Wirtschaft
Gate Gourmet: Ex-Chefin in Haft
25 Millionen Franken abgezweigt: Nachdem die Unterschlagung bekannt wurde, nahm sich der Mann von Amanda Jacobsen das Leben. (Bild: PD)
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«Ja, ich habe das Geld gestohlen», erklärte die frühere Nordeuropa-Chefin des Flugmahlzeitenherstellers Gate Gourmet, Amanda Jacobsen, gestern Abend dem Haftrichter in Kopenhagen. Dieser versetzte die Millionenschwindlerin in Untersuchungshaft bis zum 5. April. Die fast unglaubliche und tragische Geschichte der im Iran geborenen dänischen Spitzenmanagerin steht damit überraschend schnell vor einer Klärung: Seit 2008 hatte Jacobsen als Chefin über 3500 Mitarbeitende dem Unternehmen mehr als 25 Millionen Franken entzogen. Damit leistete sie sich ein Leben in Saus und Braus mit Villen in Zürich und Kopenhagen und einem ansehnlichen Wagenpark. Laut Jacobsen hätte die Firma den Schwindel jedoch «jederzeit entdecken können», «denn ich ging einfach auf die Bank und transferierte Millionenbeträge vom Firmenkonto auf mein privates Konto», erklärte sie dem Haftrichter in der dänischen Hauptstadt.
Familientragödie
Nach der Enthüllung habe das Unternehmen – so Jacobsen – sie gezwungen, ein Abkommen über die Rückzahlung des gesamten Betrages zu unterzeichnen, und begonnen, ihren gesamten Besitz zu übernehmen. «Bis auf die Spielsachen meiner Buben haben sie mir alles weggenommen», sagte Jacobsen, deren älterer Sohn gestern zehn Jahre alt wurde. Auf die Kinder der Ex-Gate-Gourmet-Chefin kommen schwere Zeiten zu: Nicht nur dürfte die Mutter für viele Jahre im Gefängnis landen. Nach Bekanntwerden des Schwindels nahm sich nämlich der Vater, Jacobsens Ehemann, Ende Februar das Leben. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 10.03.2011, 08:12 Uhr



