Wer kalkuliert mit der Ewigkeit?
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Altlasten sind ein bekanntes Phänomen. Die Entgiftung des Bodens etwa kann noch lange nach dem Ableben einer Fabrik nötig sein. Es stellt sich die Frage, wer dafür zahlt, wenn das Unternehmen, das einst dort Profit machte, nicht mehr existiert. Bei der Einstellung der Steinkohleförderung in Deutschland soll das besser gemacht werden. Die Grubengesellschaften müssen weiterzahlen, wenn an der Oberfläche Spätschäden auftreten. Sie müssen sogar sicherstellen, dass die ausgebeuteten Bergwerke niemals zur Gefahr werden. Als Steigerungsform von «Altlast» wurde eigens der Begriff «Ewigkeitslast» geprägt. Stiftungsvermögen von vielen Milliarden sollen garantieren, dass die Bergwasserpumpen auf ewig in Betrieb bleiben. In der Schweizer Wirtschaft ist die Ewigkeit kein Thema. Die Nagra, die sich um radioaktive Abfälle kümmert, will Lagerstätten nutzen, die bis zu 1 Million Jahre sicher sind, im Jahr 2150 soll ihr Auftrag aber bereits erfüllt sein – während im Ruhrgebiet wohl immer noch die Pumpen laufen.
Erstellt: 26.03.2010, 10:21 Uhr
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