Welches Glas ist Gift fürs Recycling?

Aktualisiert am 10.03.2010

Die Schweizerinnen und Schweizer sind erstklassige Recycler. 95 Prozent des Verpackungsglases gehen als Altglas wieder in den Kreislauf. Die Betonung liegt auf Verpackungsglas, denn zu Bruch gegangene Trinkgläser dürfen, wie an jedem Sammelcontainer zu lesen ist, nicht ins Recycling gelangen. Ein Glas, mit dem man anstösst, soll gut klingen, deshalb enthält es einen oft erheblichen Anteil Blei. Im Verpackungsglas ist Blei so gut wie verboten, Bleiglas im Container treibt aber den Bleigehalt im Recyclingprodukt in die Höhe. Das Weinglas darf eben Blei enthalten, die Weinflasche nicht. Die Unterscheidung ist kurios, doch die Vorschriften für Gebrauchsgegenstände beruhen auf anderen Gesetzesgrundlagen als jene für Verpackungsmaterial. Giftig ist das Element Blei schon, in Glas aber ist es so eingebunden, dass es unmöglich austreten und die Konsumenten gefährden kann. Es besteht also, chemisch und toxikologisch gesehen, kein Grund, den Bordeaux aus der Flasche zu trinken.

Erstellt: 10.03.2010, 09:49 Uhr

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