Wirtschaft
Wallstreet-Banker zahlten im Puff bis zu 200'000 Dollar
Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 09.02.2009
Vermittelte Prostituierte für 200'000 die Woche: Puffmutter Kristin Davis in einem Interview des TV-Senders ABC.
Verdanken sich die haarsträubenden Verluste der Banken in den Vereinigten Staaten und Europa einer Übermenge von Testosteron? Kristin Davis zu Folge war es jedenfalls nicht weit von Derivaten zu Präservativen: In einem nächste Woche erscheinenden Buch über ihr Leben als Herrin über ein Nobel-Bordell nahe der Wallstreet berichtet Davis, die im Vorjahr aufflog und wegen Kuppelei verurteilt wurde, über die Libido ihrer Nadelstreifen-Klienten.
Ihre Kundenliste, die sie vergangene Woche dem TV-Sender ABC zur Einsicht überliess, ist ein veritables Kompendium New Yorker Banker. Unter den Klienten ihres illegalen Anbahnungsgeschäfts mit dem sinnigen Namen «Carlyle Trust» an der Williams Street in Manhattan befanden sich unter anderem ein Managing Director der Deutschen Bank («er rief an, um Nataly wieder zu sehen») sowie Banker von Goldman Sachs, Lehman Brothers, Merrill Lynch und JPMorgan. Davis behauptet, die Freier hätten teils ihre Firmenkreditkarten zur Begleichung der Rechnungen benutzt. Top-Damen kosteten 2000 Dollar die Stunde, bis zu 200'000 Dollar die Woche brachte das Geschäft ein.
Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Frage, ob die Banken besser dastünden, wenn nicht die Freier, sondern ihre Damen die Geldgeschäfte betrieben hätten. So verweist der «New York Times»-Kolumnist Nicholas Kristof gleich auf drei Studien, denen zufolge zu viel Testosteron dem Geschäft abträglich ist. Im «Journal of Economic Theory» schreiben Lu Hong und Scott Page etwa, es gebe «eine klare Übereinstimmung, dass unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen bessere Problemlösungen erzielen».
Testosteron und Rendite
Mit anderen Worten: Wenn Frauen fehlen, drehen Männer durch. In einer weiteren Studie, im Vorjahr in den «Proceedings of the National Academy of Sciences» publiziert, wurde der Speichel von Aktienhändlern in den Morgenstunden untersucht. «Wir fanden heraus, dass der Testosteronspiegel am Morgen die Profitabilität des gesamten Tages bestimmt», schreiben die Autoren. Hoher Testosteronspiegel äusserte sich in einer erhöhten Risikobereitschaft – und mehr Profit. Rationale Entscheidungen aber könnten durchaus unter der erhöhten Risikobereitschaft leiden, warnt die Studie.
Ebenfalls beunruhigend ist ein 2008 publizierter Beitrag im angesehenen Wissenschaftsjournal «Evolution and Human Behaviour», wonach Männer besonders riskante Entscheidungen fällen, wenn sie unter finanziellem Druck stehen und dabei von anderen Männern aus der gleichen Schicht umgeben sind: Jeder Maker möchte das Alpha-Männchen sein. Zu viel Testosteron ist demnach eine tickende Zeitbombe, wenn es um Geld geht, und die Mega-Pleite des Bankensektors hätte sich womöglich vermeiden lassen, wenn mehr Frauen in führenden Positionen gewesen wären. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.02.2009, 09:32 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



