Wirtschaft

Ein Autopilot fürs Haushaltsbudget

Von Erich Solenthaler. Aktualisiert am 11.01.2010 6 Kommentare

Die Budget-Vorlage ermöglicht die monatliche Übersicht über Einnahmen und Ausgaben. So können Abweichungen rasch korrigiert werden. Damit Sie Ihr nächstes Budgetziel einfach und sicher erreichen.

Schon in den 30er-Jahren wollte man den Umgang mit Geld möglichst einfach gestalten.

Schon in den 30er-Jahren wollte man den Umgang mit Geld möglichst einfach gestalten. (Bild: Keystone)

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Unser Weg: Der Weg zum eigenen Budget

Keine Angst: Ein Budget zu erstellen, braucht nicht kompliziert zu sein. Die «Tages-Anzeiger»-Vorlage setzt keine besonderen Kenntnisse voraus. Sie brauchen lediglich Ihre Angaben in ein Excel-Blatt einzugeben. Eigene Berechnungen anzustellen, ist nicht nötig, Sie werden alle automatisch erledigt. So können sie sich ganz darauf konzentrieren, die Einnahmen und wichtigsten Ausgaben im kommenden Jahr zu schätzen und monatlich zu aktualisieren. Unser Budget-Modell gibt Ihnen danach an, wie viel Sie ausgeben dürfen. Es enthält alle nötigen Hilfestellungen und Erklärungen. Die Budget-Vorlage erhalten Sie gratis, indem Sie uns eine E-Mail senden. Damit sie automatisch beantwortet wird, muss die E-Mail in der Betreffzeile den Code gk8t enthalten. Anschliessend trifft das Budget-Formularin wenigen Sekunden bei Ihnen ein. (es)

Bestellen Sie hier

Jetzt liegen sie wieder auf dem Tisch, die Kontoauszüge des vergangenen Jahres. Da zieht wohl jeder Bilanz: Wurde zu viel ausgegeben? Oder zu viel gespart? Oft ist es nur Zufall, wenn der Saldo am Jahresende das richtige Vorzeichen trägt. Die Probleme beginnen schon bei der Übersicht: Zahlungen laufen über die Kreditkarte, Rechnungen werden übers Konto, andere Ausgaben bar beglichen. Einige Verpflichtungen fallen monatlich an, andere sind einmalig. Und unerwartete Abweichungen und Ereignisse machen oft eine Neuorientierung nötig. Wer kennt es nicht, das Hin und Her im Haushaltsbudget?

Selbstgesteckte Ziele

Detaillierte Aufstellungen über Ausgaben und Einnahmen sind nicht nur zeitaufwendig, sondern erweisen sich als wenig flexibel. Zudem benötigen herkömmliche Budgets nervtötende Nachkontrollen, denn ohne diese weiss man gar nicht, wo man steht.

Deshalb offeriert der «Tages-Anzeiger» seinen Lesern eine einfache, aber ausreichende Budgetvorlage, die sich während des Jahres laufend den Entwicklungen anpasst. Ähnlich wie ein Autopilot, richtet es sich dabei ganz nach den selbst gesteckten Zielen.

Eine Voraussetzung muss zuerst erfüllt sein: Alle den Haushalt betreffenden Ausgaben und Einnahmen sollten über ein einziges Konto laufen. Der Kontostand sollte am Ende jedes Monats bekannt sein. Für den übrigen Geldverkehr ist ein gesondertes Wertschriften- oder Sparkonto einzurichten. Selbstständig Erwerbenden ist zu empfehlen, das Geschäft vom Privaten zu trennen.

Die eigenen Ziele definieren

Um ein Budget zu erstellen, bestellen Sie die Gratis-Vorlage am besten gleich jetzt (siehe Box «Unser Service»). Danach füllen Sie die Vorlage gleichzeitig mit der Lektüre dieses Artikels aus.

Zunächst gilt es, zwei Jahresziele festzulegen:

  • «Ziel Haushaltkonto»: Das sind liquide Mittel, die immer vorhanden sein sollten, um Engpässe zu vermeiden. Pro Person im Haushalt sind 3000 bis 5000 Franken einzusetzen, je nach dem, wie stabil Einnahmen und Ausgaben anfallen.

  • «Sparziel ganzes Jahr»: Gemeint ist der Betrag, der bis Ende Jahr auf die Seite gelegt werden soll. Wie viel das sein sollte, ergibt sich idealerweise aus einer langfristigen Finanzplanung.

Nur grosse Positionen erfassen

Zu Beginn des Jahres benötigt das Budget am meisten Aufmerksamkeit. Aber im Unterschied zu einem klassischen Budget hält sich der Aufwand in Grenzen, weil es nur die grossen und wichtigen Positionen zu erfassen gilt. So bleibt alles übersichtlich, und der zeitliche Aufwand wird nicht übermässig gross.

  • Einkommen: Die monatlichen Einnahmen für alle Partner, die den Haushalt finanzieren. Sind die Einnahmen nicht genau bekannt, sollten vorsichtige, aber realistische Annahmen getroffen werden. Wer vom Ersparten lebt, trägt die voraussichtlichen Kapitalbezüge als «Andere Einnahmen» ein.

  • Wiederkehrende Ausgaben: Hier sind beispielsweise die monatlichen Ausgaben für Haushalt, Miete, Krankenkassen, Verkehr oder das Taschengeld der Kinder einzutragen.

