Wirtschaft

Alpiq-Chef warnt vor Stromrechnungen von 6000 Franken

Aktualisiert am 27.03.2011 85 Kommentare

Die Schweiz könne nicht auf Atomenergie verzichten, sagt Giovanni Leonardi, Chef des grössten Stromkonzerns der Schweiz. Volkswirtschaftlich sei dies nicht zu verkraften.

Sieht keine Alternative zur Atomenergie: Giovanni Leonardi, CEO von Alpiq.

Sieht keine Alternative zur Atomenergie: Giovanni Leonardi, CEO von Alpiq.
Bild: Keystone

Artikel zum Thema

Stichworte

SwissquoteExklusiver Trading-Partner

[Alt-Text]

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Der Chef des grössten Schweizer Stromkonzerns Alpiq, (ALPH 155.8 -0.26%) Giovanni Leonardi, hält am Bau eines weiteren AKW fest. «Mit neuen KKWs gehen wir sicher vors Volk», sagt er in einem Interview mit der Zeitung «Der Sonntag». Allerdings werde der politische Prozess für neue KKW «nun sicher länger dauern». Doch er sei überzeugt, dass die Kernenergie weiterhin eine wichtige Rolle spielen werde. Das Vertrauen der Bevölkerung werde zurückkehren. «Wir sind nun verständlicherweise von den Bildern aus Fukushima geprägt. Aber in fünf oder mehr Jahren muss das nicht mehr so sein.»

Leonardi warnt zudem vor den hohen Stromkosten bei einem Atomausstieg: «Eine vierköpfige Familie müsste 6000 Franken pro Jahr bezahlen – über höhere Strompreise respektive verteuerte Produkte und Dienstleistungen.» Das entspricht einer Vervierfachung im Vergleich zu heute. Würde man voll auf Wind umstellen, zahlte der Kunde zwei- bis dreimal mehr wie heute, sagt Leonardi. Bei Solarenergie betrage der Faktor acht bis zehn.

«Das können die Haushalte gar nicht verkraften»

Heute zahlten die Konsumenten für den Strom aus der Kernkraft insgesamt fünf Milliarden Franken pro Jahr. «Steigen wir auf erneuerbare Energien um, verteuert sich der Energieanteil am Strompreis um den Faktor 3 bis 10. Das könnten die Haushalte und Unternehmen gar nicht verkraften», so Leonardi. Die Stromrechnung der privaten Haushalte würde sich bei einem Ausstieg massiv verteuern.

(miw)

Erstellt: 27.03.2011, 09:48 Uhr

85

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

85 Kommentare

Raphael Wüest

28.03.2011, 11:11 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Wie erklärt mir denn der gute Herr Leonardi, dass ich mit Ökostrom + 1/6 Solarstrom eine Dreiköpfige Familie mit rund 550.- jetzt schon ein Jahr lang durch bringe? Und wenn ich komplett Solarstrom beziehen würde (zu den aktuellen Preisen) noch immer mit 975.- durchkomme? Fazit: Es gibt noch immer Leute die sind resistent gegen die Fakten. QED Antworten


Hans Schmid

28.03.2011, 11:07 Uhr
Melden 1 Empfehlung

In DE bekommt man z.B. eine Photovoltaikanlage mit 5 kW für umgerechnet CHF 12'500 (=CHF 2500/kW). Neues AKW im finnischen Olkiluoto: 1600 GW für CHF 8 Mia = CHF5000/kW). Natürlich braucht man bei PV mehr Leistung da nur tagsüber produziert wird und Installationskosten fehlen noch, aber beim AKW fehlen Nachrüstung, Rückbau + Entsorgung. Verteuerung um Faktor 3 bis 10 ist ein Märchen der Atomlobby! Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Telefonbuch

Marktplatz

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.