Wie man mit 3a wirklich sparen kann

Es lohnt sich, mehrere Konti 3a zu äufnen und sich diese in unterschiedlichen Jahren auszahlen zu lassen. Doch rentiert diese Übung?

Wer rechnet, spart Geld. Viel Geld.

Wer rechnet, spart Geld. Viel Geld. Bild: Fotolia

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Liquidiert ein Stadtberner sein Konto 3a im Wert von 100'000 Franken, so verlangt das Steueramt 4781 Franken. Hätte der Stadtberner aber fünf Konti 3a eröffnet und würde zwischen dem 60. und dem 65. Altersjahr je ein Konto à 20'000 Franken auflösen, käme ihn die gesamte Steuer­belastung auf 2990 Franken zu stehen. Ersparnis: 1791 Franken.

Das Vorsorgeguthaben kann man frühestens fünf Jahre vor dem ordentlichen AHV-Alter beziehen. Alles oder nichts lautet die Devise, denn man kann das Geld nicht gestaffelt beziehen. Anders verhält es sich, wenn man das Geld für die Abzahlung der Hypothek vorzeitig bezieht. Da sind Teilbezüge erlaubt. Freilich nur alle fünf Jahre.

Der grössere Teil dem Kanton

Wenn es ein Eigenheimbesitzer verpasst hat, mehrere Konti 3a zu äufnen, bietet sich ihm somit die Möglichkeit, einen Teil seines 3a-Guthabens zwecks Amortisation seiner Hypothek vorzeitig und den Rest dann bei der Pensionierung zu beziehen. Wobei sich ­diese Lösung nur bei höheren Beträgen steuerlich lohnen dürfte.

Die Steuersätze sind nicht nur progressiv, sie sind auch von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Die Unterschiede zwischen den Gemeinden sind nicht allzu gross. Rund zwei Drittel der Sondersteuer gehen an den Kanton.

Schliesslich sind auch der Zivilstand und die Religion relevant. Die nebenstehende Tabelle bezieht sich auf konfessionslose Ledige oder Geschiedene. Wäre der eingangs genannte Stadtberner verheiratet, so käme ihn die Steuerbelastung bei einem Bezug von 100 000 Franken auf 3926 Franken zu stehen – 855 Franken weniger als für Ledige. So viel zum Thema Heiratsstrafe.

Auch Kirchen profitieren

Auch Kirchen verdienen mit. Für römisch-katholische Berner beträgt die Kirchensteuer 189 und für reformierte 168 Franken. Dies wie immer bei einem Bezug von 100'000 Franken.

Die gleiche Steuer wird auch beim Bezug des Pensionskassenkapitals erhoben. Wer dieses gleichzeitig mit dem Ersparten auf dem Konto 3a bezieht, gerät in eine höhere Progression und tut immerhin der Finanzdirektorin einen Gefallen.

Was man sonst noch zur Säule 3a wissen muss: Einzahlungen in die Säule 3a lassen sich vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Für Angestellte mit einer Pensionskasse beträgt der maximale Betrag derzeit 6768 Franken pro Jahr. Selbstständige und Arbeitnehmer ohne Pensionskasse können bis 20 Prozent des Reineinkommens abziehen, maximal 33 840 Franken pro Jahr. Das Geld ist bis fünf Jahre vor dem AHV-Alter gebunden. In gewissen Fällen kann das Gut­haben auch vorzeitig bezogen werden:

  • Finanzierung von selbst bewohntem Eigentum;

  • Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit;

  • Verlegung des Domizils ins Ausland.
(Berner Zeitung)

(Erstellt: 08.03.2016, 13:50 Uhr)

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