  • Einmalige Ausgaben und Anschaffungen: Hierher gehören Steuern, Ferien, die neue Stereo-Anlage oder der schnellere Computer. Je nach den finanziellen Verhältnissen benötigen sehr grosse Ausgaben eine Ansparphase, die sich sogar über mehrere Jahre hinziehen kann.

Monatliche Anpassungen

Beim besten Budget kommt es während des Jahres zu Abweichungen, neuen Projekten und Rückschlägen. Deshalb muss das Budget monatlich oder mindestens vierteljährlich nachgeführt werden. Lag zum Beispiel Anfang Jahr nur eine Schätzung für die Steuern vor, so wird man den Betrag präzisieren, sobald die Veranlagung der Behörden eingetroffen ist. Durch Überschreiben können Angaben in der Vorlage einfach korrigiert werden. Auch neue Positionen aufzunehmen oder alte zu löschen stellt kein Problem dar. Hat man erst mal etwas Routine gesammelt, dauern Änderungen nur noch wenige Minuten.

Erst diese Anpassungen machen das starre Budget zum flexiblen Autopiloten. Die neue Flugrichtung schlägt sich in der Position «Variable Ausgaben pro Monat» nieder. Sie umfassen all die vielen kleineren Aufwendungen, die bisher nicht budgetiert wurden: Kinobesuche, Ausflüge, Geschenke, Essen im Restaurant und all die spontanen Einkäufe. Die variablen Ausgaben sind die Manövriermasse für den kommenden Monat. Wie viel erlaubt ist, berechnet der Computer so, dass alle anderen budgetierten Vorgaben eingehalten werden können.

Entscheidend sind die Veränderungen der variablen Ausgaben im Vergleich zum Vormonat: Wenn hier eine sinkende Tendenz festgestellt werden muss, lebt man über seine Verhältnisse. Auf die Länge darf dies nicht toleriert werden, sonst stehen die Jahresziele auf dem Spiel. In diesem Fall werden Sparmassnahmen nötig.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, enthält das Budget-Tool des «Tages-Anzeigers» zwei Sicherungen:

  • Die Warnung: «Fixkosten kürzen!» erscheint, wenn die Fixkosten mehr als 80 Prozent des Einkommens auffressen. Dann wirds eng für allfällige Sparmassnahmen, und für Unvorhergesehenes hats zu wenig Manövriermasse.

  • Ausgabenbremse: Sie reduziert die variablen Ausgaben, so dass eine Reserve entsteht, die vor allem zu Beginn des Jahres, wenn noch Zeit zum Sparen vorhanden ist, wirksam ist. Sie kann individuell in fünf Stufen eingestellt werden, wobei 1 eine geringe, 5 die stärkste Wirkung entfaltet. Stufe 2 dürfte in den meisten Fällen ausreichen.

Auf Sparkurs schwenken

Um kleinere Budgetüberschreitungen zu korrigieren, reicht es oft, den Konsum konsequent auf preiswerte Angebote zu beschränken. Die zweite Sparstufe bringt Verzichte mit sich: Dann muss ein Kino- oder Theaterbesuch auf bessere Zeiten verschoben werden; das Sandwich zu Mittag den Lunch im Restaurant ersetzen.

Wenn das Budget dennoch mehrere Monate angespannt bleibt, ist der Rotstift bei den Anschaffungen anzusetzen. Statt eines neuen Autos tut es oft auch eine günstigere Occasion. Ist eine Anschaffung schon dieses Jahr nötig, die Wohnung zu gross und teuer? Kommt ein 1.-Klass-Generalabo nicht einem Luxus gleich? Wäre es nicht günstiger, Ratenzahlungen oder einen Leasingvertrag mit einer Einmalzahlung auszulösen? Eventuell sind auch die Sparziele zu hoch angesetzt.

Lohnender Aufwand

Einen finanziell strapazierten Haushalt in Ordnung zu bringen, benötigt Zeit und oft viele kleine, individuelle Massnahmen. Deren Umsetzung setzt Selbstdisziplin und Geduld voraus; man sollte sich dabei nicht überfordern, denn sein Konsumverhalten zu ändern, ist nicht einfach.

Aber es lohnt sich: Hat man die Finanzen einmal im Griff, erlaubt einem das Budget, die variablen Ausgaben von Monat zu Monat zu steigern. Das kann richtig süchtig machen. Und am Schluss des Jahres seine Ziele zu erreichen – das garantiert ein Erfolgserlebnis.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.01.2010, 06:29 Uhr

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6 Kommentare

Theo Fries

11.01.2010, 07:55 Uhr
Melden

Und da hätte ich auch noch einen Tipp. Bevor man "fremde" Rechnungen bezahlt, bezahle ich meine eigene, an mich gestellte Rechnung. Z.b. 10 % (mehr oder weniger) gehen per Dauerauftrag auf ein Sparkonto. Und erst jetzt das Budget aufstellen! So viele Daueraufträge als möglich machen (Steueramt, Krankenkasse, Swisscom, Bilag, Miete, Kleider, Ferien, Arztkosten, Essen, Diverses, Sparbetrag.........) Antworten


Martin Bürgin

11.01.2010, 09:50 Uhr
Melden

Wozu soll das Ganze eigentlich gut sein? Kann es die Lebensaufgabe sein, das ganze Leben lang dem Geld nachzurennen? Leben wir nur um Geld zu verdienen, welche wir dem Staat, den Versicherungen, Krankenkassen, Banken und all den Institutionen, die notwendig sind (ÖV, Migros, Coop, Restaurants etc) abzuliefern? Wo bleibt der grüne Zweig, wenn alle Einnahmen für Schaffen, Wohnen und Essen verpuffen? Antworten



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