Wirtschaft

Multitasking klingt gut – aber bringt leider nichts

Die Männer haben es schon immer gewusst – oder gehofft –, nun bestätigt es die Wissenschaft: Multitasking funktioniert nicht.

Die grosse Illusion: Multitasking geht nach hinten los.

Die grosse Illusion: Multitasking geht nach hinten los.
Bild: Keystone

Frauen sollen es viel besser können als Männer und in der Arbeitswelt galt es lange als unabdingbares Erfolgsrezept: das so genannte Multitasking.

Doch sich gleichzeitig mit mehreren Aufgaben zu beschäftigen, ist kontraproduktiv. Zu diesem Schluss kommen diverse Studien. Und auch Arbeitspsychologen strafen das Prinzip ab, das lange als erfolgversprechend galt.

Ineffizient und fehleranfällig

Das harte, wissenschaftliche Urteil: Wir sitzen dem Irrtum auf, Zeit sparen zu können, indem wir mehrere Dinge auf einmal erledigen. Doch je komplexer die Tätigkeit, desto eher führt Multitasking zu Ineffizienz oder Fehlern. Denn statt die gesamte Aufmerksamkeit einer Aufgabe zu widmen, verteilen wir sie auf ein paar Tätigkeiten. Um die dabei entstehenden Fehler wieder auszubügeln, muss jedoch wertvolle Arbeitszeit investiert werden.

«Wissenschaftliche Studien haben herausgefunden, dass man eine höhere Fehlerquote hat und mehr Zeit benötigt, wenn man verschiedene Aufgaben gleichzeitig statt hintereinander bewältigen möchte», sagt Susanne Roth, Expertin für Arbeitsorganisation gegenüber «Spiegel Online».

Die Folge dieser Ineffizienz: Stress, Überforderung, Unzufriedenheit. Langfristig schade Multitasking gar der Gesundheit, meinen die Wissenschafter.

Besser: eins nach dem anderen

Das ganze Prinzip des Multitasking basiere auf einer falschen Annahme. «Der Mensch kann eigentlich nur eine Sache auf einmal machen», sagt Rainer Wieland, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Uni Wuppertal. Mehr als etwas richtig zu machen, liegt gar nicht drin. Und auch wenn wir meinen, wir würden mehrere Aufgaben zur selben Zeit erledigen – dem ist nicht so. In Tat und Wahrheit wechseln wir nämlich nur sehr schnell zwischen diversen «Tasks».

Die Wissenschafter empfehlen deshalb, besser eins nach dem anderen zu machen. Das garantiert für eine höhere Aufmerksamkeit – und man arbeitet nicht mit halber Kraft an mehreren Fronten. Denn: «Durch ständiges Multitasking lässt die Konzentrationsfähigkeit nach.»

Auch wenn es also manchmal nicht nach der geeigneten Strategie ausschaut, ist Mutters Rat «eins nach dem anderen» am Ende die effizientere Arbeitsmethode. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.01.2009, 15:26 Uhr

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