Wirtschaft

Auftrieb für «Occupy»: US-Konzerne kassieren Milliarden

Aktualisiert am 03.11.2011 19 Kommentare

Trotz schwarzer Zahlen bezahlten viele der grössten Unternehmen Amerikas in den letzten Jahren keine Steuern. Im Gegenteil: Sie erhielten noch Geld vom Staat.

Erhielt trotz Gewinnen in drei Jahren 18 Milliarden Dollar vom Staat: «Occupy»-Demonstranten vor der Filiale der Grossbank Wells Fargo in Oakland.

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Zahlreiche der grössten Konzerne in den USA zahlen einer Studie zufolge keine Einkommensteuer auf Bundesebene – oder erhielten im Gegenteil sogar Milliarden Dollar vom Staat. 78 von 280 untersuchten Firmen hätten diese Steuer in den vergangenen drei Jahren in mindestens einem Jahr nicht gezahlt, ergab die heute veröffentlichte Untersuchung der Initiative Bürger für Steuergerechtigkeit und des Instituts für Besteuerung und Wirtschaftspolitik.

Dabei machten demnach alle untersuchten Unternehmen in dieser Zeit durchgehend Gewinn. 30 Unternehmen profitierten im Untersuchungszeitraum laut Studie von einem negativen Einkommensteuersatz, das heisst in den meisten Fällen, dass sie Steuerrabatte erhielten. Dabei hätten diese Firmen in der gleichen Zeit Gewinne von zusammen 160 Milliarden Dollar erzielt. Insgesamt erhielten die 280 untersuchten Unternehmen demnach Steuersubventionen in Höhe von 223 Milliarden Dollar.

«Viele Menschen werden erschreckt sein»

Der Steuersatz der Unternehmen lag den Autoren der Studie zufolge im Schnitt bei 18,5 Prozent – an sich liegt er bei 35 Prozent. «Viele Menschen werden erschreckt sein, wenn sie erfahren, dass ein Viertel der Unternehmen in unserer Studie effektiv weniger als zehn Prozent Einkommensteuer auf Bundesebene zahlen», hiess es in der Untersuchung. Genauso viele Unternehmen zahlten aber den vollen Steuersatz von 35 Prozent.

Das Unternehmen mit den höchsten Steuersubventionen ist laut Studie die Grossbank Wells Fargo, die in den drei untersuchten Jahren Steuerermässigungen in Höhe von 18 Milliarden Dollar erhalten habe.

In den USA läuft derzeit eine grosse Debatte über Steuergerechtigkeit. Die Demokraten von US-Präsident Barack Obama setzen sich für teilweise Steuererhöhungen ein, um dem gigantische Schuldenberg der USA zu begegnen. Die Republikaner lehnen dies strikt ab. Gleichzeitig wendet sich die «Occupy Wall Street»-Bewegung gegen Steuerrabatte für grosse Unternehmen, da diese der Allgemeinheit schadeten. (ami/AFP)

Erstellt: 03.11.2011, 16:40 Uhr

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19 Kommentare

Philipp Neuhaus

03.11.2011, 19:03 Uhr
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Schon vergessen - wir Steuerzahler haben die UBS gerettet - wieviele Millionen scheffelt die Teppichetage an Salären und Bonis - und die UBS bezahlt so gut wie keine Steuern - und schon wieder auf Kosten der Steuerzahler - somit alles in Ordnung oder ?? Antworten


hans ulrich schwyzer

03.11.2011, 18:36 Uhr
Melden 83 Empfehlung

dass firmen wie wells fargo, exxon, general electric etc. keine oder sehr wenig steuern zahlen ist doch nichts neues? nur wird es ständig vergessen, weil die population es sich sich wohl einfach nicht vorstellen kann dass die republikaner tatsächlich die bodenlose frechheit besitzen, zu behaupten, diese firmen schafften jobs (dabei bauen sie ab), und gleichzeitig auch noch sozialabbau zu fordern. Antworten



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