Wirtschaft

Auf der Suche nach dem sicheren Hafen

Das kommende Jahr wird schwierig für Anleger – da sind sich die Marktbeobachter einig. Trotzdem geben sie vorsichtig Ratschläge.

1/7 Wohin geht es 2012? Händler an der New Yorker Börse (2011)

   

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Wer Geld anzulegen hat, der sollte im neuen Jahr vor allem eines: Vorsicht walten lassen. Das ist die Botschaft der verschiedenen Ausblicke, die in diesen Tagen von den Vermögensverwaltern publiziert werden. Deutliche Worten findet Michael Hartnett: «Investoren sollten 2012 ihre Vermögen konservativ anlegen», schreibt der Aktienmarkt-Chef der Merrill Lynch.

Wandel, Umbruch, Unsicherheit – Volatilität ist das grosse Leitthema des kommenden Jahres. Die Entwicklung an den Kapitalmärkten hänge aktuell stark von politischen Entscheiden ab, schreibt Mario Curti, Anlagechef der ZKB. Und weil diese so schwer vorherzusagen seien, herrschten grosse «Stimmungsschwankungen». Stets sei mit einem Wechsel zwischen Warnung und Entwarnung zu rechnen, schreibt der Merrill-Lynch-Strategiechef für Europa, Johannes Jooste – und periodisch mit Verlusten.

Die Rückkehr der Aktien?

Die grosse Unsicherheit in der Eurozone gilt denn auch als grösster Einflussfaktor im kommenden Jahr. Sie sorgt dafür, dass nicht nur Staatsanleihen der Krisenstaaten, sondern auch europäische und Schweizer Aktien von den Beobachtern tendenziell als risikoreich und wenig attraktiv eingestuft werden – insbesondere die Aktien von Banken. Merrill Lynch relativiert: Europäische Qualitätsaktien von Firmen mit stabilen Umsätzen und gesunder Bilanz könnten durchaus im Portfolio belassen werden.

Darüber hinaus scheinen Aktien im kommenden Jahr in Mode zu kommen. Interessant, so beurteilen es Deutsche Bank, Merrill Lynch und Zürcher Kantonalbank, sind die Papiere grosser US-Firmen. Denn während in Europa eine schwächelnde Nachfrage erwartet wird, sind die Konjunkturaussichten für die USA überraschend gut. «Wir sind der Meinung, dass die USA in den nächsten zwölf Monaten keine Rezession erleben werden», schreibt gar die ZKB.

Besonders attraktiv sind nach Ansicht der Experten von Merrill Lynch, Anteile an grossen IT- und Basiskonsumgüterfirmen, da sie tendenziell konjunkturresistent sind. Auch die Credit Suisse empfiehlt «Qualitätsaktien mit robuster Bilanz und von Marken getragenen Umsätzen». Vielleicht, schreibt gar mit aufkeimender Euphorie der Aktienchef Michael Hartnett, könnte 2012 gar das Jahr werden, das die grosse Flaute der Aktie als Anlageklasse beendet. Auch die CS schlägt vor, nächstes Jahr eher in Aktien statt in Anleihen (fixed income) zu investieren. Wenn, dann seien sehr kurzfristige Anleihen in Unternehmen zu wählen.

Gold statt Öl

Je grösser die Unsicherheit, desto strahlender glänzt Gold. Das gilt auch für 2012. ZKB-Anlagechef Curti schreibt im Vorwort zum Jahresausblick gar, grosse anlagepolitische Wetten seien unter den aktuellen Bedingungen nicht ratsam. Aber: «Wir würden nur beim Gold eine klar übergewichtete Positionierung fahren.» Die Beobachter sind sich einig, dass der Goldpreis langfristig weiter steigen wird – alleine deshalb, weil Notenbanken ihre Reserven aufstocken. Merrill Lynch wagt gar eine Prognose: 16 Prozent werde der Goldpreis gegenüber dem aktuellen Niveau zulegen.

Kaum eine Aussage wagen die Analysten zur Entwicklung an den Rohstoffmärkten. Die Deutsche Bank spricht vorsichtig von einer «leicht positiven Preisentwicklung». Merrill Lynch schreibt, die Entwicklung der Rohstoffpreise hänge stark vom Wachstum in China ab – sei dieses stärker als erwartet, könnten sich insbesondere Industriemetalle wie Kupfer gut entwickeln. Die ZKB jedoch empfiehlt, die Anlageklasse Rohstoffe eher unterzugewichten. Im Ausblick erwähnt sie, sie halte den Ölpreis für «korrekturanfällig». Andererseits halten die Spannungen im Iran an. Das Land ist mit 14 Prozent der weltweit geförderten Menge nach Saudiarabien der zweitwichtigste Öllieferant der Welt – ein Ausfall könnte von anderen Produzenten nur schwer kompensiert werden.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.12.2011, 13:23 Uhr

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17 Kommentare

Armin Baumann

20.12.2011, 17:51 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Wie wäre es, das überschüssige Geld das man nicht braucht bis zum Lebensende in die reale Wirtschaft zu investieren, anstatt es auf Teufel komm raus einer möglichst hohen Rendite nachjagen? Wieso nicht wie die früheren Patrons wieder öffentliche Einrichtungen finanzieren? In Biel z.B. hat die Stadt zu wenig Geld für neue Schulhäuser...! Antworten


Ursi Brock

20.12.2011, 16:17 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Ach wäre das schön wenn "die Finanz-Märkte"endlich ein Teil der Zivilgesellschaften inkl. entsprechender VErantwortung und Abgabenpflicht (anstatt Steuerbefreiung) wären anstatt so wie heute die Zivilgesellschaften mit all den Menschen die da leben und arbeiten ein Teil der Finanz-Märkte sind. Dann würden endlich auch mal so lustige Nachrichten wie diese hier in den Hintergrund treten. Antworten


Rene Wetter

20.12.2011, 16:14 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Leute kauft doch Kartoffeln, dann habt ihr wenigstens was zu beissen wenn der grosse Hunger kommt. In der Kartoffel sind zudem die nötigen Vitaminen die der Mensch brauch. Die Iren blieben gesund obwohl sie nur Kartoffeln assen. Antworten


Peter Sobol

20.12.2011, 18:51 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Vielleicht geben sie bei Google mal "Irland" und "Kartoffelpest" ein, dann kommen Sie auf die Welt.


