Die Linkedin-Fallen

Beschreiben Sie sich im beruflichen Netzwerk als kreativ und motiviert? Das tun auch zehntausend andere – und bremsen so ihre Karriere.

«Strategischer, motivierter Mitarbeiter mit Führungsqualitäten»: Barack Obama an einer Linkedin-Veranstaltung.

«Strategischer, motivierter Mitarbeiter mit Führungsqualitäten»: Barack Obama an einer Linkedin-Veranstaltung. Bild: Jason Reed/Reuters

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Das Karrierenetzwerk Linkedin hat vor wenigen Tagen eine Rangliste der zehn von seinen Mitgliedern am meisten verwendeten Begriffe zur Selbstbeschreibung veröffentlicht. Sie lässt tief blicken. Jeder glaubt zu wissen, wie er sich im Berufsleben am besten verkauft und welche Begriffe auf dem Arbeitsmarkt die grösste Wirkung erzielen. Doch die Analyse zeigt, dass viele zu abgelutschten Floskeln greifen.

Sie tappen so in eine Falle. Statt aufzufallen, nähern sich die Nutzer an und beschreiben sich in ihren Profilen mit denselben Eigenschaften wie ihre Mitstreiter. Deutschsprachige Linkedin-Nutzer sind nach eigenen Aussagen «strategische, motivierte Mitarbeiter mit Führungsqualitäten». Sogar in einzelnen Berufsgruppen lassen sich Muster erkennen. Laut Linkedin ist fast jeder Marketing-Experte «kreativ» und beinahe jeder Student ist «motiviert».

Und welches sind nun diese häufig verwendeten Begriffe, in welche Falle sind Sie getappt? Die Top Ten für den Selbst-Check:

Nun nicht gleich alles löschen

Linkedin beruhigt. Das sei nichts Schlimmes. «Wer Begriffe aus unserer Buzzword-Liste in seinen Profilen verwendet, muss diese nicht unbedingt löschen», so Alexandra Kolleth, Mitglied der Geschäftsleitung Deutschland, Österreich, Schweiz. Headhunter raten jedoch von austauschbaren Begriffen im eigenen Profil ab. Die Schlagwörter im Profil sollten die persönlichen Stärken und Fähigkeiten ehrlich und exakt umschreiben. Ein möglicher neuer Arbeitgeber soll einen prägnanten Eindruck der Person erhalten. Vor allem sollte das Profil dazu dienen, sich von anderen Personen zu unterscheiden. Wenn alle genau gleich aussehen, läuft etwas falsch.

Das Karrierenetzwerk hat für die Rangliste 400 Millionen Nutzerprofile ausgewertet. Interessant ist dabei, dass sich die internationale Rangliste und diejenige aus dem deutschsprachigen Raum kaum unterscheiden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz schaffen es die Begriffe «Expertenwissen» und «verantwortungsvoll» auf die Hitliste, in die internationalen Top 10 schaffen es die Begriffe «hingebungsvoll» und «umfangreiche Erfahrung». Alle anderen Beschreibungen sind deckungsgleich. Auch das ein Hinweis, dass sich die Kreativität auf dem Portal in Grenzen hält.

Headhunter anlocken und Ersatztelefonbuch

Linkedin und das deutsche Pendant Xing sprechen jeweils eine unterschiedliche Zielgruppe an. Xing gilt mit seinen 15 Millionen Mitgliedern im deutschsprachigen Raum als führend. Linkedin hat weltweit die grössere Bedeutung und zählt rund 400 Millionen Mitglieder. Die Karriereportale werden unterschiedlich genutzt. Einige hoffen darauf, von einem Headhunter gefunden zu werden und den Traumjob angeboten zu bekommen, andere benutzen es als interaktives Telefonbuch und wieder andere machen sich einen Spass daraus, sich mit möglichst prominenten Persönlichkeiten zu verbinden – auch das ist eine Möglichkeit, um aufzufallen.

Eine gute Anleitung für ein besseres Profil findet sich in diesem Blogeintrag. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 22.01.2016, 13:50 Uhr)

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