Wirtschaft

Wo Erwerbstätige um ihre Stellen bangen müssen

Von Robert Mayer. Aktualisiert am 10.12.2009

Im November haben Saisontiefs auf dem Bau und im Gastgewerbe durchgeschlagen. Doch welche Regionen trifft die Krise besonders hart? Das zeigt der interaktive Arbeitslosigkeits-Atlas von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

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Die Arbeitslosenzahlen der Kantone aktuell und im Zeitraffer: Indem man mit der Maus über die Karte fährt, wird die Arbeitslosenquote der einzelnen Kantone zu einem bestimmten Zeitpunkt angezeigt. Definieren Sie oben auf der Zeitachse den gewünschten Monat. Zusätzlich können Sie sich mit einem Klick auf die Play-Taste oben rechts die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Zeitraffer ansehen.


Nicht die Wirtschaftskrise, sondern vorwiegend saisonale Einflüsse haben im November die Arbeitslosigkeit in der Schweiz weiter erhöht. Mit der Bauwirtschaft und dem Gastgewerbe verzeichneten zwei Branchen überdurchschnittlich hohe Zunahmen bei den Arbeitslosenzahlen, die stark von Saisonzyklen geprägt sind. Auf dem Bau wurden von Oktober auf November 15,6 Prozent mehr Arbeitslose ermittelt, im Gastgewerbe 6,7 Prozent. Letztere Branche - im November in der Zwischensaison - kam zuletzt auf eine Arbeitslosenquote von 10,3 Prozent. Mit 12,7 Prozent lag nur noch die Uhrenindustrie höher.

Gesamtschweizerisch ermittelte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) per Ende November eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent, verglichen mit 4 Prozent vor Monatsfrist. Einen so hohen Stand hatte die Schweiz zuletzt im Februar 2004 erlebt. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote verblieb indes - eher überraschend - auf dem Oktober-Niveau von 4,1 Prozent. Am Stichtag, 30. November, wurden 163 950 Arbeitslose registriert, 3,7 Prozent mehr als Ende Oktober und 52,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

«Gemessen am massiven Einbruch der Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn», betonte Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, «erweist sich die Beschäftigung ausserhalb der Industrie als erstaunlich robust.» Eine hinreichende Erklärung dafür habe er bislang noch nicht. Dennoch geht Gaillard nun davon aus, dass die Marke von 200 000 Arbeitslosen im nächsten Februar - anders als bisher prognostiziert - wohl nicht übertroffen werde.

Balkan-Zuwanderer in Nöten

Die stark saisonal geprägte Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt widerspiegelt sich auch in anderer Hinsicht. So stiegen die Arbeitslosenquoten im Berichtsmonat besonders deutlich in den Kantonen Tessin (+0,4 auf 5,5 Prozent) und Wallis (+0,7 auf 4,8 Prozent), wo sowohl das Bau- als auch das Gastgewerbe eine bedeutende wirtschaftliche Rolle spielen. Der Kanton Zürich liegt mit einer Quote von 4,3 Prozent leicht über dem Landesdurchschnitt, Genf (7,2 Prozent) und Neuenburg (6,8) einsam an der Spitze (siehe Grafik).

Auch bei den registrierten Arbeitslosen nach Herkunftsländern schlägt das saisonale Muster durch. Der deutlichste Anstieg ergab sich im November bei den Portugiesen, die laut Gaillard zu einem erheblichen Teil auf dem Bau und im Tourismus beschäftigt sind, und dies wiederum besonders stark im Wallis. Ihre Arbeitslosenquote kletterte innert Monatsfrist von 6,4 auf 7,4 Prozent. Die höchste Arbeitslosenquote - 9,4 gegenüber 9 Prozent im Oktober - verzeichneten weiterhin die Zuwanderer aus dem früheren Jugoslawien und aus Albanien (Westbalkan), nachdem deren Durchschnittsquote zwischen 2005 und 2008 von 8,8 auf 6,1 Prozent gesunken war. Bei den deutschen Staatsbürgern lag die Quote im November bei 4 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch 3,7 Prozent betragen hatte. Robert Mayer (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.12.2009, 10:33 Uhr

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