Hypozinsen: Selbst 1 Prozent ist möglich
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 27.10.2009 11 Kommentare
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Die Hypozinsen werden sich von ihren Tiefständen nicht so bald entfernen. Das wird frühestens gegen Ende 2010 geschehen, wenn die Nationalbank gemäss den Erwartungen von Ökonomen den Leitzins (Libor) anhebt. Denn wenn die Banken für das Geld mehr bezahlen müssen, verlangen sie auch mehr von ihren Kunden.
Laut Lorenz Heim, Hypothekenexperte beim Vermögenszentrum (VZ) werden heute in der Schweiz die meisten Hypotheken über eine Laufzeit von 5 Jahren fix abgeschlossen. Der Zinssatz dafür liegt bei etwa 2,5 Prozent. Variable Hypotheken sind momentan prohibitiv teuer – sie kosten zwischen 2,5 und 3 Prozent. Laut Heim nimmt daher ihr Bestand laufend ab.
Die günstigste Variante ist kaum vertreten
2,5 Prozent für eine fünfjährige Fixhypothek ist historisch gesehen zwar günstig, doch die Hausbesitzer könnten noch bessere Abschlüsse erzielen: Indem sie eine weit kürzere Laufzeit wählen. Dafür bieten sich so genannte Geldmarkthypotheken an, die einen fixen Zins für drei Monate garantieren. Diese Frist geht darauf zurück, dass der Zinssatz sich hier am Dreimonats-Libor orientiert, dem Leitzins der Nationalbank. Aktuell liegt der aufs Jahr berechnete Geldmarkt-Hypozins je nach Bank bei bloss 1 bis 1,25 Prozent. Dieser Hypothekarvertrag wird in der Regel je nach Bank auf drei bis fünf Jahre abgeschlossen.
Trotz den sehr attraktiven Konditionen – der Zinssatz ist nur halb so hoch wie jener der Fünfjahreshypothek – sind Geldmarkthypotheken allerdings kaum verbreitet. Laut Lorenz Heim machen sie weniger als 10 Prozent am ganzen Hypothekenmarkt aus. Der Experte des Vermögenszentrums erklärt sich das damit, dass die Banken viel lieber die fünfjährigen Hypotheken verkaufen, da sie damit eine weit höhere Rendite erwirtschaften. Der Zinssatz für Spargelder, den die Banken bezahlen, beläuft sich zumeist auf 0,5 Prozent.
Kaufen ist günstiger als Mieten
Keine Kompromisse gehen die Banken bei der Belehnung ein. Extrem tiefe Zinsen und Belehnungen von bis zu 100 Prozent des Immobilienwertes haben in den USA die Immobilienpreise in stratosphärische Höhen gejagt. Das Platzen dieser Preisblase lag am Ursprung der aktuellen Weltwirtschaftskrise. Auch die Schweiz hat zu Beginn der 90er Jahre schmerzliche Erfahrungen mit einer geplatzten Immobilienblase gemacht, die auf eine unverantwortliche Belehnungspraxis der Banken zurückging. «Heute liegt die Belehnung der Hypotheken bei den meisten Immobilien bei unter 65 Prozent», sagt Lorenz Heim, «maximal finden sich Belehnungen von 80 Prozent».
Die tiefen Sätze haben laut Lorenz Heim zur Folge, dass es sich in vielen Fällen eher lohnt, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen, statt zu mieten. Er zeigt das anhand einer Modellrechnung auf. Für eine Wohnung mit einem Kaufpreis von 900'000 Franken bezahlt man bei einer Belehnung zu 80 Prozent und einem Satz von 1 Prozent (bei einer Geldmarkthypothek) 7200 Franken pro Jahr, das sind 600 Franken pro Monat. Die Miete für eine Wohnung mit diesem Wert kann sich dagegen gut auf 4000 Franken pro Monat belaufen. Diese Rechnung bezieht sich auf die aktuellen Sätze, langfristig muss wieder mit höheren Zinskosten gerechnet werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Erstellt: 27.10.2009, 08:05 Uhr
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11 KOMMENTARE
Ich spare zur Zeit lieber und investiere in harte Werte. Wenn es den Spekulierern irgendwann unweigerlich dreckig geht und sie subito verkaufen müssen, dann bin ich dann gierig und bestimme den Preis... die Zinsen sind nämlich so extrem tief, weil die Banken viel zu wenig liquid sind, bzw. verschuldet, bzw. ihre Vermögenswerte wegen vertuschter Inflation massiv überbewertet sind.
