Ackermann warnt vor Kollaps Irlands

Wenn Irland falle, strauchelten andere Staaten mit, so der Chef der Deutschen Bank. Er ruft dazu auf, den Kollaps «mit allen Mitteln» zu verhindern.

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Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat vor einer Ausweitung der Irland-Krise gewarnt. «Ein Ausbrechen irgend eines Staates an den Märkten würde jetzt zur Ansteckung führen», sagte er am Mittwoch am Rande des EU-Finanzministertreffens. Das gelte es «mit allen Mitteln» zu vermeiden. Ackermann rief die EU auf, «alles zu tun, um jedes Land in Schwierigkeiten aufzufangen». Europa sei «jeden Preis wert».

Die Finanzexperten feilten in Brüssel fieberhaft an Rettungsmassnahmen für Dublin, das wegen seines taumelnden Bankensektors in Schwierigkeiten steckt. An der vorbereiteten Hilfe will sich neben den Euro-Staaten auch London beteiligen. «Grossbritannien ist zur Unterstützung Irlands bereit», sagte der britische Finanzminister David Osborne. Es sei «im nationalen Interesse, dass die irische Wirtschaft erfolgreich ist».

Vertrauen und Stabilität sichern

Der irische Finanzminister hat am Mittwoch Rettungshilfe für sein Land erstmals nicht mehr ausgeschlossen. Die Gespräche würden am Donnerstag in Dublin fortgesetzt, sagte Brian Lenihan in einem Radiointerview mit dem Sender RTE aus Brüssel. Er liess aber offen, ob sein Land Hilfe aus dem Rettungsschild der Eurozone beantragen werde. «Es gibt ernste Marktstörungen, und die bedrohen nicht nur Irland sondern die Eurozone», sagte er in dem Interview. «Deswegen ist es entscheidend, dass wir die Probleme lösen.»

Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, sagte Währungskommissar Olli Rehn am Mittwoch, warnte aber vor einem überstürzten Handeln. Experten aus Brüssel, von Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) würden ihre Gespräche mit Irland intensivieren. Es gehe darum, die nötigen Reorganisationen und Restrukturierungen des Bankensektors vorzubereiten. Damit solle das Vertrauen in die irische Wirtschaft wiederhergestellt und die Finanzstabilität in Europa gesichert werden, sagte Rehn. (oku/dapd)

(Erstellt: 17.11.2010, 13:09 Uhr)

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