Liotard-Vogt zeigt sich in Zürich

Der Glamour-Unternehmer und vermögende Erbe, der mit Betreibungen von sich reden machte, behält bis auf weiteres sein Domizil in der Karibik.

Jung-Unternehmer mit Glamour-Faktor: Patrick Liotard-Vogt besucht das Zurich Film Festival. (23. September 2010)

Jung-Unternehmer mit Glamour-Faktor: Patrick Liotard-Vogt besucht das Zurich Film Festival. (23. September 2010) Bild: 13photo/Gian Marco Castelberg

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In einem Monat wird Patrick Liotard-Vogt 30 Jahre alt. Wo er seinen Geburtstag feiern wird, dürfte die Welt via Liotards Facebook erfahren. Dort gibt der Internet-Unternehmer mit hohem Glamour-Faktor regelmässig bekannt, wo er sich gerade befindet. «New York!» heisst es dann beim Mann mit der roten Mähne und dem wilden Bart oder «Kittitian sunset, I missed you». Dort, in den Weiten der Karibik, liegt Liotards neues Zuhause, nachdem er sich letzten Herbst in der Schweiz offiziell mit Ziel St. Kitts, einer kleinen Insel östlich von der Dominikanischen Insel, abgemeldet hatte.

Seither sorgte Liotard-Vogt für Schlagzeilen. Er hatte über vier Millionen Franken Betreibungen am Hals, was den Verdacht aufkommen liess, dass er aus Stäfa am Zürichsee, wo er in seinem Elternhaus residierte, nach St. Kitts in Übersee flüchtete. Inzwischen hat sich Liotard mit seinen Gläubigern geeinigt. Kaum waren die Altlasten bereinigt, kreuzte der grossgewachsene Mann mit der nonchalanten Haltung und den vielen Bewunderern wieder in der alten Heimat auf.

Grossprojekt in der Karibik

Die letzten Wochen weilte Liotard in Zürich und liess sich bei Auftritten in bekannten Restaurants im trendigen Seefeldquartier nichts anmerken von Schwierigkeiten im Business. Er sei «von Zeit zu Zeit in der Schweiz, und zwar aus privaten und geschäftlichen Gründen», sagte er gestern in einem Telefongespräch. Nun fliege er zurück in die Karibik.

Eigentlich, so Liotard, der sein Vermögen mit Nestlé-Aktien seiner Familie gemacht hatte, lebe er immer noch gleich wie vor seinem Umzug. «In den letzten sieben Jahren habe ich die Mehrheit meiner Zeit im Ausland verbracht, jedoch lag mein Lebensmittelpunkt in der Schweiz.» Das habe sich erst letzten Sommer verändert, als er ein Grossprojekt auf der Karibikinsel in Angriff genommen habe.

«Eine Oase der Glückseligkeit»

Kittitian Hill heisst Liotards Ferienresort auf St. Kitts, an dem der Unternehmer beteiligt ist. «Die grösste Investition meines Lebens», meinte Liotard letzten September. Die Nachricht vom 600-Millionen-Dollar-Investment schaffte es auf «Focus online». Für Liotard wurde die Berichterstattung zum Werbespot für sein Projekt im Inselparadies. «Ich sehe mich als eine Art Lifestyle-Advokat, der einer ganz besonders anspruchsvollen Klientel Entspannung auf höchstem Niveau bietet», zitierte ihn «Focus online». «Ich möchte», meinte Liotard in einem Anflug von Poesie, «eine Oase der Glückseligkeit schaffen, in der sich die wohlfühlen, die schon alles gesehen haben.»

Das Projekt schreite wie geplant voran, meinte Liotard am Telefon. Es werde «im Dezember 2014 mit dem ersten 5-Stern-Hotel» aufgehen. Wegen der Bedeutung von Kittitian Hill bedürfe es seiner vollen Aufmerksamkeit, führte er an.

Zurück zu den Wurzeln

Zugeknöpft gibt sich Liotard bei seinem zweiten Engagement, der Social-Media-Plattform A Small World (ASW). Diese wollte einst ein Facebook für Junge, Schöne und Reiche werden. Liotard musste ASW rasch sanieren, nachdem er die Firma einem Hollywood-Mogul abgekauft hatte. ASW hatte sich von einem exklusiven Club, dem man nur per Einladung beitreten konnte, in ein Jekami mit gegen einer Million Mitglieder gewandelt.

Liotard wollte zurück zu den Wurzeln und verkleinerte die Mitgliederzahl auf rund 200'000. Auf die Frage, ob ASW, an der er 80 Prozent besitzt, nun Gewinn schreiben würde, meinte Liotard ausweichend, er sei mit dem Verlauf des Geschäftsganges zufrieden und werde langfristig beteiligt bleiben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 08.05.2014, 14:49 Uhr)

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