Bin ich konservativ, wenn ich anno 2005 auf 10 Jahre fest für 3% abgeschlossen habe? Ich hab einfach keine Lust, jedenTag zwischen Börsenkursen und LIBOR-Prognosen hin- und herzuwälzen um dann alle 3 Monate die Hypo neu zu gestalten. Einmal für 10 Jahre budgetieren reicht völlig.
In BRD brauchen Banken Liquidität. Lonestar kauft Banken Hypotheken für 1/3 ab und verlangt sofortige Rückzahlung der Schulden, dann werden Objekte verkauft. Kommt auch bei uns. Die Hyperinflation kommt, gemäss Dr. Doom Marc Faber sind auch in CH Zinsen bis 25 % möglich. So werde ich auf dem Höhepunkt des Crashes billig Liegenschaften mit Edelmetall einkaufen.
hatt schon jemand beobachtet wie die Immobilien Kaufpreise in kürzerster Zeit in die höhe gestiegen sind ? also , bitte vorsicht mit den tiefen zinsen und zu grosse Hypotheken. denn wenn der Zins wieder steigt geht oft die rechnung nicht mehr auf.
Leider wird die schöne Rechnung ohne den Wirt, den Fiskus, gemacht. Dieser kassiert mittels Eigenmietwert kräftig mit. Bei tiefen Zinsen generiert ein Eigenheim bald einmal erkleckliches Zusatzeinkommen und -vermögen, die zwar fiktiv, aber dennoch zu versteuern sind. Das Problem sind oft nicht Hypozins- und Unterhaltskosten, sondern der Zugriff des Staats.
Eine Geldmarkthypothek ist aktuell und bei sinkenden Zinsen wohl attraktiv, bei steigenden Zinsen birgt sie jedoch auch Gefahren. Oft verpasst man den richtigen Moment, um in eine Festhypothek zu wechseln, bevor die Zinsen anziehen. Sich nach dem Fiasko der Finanzkrise alleine auf die Erwartungen von Ökonomen zu stützen, zeigt, wie vergesslich der Mensch doch ist.
Ja wenn nur der Zins wäre... Als Faustregel kommt 1% für Unterhalt, Heizung, Wasser etc. und den Erneuerungsfonds dazu. Vergisst man gerne, dass irgendwann repariert werden muss, Geräte kaputtgehen. Macht zusätzlich Fr. 9'000 jährlich oder Fr. 750 monatlich. Und 1% ist auch nicht immer; selbst bei moderaten 4% kostet die Wohnung bald einmal Fr. 3'150 im Monat. Ekligerweise können Zinsen steigen.
Liborhypothek kann ich nur weiterempfehlen. Bei einem Liborsatz unter 0.30 % und einer Marge unter 0.75 % liegt sogar der def.Hypozins unter 1 %. Habe seit Mitte 2008 eine Liborhypothek und von den anfänglich über 3 % bin ich zur Zeit unter 1% angelangt (der Hypozins wird alle 3 Mt neu festgelegt - kann somit auch alle 3 Mt. in eine andere Hypothekenart wechseln). Echt genial bei diesem Zinsniveau
vieleicht wäre das ein günstiger Zeitpunkt, um Mietwohnungen in Eigentumswohnungen zu verwandeln sprich der Mieter hätte die Chance seine seit Jahren abbezahlte Wohnung zu erwerben. Dadurch könnte man auch die sehr niedrige Eigentumsquote erhöhen.
Das Problem mit den tiefen Hypozinsen ist, dass zwar die Schweiz munter mit Häuschen zugepflastert wird, aber in Städten wie Zürich fast nur Wohnungen zum Verkauf stehen, die sich der Mittelstand auch mit Nullzinsen nicht leisten kann.
Tja, wenn man nur das nötige Kapital hätte.. Meine Mutter hätte ihre Wohnung mit all den Mietzinsen, die sie schon bezahlt hat, 2x kaufen können.
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