Jens Gloor

20.12.2011, 16:07 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Sicherer Hafen? Gold und Silber. Das bestätigt nur schon die Geschichte. Lassen Sie sich nicht ins 'Bockshorn jagen' - die Manipulationen bei den Edelmetallen in den letzten Tagen waren Absicht um genau diesen geschichtlichen Hintergrund zu diskreditieren. Lassen Sie sich nicht belügen, von solchen Artikeln. Antworten


Peter Salto

20.12.2011, 17:27 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Die Manipulation hat die UBS schon vorgwegenommen, indem sie Gold negativ einstufte. Wahrscheinlich sind hier die UBS-Spekulanten enbenso auf dem kanlten Fuss erwischtworden, wie beim Euro, wo die UBS dank der Londoner Filiale 2 Milliarden in den Sand setzten und nachher die Nationalbank kritisierten.


Kurt Meister

20.12.2011, 14:48 Uhr
Melden 25 Empfehlung

Die selbsternannten Experten und Spezialisten der Banken müssen ja Aktien empfehlen!
Die Banken leben ja aus Kommissionen und Erträgen.
Nach meiner Meinung ist ein sicherer Hafen eine selbstbewohnte Immobilie,Cash und etwas in Gold+Silbermünzen.
Antworten


Eric Cerf

20.12.2011, 16:08 Uhr
Melden 4 Empfehlung

@K.Meister: Als Privater-Investor haben Sie recht, Risiken minimieren heisst es im 2012. Hingegen drehen Hedge-Funds weiterhin am ganz grossen Rad der Börse, Gewinne garantiert, sofern die AK-Kurse fallen. Es steigen hingegen garantiert Rohstoffe und Lebensmittel. Die CH muss aufpassen, dass es keine Immoblase gibt, ansonsten dürften Blue-Chips mehrheitlich fallen, ganz vom EURO abhängig.


Hans-Peter Gruber

20.12.2011, 15:58 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Immobilien sind zu einer sehr grossen Wahrscheinlichkeit ein sicherer Hafen, physikalisches Gold+Silber befindet sich zur Zeit in einer Blase und wird minimal an Wert verlieren, kann aber auch als safe haven betrachtet werden. Cash ist aber definitiv kein sicherer Hafen! Weder USD, noch EUR, noch CHF! Wenn die SNB nicht richtig handelt, droht uns Hyperinflation (siehe CHF-DM Koppelung).


gerhard bast

20.12.2011, 15:37 Uhr
Melden 4 Empfehlung

@Kurt Meister
Schon richtig, das ist die Basis.Aber es gibt Leute, die haben mehr als das und das muss leider angelegt werden.Sonst haben Sie einen Dagobert Duck im Geldspeicher.Außerdem profitieren ja andere von dem Vermögen indem sie davon Geräte und Arbeitsplätze schaffen können


Dominik Lutz

20.12.2011, 14:44 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Ich persönlich habe mein Geld in eine Immobilie investiert.
Da keiner weiss was in Zukunft mit den Pensionskassen Guthaben geschieht, habe ich dort einen grösseren
Betrag entnommen.
Antworten


peter Bühler

20.12.2011, 17:53 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Na Sie sind mir ja ein Schlaumeier, Herr Gubser. Die Immobilie IST eine Art Rente im Alter. Schliesslich ist der Mietzins mit einer Art von Rente gleichzusetzen. Herr Lutz hat ja nicht ein Haus zum Wohnen gekauft sondern eben in ein Haus investiert.


davide aebischer

20.12.2011, 17:51 Uhr
Melden 2 Empfehlung

@ Gubser
Die Profis können getrost vor der Türschwelle stehen bleiben.


Peter Gubser

20.12.2011, 16:42 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Gut gemacht Herr Lutz. Hoffe aber für Sie, dass Sie den Betrag, den Sie entnommen haben, wieder ausgleichen können, denn ansonsten stehen Sie relativ blöd da im Alter. Denn nur von der AHV zu leben und dann mit weniger Rente a.G. der entnommenen Gelder aus der Pensionskasse wird es auch im Alter knapp. Rate Ihnen, dass Sie sich von einem Profi beraten lassen.


Kurt Dubach

20.12.2011, 14:41 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Wen es immer mehr Leute gibt die Überwachen, anstatt richtig Arbeiten, kann ja nicht gut gehen! Leider kommt das Denken zu kurz. Antworten


Robert E. Angst

20.12.2011, 14:40 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Ein Investment in Schottische Hochlandrinder (Natur Konkret) ist eine sinnvolle und "gfreuti" Sache!
Total BIO/OEKO und sehr fein ist jeweils die Rendite. Man kann seine Rinder auch besuchen, auf vielen Tessiner Alpen.
Antworten


Sacha Meier

20.12.2011, 15:01 Uhr
Melden 4 Empfehlung

@Robert E. Angst Sie machen mir geradezu den Mund wässerig. Rinder besuche ich allerdings eher weniger. Die Tiere habe ich nämlich zum Fressen gern.



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