Wirtschaft
Wie leer ist eine leere Spraydose?
Wenn es nicht mehr zischt, ist die Treibladung in der Spraydose erschöpft, aber vom Produkt hats immer noch drin. Nach einer Studie des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) Pfalz sind vom Rasierschaum noch 5 Prozent in der leeren Dose, vom Rahm sogar 14 Prozent, bei 90 Prozent aller Produkte bleiben aber nur 0,5 bis 1,2 Prozent unerreichbar.
In der Schweiz dürfen sie trotzdem nicht ins Recycling gegeben werden, wie der Verein Swiss Recycling schreibt: «Bei Spraydosen, die in der Alu- oder Stahlblechsammlung landen, besteht ein relativ grosses Risiko, dass sie noch Restmengen an explosiven Treibgasen enthalten und damit zu einem Sicherheitsproblem werden können. Es wäre auch nicht sinnvoll, die Konsumenten dazu zu bewegen, die Treibgase unnötigerweise in die Umwelt abzulassen, nur um die Spraydose in die Sammlung geben zu können. Zudem können dabei auch Restmengen von schadstoffhaltigen Inhalten ein Umweltproblem darstellen. Dass die Konsumenten zwischen gefährlichen und ungefährlichen Inhaltsstoffen und leer und nicht leer unterscheiden sollen, ist unseres Erachtens nicht praktikabel. Unsere zutändigen Mitgliedorganisationen FERRO Recycling (Stahlblechverpackungen) und IGORA (Aluminiumverpackungen) wollen deshalb keine Spraydosen (auch keine leeren) in der Sammlung und lehnen jede Haftung für Unfälle ab.»
Korrekte Entsorgung
Einzelne Spraydosen aus Haushalten dürfen gemäss Recycling-Verein zusammen mit dem Siedlungsabfall entsorgt werden, unter strikter Beachtung der Regelungen respektive Entsorgungshinweise des jeweiligen Kantons. Grössere Mengen gälten so oder so als Sonderabfall und müssen ins Verkaufsgeschäft oder an die «Giftsammelstelle» der Gemeinde/des Kantons zurück gebracht werden.
Dieser Artikel wurde am 15. Dezember geändert und mit den in der Schweiz gültigen Recycling-Vorgaben ergänzt. Der originalartikel hatte sich auf Deutschland bezogen, wo andere Regeln gelten.
Erstellt: 01.12.2010, 09:00 Uhr



