Wirtschaft

Rating der Management-Cracks:
Wo die klügsten Köpfe dozieren

Von Ralph Pöhner. Aktualisiert am 22.05.2009 13 Kommentare

Eine Studie ermittelt die stärksten Betriebswirtschafts-Forscher im deutschen Sprachraum. Schweizer sind an der Spitze dünn gesät.

Wer macht es gut? 2100 Professoren wurden getestet, die 200 besten kamen in die Ränge.

Wer macht es gut? 2100 Professoren wurden getestet, die 200 besten kamen in die Ränge. (Bild: Keystone)

Links

Artikel zum Thema

BWL-Ranking

Man ist dabei, man ist sogar gut, aber man steht nicht ganz an der Spitze: Das lässt sich aus einer neuen Erhebung über die Betriebswirtschaftslehre in der Schweiz folgern.

Das Thurgauer Wirtschaftsinstitut – ein Ableger der Universität Konstanz – testete für das «Handelsblatt» die Forschungsleistung von 2100 BWL-Dozenten im gesamten deutschen Sprachraum: Wie oft publizieren die Wissenschaftler in internationalen Fachzeitschriften? Wer schafft es in die besten Magazine der Welt? Insgesamt werteten die Autoren dafür 761 Fachpublikationen aus.

Das erste umfassende BWL-Ranking im deutschen Sprachraum zeigt für die Schweiz ein zwiespältiges Bild: Die Stärke scheint vor allem in der Mitte zu liegen. Gemessen am Lebenswerk schaffte es der beste Vertreter einer Schweizer Hochschule auf Rang 10: Es ist ETH-Professor Georg von Krogh. Mit Andreas Herrmann aus St. Gallen und Claudio F. Loderer von der Universität Bern gelangten noch zwei Dozenten einer hiesigen Hochschule unter die Top 25.

Die Stärke liegt in der Mitte

Ähnlich das Bild bei der aktuellen Forschungsleistung; hier wurde gemessen, wer in den letzten fünf Jahren durch prominent platzierte Fachartikel auffiel. Mit Andreas Herrmann, Business-Metrics-Professor in St. Gallen, gelangte ein Schweizer Dozent unter die besten zehn, und auch hier folgten zwei weitere Vertreter unter die Top 25 (Stephan M. Wagner und Georg von Krogh, beide ETH).

Das wirkt auf den ersten Blick mager, allerdings wird es im Mittelfeld deutlich besser: Die Universitäten von Zürich und St. Gallen sowie die ETH konnten ihre Vertreter hier dicht platzieren. Und insgesamt 26 der 200 Dozenten mit dem beeindruckendsten Lebenswerk arbeiten an einer Schweizer Uni; und sogar 36 der 200 Dozenten, die in den letzten Jahren durch gute Forschungsleistungen auffielen, sind hier tätig.

Am erfreulichsten fiel das Ergebnis bei der Generation der Zukunft aus: Gleich drei Dozenten aus Zürich schafften es in die Top-Zehn der auffälligsten Forscher unter 40; es sind dies Felix Kübler (Uni, Rang 2), Stephan M. Wagner (ETH, Rang 3) und Ulrich Kaiser (Uni, Rang 5).

Was tut sich in Basel?

Insgesamt konnte sich die Universität St. Gallen erneut als erste BWL-Adresse in der Schweiz durchsetzen - und als Spitzen-Forschungsanstalt im deutschen Sprachraum. Sie brachte in der Kategorie «aktuelle Forschungsleistung» 20 Dozenten unter die 200 Besten.

Zum Vergleich: Die Uni Zürich ist mit elf Professoren vertreten, die ETH mit vier. Wobei gleich klar wird, wie sehr die anderen Schweizer Universitäten abfallen. Basel zum Beispiel ist lediglich mit dem Finanzmarkt-Theoretiker Heinz Zimmermann (Lebenswerk, Rang 56) präsent.

Zum stärksten BWL-Professor – gemessen am Lebenswerk – wurde der Industrie- und Energieexperte Franz Wirl von der Universität Wien gekürt, gefolgt von den beiden Mannheimer Dozenten Christian Homburg (Marketing) und Martin Weber (Banking). Homburg schaffte es bei der aktuellen Forschungsleistung auf Rang eins, gefolgt vom erst 30-jährigen Ulrich Lichtenthaler, der in Koblenz Innovationsmanagement lehrt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.05.2009, 13:16 Uhr

13

13 Kommentare

Alex Meyer

20.05.2009, 13:51 Uhr
Melden

Die ganzen Fehlentwicklungen der letzten Jahre, (die Auslöser der jetzigen Krise) wurden von den Universitäten mit ihren Theorien noch kräftg unterstützt. Somit wäre ich persönlich nicht sehr stolz, daran besonders aktiv mitgewirkt zu haben. Universitätsprofessoren haben übrigens sich dazu entschieden, sich nicht mehr den Marktkräften zu stellen, die sie predigen. Antworten


Beat Keller

20.05.2009, 13:24 Uhr
Melden

Verstehe ich das richtig? Management ist also eine Wissenschaft. Da kommt aber beim Rating die Lehre nicht gerade gut weg. Wenn z.b. ein Masching mit der gleichen Qualität wie gewisse Manager arbeiten würde - gute Nacht Standort Schweiz. Das permanente Versagen betriebswissenschaftlicher Theorien in der Praxis ist weit und breit unerreicht. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre


Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.