Angebot zu relativieren, denn die Datenlage ist ziemlich vage. So sind mittlerweile auch einzelne kleine Hotels mit ihren Angeboten auf Airbnb präsent, und Ferienwohnungen werden auf der Internetseite ohnehin angeboten. Das heisst: Doppelzählungen sind unvermeidbar.

Eine gewisse Aussagekraft und Relevanz hat die berechnete Angebotsverteilung dennoch: «Wir sind froh, nur schon überhaupt einmal diese Daten zu haben», sagte Jan Egbert-Sturm von der KOF bei der Präsentation der Zahlen dazu.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.05.2017, 17:45 Uhr

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