Hatte Hemingway ein Notizbüchlein von Moleskine?
Sie liegen gut in der Hand, die Moleskine-Notizbücher. Und wer sie beschreibt oder bemalt, kann sich in hochkarätiger Umgebung wähnen. Ernest Hemingway, Vincent van Gogh und Pablo Picasso - sie alle hätten ihre Werke in solchen Büchlein entworfen, behauptet der Hersteller. Allerdings stehen hinter der Legende bloss ein paar Sätze des verstorbenen Reiseschriftstellers Bruce Chatwin. Im 1987 erschienenen «Traumpfade»-Buch beschreibt er, solche Notizblöcke würden in einem Pariser Geschäft als «carnets moleskine», Lederhefte, verkauft. Eine Italienerin wurde bei der Lektüre inspiriert, machte sich in Paris auf die Suche. Aber sie fand keine solchen Notizbücher. Statt dessen überzeugte sie ihren Arbeitgeber, die Designerbude Modo & Modo in Mailand, in China solche Notizbücher herstellen zu lassen und in ein Lederimitat einzubinden. Mittlerweile ist Moleskine ein geschützter Begriff. Die Büchlein werden weltweit millionenfach verkauft, eine französische Investitionsfirma bezahlte 2006 einen zweistelligen Millionenbetrag, um Modo & Modo zu übernehmen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 20.04.2009, 15:50 Uhr
Wirtschaft
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