Wirtschaft
Ein einziger 3a-Fonds mit schwarzen Zahlen
Von Erich Solenthaler. Aktualisiert am 22.12.2008
Wer für seine private Vorsorge in Fonds der Säule 3a investiert ist, musste dieses Jahr hohe Buchverluste wegstecken. Das Vorsorge- und Freizügigkeitskapital aller Fonds ist auf 13,2 Milliarden Franken geschmolzen, wie aus einer Statistik der KGAST (Konferenz der Geschäftsführer der Anlagestiftungen) abgeleitet werden kann. Trotzdem spart die Schweizer Bevölkerung weiter. Den 3a-Fonds sind in den 12 Monaten bis September 2008 netto rund 390 Millionen Franken zugeflossen.
Als einziger Fonds erzielte der Mixta- BVG Basic der Credit Suisse ein positives Resultat (3,9 Prozent). Es ist eines von zwei 3a-Instrumenten, die nicht in Aktien, sondern in Obligationen, Hypotheken (30 Prozent) und Immobilien (40 Prozent) investiert. Diese Kategorien sind denn auch für das Plus im Ergebnis verantwortlich.
Die übrigen 29 Fonds verzeichneten durchs Band Wertverluste. Die grössten Einbussen erlitten die UBS-Produkte Vitainvest 40 und Vitainvest 50. Aber auch mit den gemässigteren Anlagevehikeln bewies die Grossbank wenig Geschick, da sie allesamt 2 und 3 Prozentpunkte hinter den vergleichbaren Konkurrenzprodukten liegen. Das ist ein Rückstand, der schwer aufzuholen ist.
Angesichts der mageren Leistung erstaunt es wenig, dass die UBS als einzige Bank in den 3a- und Freizügigkeitsfonds einen Abfluss von Kundengeldern hinnehmen musste.
Schwieriges Obligationen-Jahr
Bei allen Strategien und Anbietern hatte die Aktienquote den grössten Einfluss auf das Resultat. Für einmal war aber auch das Obligationen-Management anspruchsvoll und sorgte unter den konservativen Instrumenten für grosse Performance-Unterschiede. 3a-Fonds dürfen wegen des Emittenten-Risikos nämlich nur einen beschränkten Anteil Bundesobligationen halten und müssen deshalb mehr als sie wünschen auf Unternehmensanleihen ausweichen. Dieses Segment durchlebte 2007/08 jedoch ein markttechnisch bedingtes Kursdesaster.
Life-Cycle-Fonds ziehen nicht
Die Leistungsunterschiede, die sich im letzten Jahr offenbarten, scheinen Tradition zu haben. Das zeigt ein Vergleich. Er stützt sich auf die 3- und 10-Jahre-Renditen der Fonds und ist darauf ausgerichtet, Anbieter mit einer breiten und soliden Fonds-Palette herauszufiltern (siehe Tabelle). Wie schon in früheren Auswertungen kommt die Credit Suisse mit 11 Punkten auf das beste Resultat. Fast jedes ihrer 3a-Produkte ist mittel- und langfristig solide aufgestellt.
Den zweiten Rang holte sich wiederum Swisscanto, deren Fonds von den Kantonalbanken und der Bank Coop vertrieben werden. Die Stärke von Swisscanto liegt im reichhaltigen Angebot. Ihr Fonds BVG-Oeko-3 ist das kommerziell erfolgreichste Produkt der dritten Säule. Ihm sind 250 Millionen Franken zugeflossen, wie der TA schätzt. Kein Renner sind Life-Cycle-Fonds, deren Vermögensaufteilung automatisch umso konservativer wird, je näher die definierte Bezugsfrist rückt.
Wie Swisscanto führt auch Sarasin nachhaltige Fonds. Wer sich mit den herkömmlichen Fonds begnügt, findet auch bei der Bâloise gute Fonds.
Für Einzahlungen, die steuerlich 2008 angerechnet werden sollen, schliessen die meisten Banken an Weihnachten die Türen. Personen, die einer Pensionskasse angehören, dürfen 6365 Franken einzahlen. Nächstes Jahr beträgt die Limite 6566 Franken. Selbstständig Erwerbende ohne Pensionskasse können 31'824 beziehungsweise 32'832 Franken überweisen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 22.12.2008, 11:07 Uhr
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