Asthma-Medikamente ohne Tierversuche
Von Angela Barandun. Aktualisiert am 19.04.2009
Zellkulturen für Medikamententests.
Name: Epithelix
Branche: Biotechnologie
Gegründet: März 2006
Mitarbeiter: 7 Vollzeitstellen
Ursprung: Universität Genf
Standort: Genf
Finanzierung: komplett selbstfinanziert
Das Genfer Unternehmen stellt im Reagenzglas menschliches Lungengewebe her, an dem Medikamente getestet werden können. Entstanden ist die Idee vor vier Jahren. Die Gründer forschten an der Universität Genf an einem Heilverfahren für zystische Fibrose, eine unheilbaren Atemwegserkrankung, und suchten nach einem Weg, neue Behandlungsformen zu testen. In der Folge entwickelten sie das künstliche Lungengewebe, dessen Zellkulturen sich mindestens ein Jahr lang halten. Bisher zerfiel das Gewebe nach zwei Wochen und war für Langzeitstudien nicht geeignet.
Heute verkauft Epithelix gesunde Lungenzellen, geschädigtes Gewebe einer Raucherlunge oder Zellkulturen von Asthmatikern an Universitäten, Forschungsanstalten, Chemie-, Pharma- und Tabakkonzerne. Ihre Kunden versuchen, damit neue Mittel gegen Atemwegserkrankungen zu finden oder Substanzen auf ihre Giftigkeit für die menschliche Lunge zu testen. Früher waren dazu Tierversuche nötig. Zu Epithelix' Kunden gehören Konzerne wie Sanofi Aventis, Novartis, Firmenich und British-American Tobacco. Da die Genfer quasi von Beginn an ihre Produkte verkaufen konnten, sind sie komplett selbst finanziert und wollen es vorderhand auch bleiben.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 19.04.2009, 21:48 Uhr
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