Irans Erfolg treibt arabische Börsen ins Minus

Die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran lässt die Börsen in Saudiarabien, Katar und den Emiraten abstürzen. Sie befürchten neue Konkurrenz im Ölgeschäft.

Der Iran gehört zu den grössten Öl- und Gasförderern weltweit: Gasfeld am persischen Golf (19. November 2015).

Der Iran gehört zu den grössten Öl- und Gasförderern weltweit: Gasfeld am persischen Golf (19. November 2015). Bild: Reuters

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Irans Präsident Hassan Rohani hat die Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen sein Land begrüsst. Damit sei ein «neues Kapitel» in den Beziehungen zwischen dem Iran und Weltgemeinschaft aufgeschlagen worden. In der Geschichte des Iran sei eine «goldene Seite» aufgeschlagen worden. Für die iranische Wirtschaft sei das Abkommen zur Beendigung des Atomstreits ein Wendepunkt.

Dies scheint den Anlegern an den arabischen Börsen Sorgen zu bereiten. Die saudische Börse eröffnete 5,5 Prozent im Minus, Katar und Dubai verlieren 6 Prozent, Abu Dhabi 4,5 Prozent und Kuwait 2,3 Prozent. Insbesondere der tiefe Ölpreis und die Aussicht auf eine volle Rückkehr Irans an den Weltmarkt treiben die Aktien ins Minus.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte dem Iran am Samstagabend bescheinigt, seine Verpflichtungen aus dem im Juli geschlossenen Atomabkommen einzuhalten. Die EU und die USA hoben ihre Sanktionen gegen Teheran daraufhin auf. Am Sonntag wird IAEA-Generalsekretär Yukiya Amano in Teheran erwartet.

Auch die Schweiz hebt Sanktionen auf

Die Schweiz folgt der internationalen Staatengemeinschaft und hebt nach acht Jahren ihre Sanktionen gegen den Iran auf. Die entsprechende Verordnung werde aufgehoben, hiess es am Sonntag von Seiten der Bundeskanzlei.

Die Schweiz hatte im Februar 2007 Sanktionen gegen den Iran verhängt, gestützt auf den Beschluss des UNO-Sicherheitsrats vom Dezember 2006. Die Strafmassnahmen gegen Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen umfassten unter anderem Konten- und Einreisesperren sowie Verbote oder Einschränkungen von Handel und Geschäftsbeziehungen (hvw/sda/afp)

(Erstellt: 17.01.2016, 09:20 Uhr)

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