Check-in mit Robotern

Die taiwanische Fluggesellschaft Eva Air ergänzt ihr Bodenpersonal mit Robotern. Was das für die Angestellten bedeutet.

Auf dem Songshan-Flughafen in Taiwan werden Passagiere beim Check-in von einem Roboter begrüsst. Vorerst kommuniziert Pepper aber erst auf Chinesisch.

Auf dem Songshan-Flughafen in Taiwan werden Passagiere beim Check-in von einem Roboter begrüsst. Vorerst kommuniziert Pepper aber erst auf Chinesisch. Bild: zVg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist nicht der erste Job des Roboters, den die Airline Eva Air auf den beiden taiwanischen Flughäfen Songshan und Taoyuan seit kurzem einsetzt. Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé etwa hat dem vom französischen Unternehmen Aldebaran Robotics und vom japanischen Technologiekonzern Softbank entwickelten Gerät in der Vergangenheit bereits beigebracht, Nespresso-Maschinen zu verkaufen. Auf Computermessen und Veranstaltungen zum technologischen Wandel hatte der 1,20 Meter grosse Roboter auf Rollen ohnehin schon unzählige Auftritte.

Pepper, wie der Roboter mit menschlicher Gestalt heisst, kann seit 2015 ab Stange gekauft und an die eigenen Zwecke angepasst werden. Grundsätzlich ist Pepper dafür programmiert, auf menschliche Mimik und Gestik zu reagieren. Kommunizieren kann das Gerät über Augenkontakt und mithilfe eines Touchscreens.

Eva Air setzt Pepper nun bei den Check-in-Schaltern und beim Eingang zur VIP-Lounge ein. Was die Fluggesellschaft dem Roboter dafür beigebracht hat, ist allerdings eher unspektakulär. So scannt Pepper etwa die Einstiegskarten und gibt anschliessend Auskunft zum Abflug, zum Wetter am Zielort sowie zum Duty-free-Angebot am Flughafen. Viel Verständnis für Mimik und Gestik braucht Pepper dafür nicht. Ausser, er wäre auch in der Lage, über Verspätungen verärgerte Kunden zu beruhigen. Dass dem Roboter auch das beigebracht wurde, ist unwahrscheinlich.

So dürfte Pepper für Eva Air nicht viel mehr als ein Marketinggag sein. Jedenfalls spart die Fluggesellschaft damit kein Personal ein. Denn wenn Pepper nicht gerade Auskünfte erteilt, wie es jedes einfache Infoterminal auch könnte, spielt der Roboter mit den Passagieren Spiele, schüttelt Hände, tanzt und posiert für Fotos. Das versüsst den Fluggästen immerhin das Warten. Und vorerst muss kein Mitarbeiter Angst haben, dass sein Job bald von Pepper übernommen wird. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.01.2017, 17:57 Uhr

Artikel zum Thema

Fernseher, Roboter und ein bisschen künstliche Intelligenz

In der Nacht auf heute haben mit Samsung, Sony und LG die Grossen der Branche ihre Neuheiten in Las Vegas vorgestellt. Mehr...

Der Roboter-Riese lebt

Er ähnelt Robotern aus Hollywood-Filmen wie «Avatar» oder «Transformers». Der 20o Millionen Franken teure «Method-2» soll in Gegenden arbeiten, wo es für Menschen zu gefährlich ist. Mehr...

Sex mit einem Roboter, eine gute Idee?

#12 Wissenschaftler fordern ein Verbot von Sexrobotern. Doch das wäre verfrüht. Ein Kommentar. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Kommentare

Weiterbildung

Kostenlose E-Books

Laden Sie in unserem Weiterbildungs-Channel kostenlos Ebooks herunter.

Die Welt in Bildern

Der strenge Blick: In Hongkong werden die Sicherheitsmassnahmen hochgefahren vor der Ankunft des chinesischen Präsidenten Xi Jinping. (29. Juni 2017)
(Bild: Damir Sagolj) Mehr...