Wirtschaft
Die Gefahren, die an der Börse lauern
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 17.02.2010
Geheimnisvoll: Entwicklungen an der Börse. (Bild: Reuters)
Artikel zum Thema
- Nikkei: Grösster Tagesgewinn seit zwei Monaten
- US-Börsen verbuchen kräftige Gewinne
- Die Angst vor einer Korrektur
Stichworte
Seit Jahresbeginn hat die Schweizer Börse ein dramatisches Wechselbad hinter sich. Am 19. Januar erreichte der Leitindex SMI einen seit Herbst 2008 nicht mehr gehabten Höchststand von 6'639 Punkten, bis zum 5. Februar fiel er darauf um beinahe 6 Prozent auf 6'264 Punkte ab, um bis heute wieder um fast 5 Prozent auf 6559 Punkte zu steigen. Wenn auch weniger ausgeprägt, zeigte sich dasselbe Muster auch an anderen Weltbörsen.
Anleger stellen sich jetzt die bange Frage, ob die Korrektur nach unten das endgültige Ende der letztjährigen Rallye eingeleitet hat und die Aufwärtsentwicklung nur ein Strohfeuer ist, oder ob umgekehrt der Einbruch nur ein Zwischenhalt in einem anhaltenden Aufwärtstrend darstellt. Die Antwort hängt davon ab, was die Treiber der jeweiligen Kursentwicklung waren.
Analysten erklären sich den Absturz bis zum 5. Februar mit dem wieder aufgeflackerten Risikobewusstsein auf allen Märkten: Das hat sich nicht nur an tieferen Börsenkursen gezeigt, sondern ebenso an der Erstarkung des Dollars und des Frankens. Beide gelten als sicherer Hafen.
Jan Poser, Chefökonom der Bank Sarasin, nennt drei Gründe, die zu dieser verstärkten Risikoaversion geführt haben: Die Angst um einen Staatsbankrott in Griechenland und ähnlichen Staaten, die konjunkturellen Bremsmanöver der chinesischen Zentralbank und die Ankündigung von schärferen Regulierungen und Sondersteuern für die Banken durch die Obama-Administration in den USA.
Panik als Kaufsignal
Die Reaktion der Märkte war laut Poser allerdings übertrieben: «Bis zum 5. Februar ging die Sorge in eine eigentliche Panik über». Diese bot die Grundlage für den Auftrieb der Kurse danach. Wenn ein übertriebener Pessimismus bereits in den Kursen enthalten ist, geben die Optimisten den Ton an. Das wird laut Poser wahrscheinlich noch anhalten: «Wir werden wohl noch einmal Höchststände wie im Januar sehen», ist der Sarasin-Chefökonom überzeugt.
Das Auf- und Ab an der Börse in den letzten Wochen wird vor allem durch Stimmungen getrieben. Das verweist auf eine steigende Nervosität und lässt sich auch aus den höheren, sogenannten impliziten Volatilitäten lesen. Sie werden aus den Optionspreisen berechnet und zeigen an, dass an den Märkten wieder mit stärkeren Ausschlägen gerechnet wird.
Schwäche ab dem zweiten Quartal
«Die grundlegenden Stimmungsindikatoren aus der Realwirtschaft zeigen nichts Negatives an,» sagt Jan Poser. Sie sprechen für eine fortgesetzte Erholung. Dasselbe lässt sich generell von den Abschlüssen sagen, die die Unternehmen in dieser Berichtssaison vorgelegt haben. Dass einige Unternehmen an der Börse trotzdem unter die Räder gekommen sind, lag laut Poser zum Teil an übertriebenen Erwartungen.
Vor solchen warnt der Sarasin-Chefökonom auch im Hinblick auf die Börsenentwicklung für das gesamte Jahr. Selbst wenn er vorläufig mit einem weiteren Aufwärtstrend rechnet, geht er für 2010 nicht von einem ruhigen Börsenverlauf aus. «Je weiter das Jahr fortschreitet, desto stärker steigen die Risiken», sagt er. Eine anhaltende Börsenschwäche ab dem zweiten Quartal hält Poser für wahrscheinlich. Grund dafür sind abgeschwächte Wachstumsraten auch als Folge der auslaufenden Stützungsmassnahmen für die Realwirtschaft durch die Zentralbanken und die Regierungen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.02.2010, 14:19 Uhr
Wirtschaft
Umfrage
Gesetzt den Fall, Geld spielt für Sie eine untergeordnete Rolle. Würden Sie in Andermatt eine Ferienwohnung kaufen?

