Wirtschaft
Bankmanager zweifeln am Aufschwung
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 06.06.2011 32 Kommentare
Auch an den US-Börsen wird die Stimmung zunehmend schlechter: Handel an der New York Stock Exchange. (Bild: Keystone )
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Der Sommermonat Juni hat den Anlegern weltweit bisher wenig Freude gemacht. Weltweit haben die Aktien an Wert verloren. Und einiges deutet darauf hin, dass die Aussichten vorerst trübe bleiben. Einen solchen Hinweis liefert das Anlageverhalten der Spitzenmanager grosser Konzerne. Ob sie Aktien kaufen oder verkaufen, kann dadurch motiviert sein, dass sie dank ihrer Nähe zu den Absatzmärkten die Entwicklungen dort früher als andere wahrnehmen. Verkaufen sie in der Mehrheit Aktien, ist das für die weitere Entwicklung der Wirtschaft und der Aktienmärkte kein gutes Zeichen.
Tatsächlich überwiegen unter den Topmanagern die Aktienverkäufe. Die «Sonntagszeitung» hat aufgrund von Daten der Schweizer Börse (SIX) errechnet, dass im Mai 134 gemeldeten Käufen 175 Verkäufe gegenüberstanden. Das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen beläuft sich damit auf 0.77. Seit 2007 habe der Mittelwert bei diesem Verhältnis laut der Zeitung bei 1,14 gelegen. Das heisst, die Spitzenmanager haben in der Regel leicht mehr Aktien eingekauft als abgestossen.
Die UBS-Manager haben nur verkauft
Diese Betrachtung nimmt allerdings keine Rücksicht auf den Umfang der einzelnen Kauf- oder Verkaufsaufträge, ausserdem kann ein einzelner Monat auch zufällige Entwicklungen spiegeln. Schaut man sich aber die Daten zu den Managementtransaktionen über die Branchen hinweg für einige SMI-Unternehmen seit Jahresbeginn an, zeigt sich vor allem bei den Finanzdienstleistern ein eindeutiges Bild.
Verkauft haben vor allem die Bankmanager. Von der UBS wird seit Jahresbeginn nicht ein einziger Kauf vermeldet, wobei die tiefste Verkaufssummen bei 461'000 Franken lag und die höchste bei 5,4 Millionen Franken. Auch bei der Credit Suisse finden sich mit einer Ausnahme nur Verkaufsaufträge. Die Ausnahme betrifft einen Kauf am 11. Mai im Umfang von 1,4 Millionen Franken, wobei es sich nicht um einen direkten Aktienerwerb handelt (weitere Details dazu fehlen). Alle Verkaufsaufträge seit Jahresbeginn belaufen sich hier auf 24,4 Millionen Franken. Ebenfalls nur Verkäufe meldete auch die Bank Julius Bär oder Zurich Financial Services als Beispiel einer Versicherung mit Finanzdienstleistungen.
Optimismus bei den Defensiven
Dreht sich das Bild von den Finanzunternehmen weg, ist das Bild weniger einheitlich. So vermeldet zum Beispiel der Rückversicherungskonzern Swiss Re nur Aktienkäufe. Auch bei den Pharmariesen Roche und Novartis überwiegen die Käufe sowohl bei den Anzahl Deals wie bei der Gesamtsumme, dasselbe gilt für den Nahrungsmittelmulti Nestlé.
Das Bild, das diese Daten ergeben, passt einerseits gut zum Kursverlauf der Aktien der genannten Unternehmen. Wo die Manager stärker verkauft haben, litt auch der Titel des Unternehmens. Andererseits passen die Beobachtungen aber auch zu den jüngst wieder vermehrt genannten Konjunkturängsten. Die Finanzbranche ist stark zyklisch. Konjunkturelle Bremser schlagen sich hier besonders deutlich nieder. Sind die Aussichten für die Aktienmärkte ausserdem schlecht, leiden die Banken ebenfalls stärker als andere darunter, da sie an diesen Märkten unter anderem ihr Geld verdienen. Ganz anders sogenannte defensive Unternehmen wie die Pharmafirmen Roche und Novartis oder der Lebensmittelhändler Nestlé. Ihre Produkte werden unabhängig vom Auf und Ab der Konjunktur nachgefragt.
Die Zweifel am Aufschwung waren schon da
Der Verlauf der Börse, wie auch die Managementtransaktionen weisen darauf hin, dass auf den Märkten nie die Überzeugung eines nachhaltigen Aufstiegs aus dem Konjunkturtal in wichtigen Märkten wie den USA vorgeherrscht hat – genauso wenig wie Marktdaten auf eine baldige Lösung der Eurokrise hindeuten. Die neusten Meldungen aus der letzten Woche haben zwar die Börsen einbrechen lassen. Aber das war keine Trendumkehr auf einer Fahrt nach oben. Seit Anfang Mai tendieren die Börsen überall nach unten. In der Schweiz (gemessen am Leitindex SMI) notieren die Kurse etwa wieder dort, wo sie es zu Jahresbeginn taten, in Europa (gemessen am Euro-Stoxx 50) haben sie seither rund 2 Prozent an Wert verloren, in den USA (gemessen am S&P 500) immerhin um diesen Prozentsatz zugelegt.
Die jüngsten Daten haben die düsteren Erwartungen nun mehr als nur bestätigt. In den USA haben die Arbeitsmarktzahlen schwer enttäuscht und der Index, der die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe in diesem Land misst (ISM) ist innert eines Monats so scharf eingebrochen, wie seit 25 Jahren nicht mehr. Zeichen der Abschwächungen werden auch aus anderen Weltregionen vermeldet und ein Ende der Eurokrise ist ebenfalls nicht abzusehen. Das bedeutet, dass es auch für die nächste Zukunft wenig Grund gibt, auf eine kräftige Aufwärtsbewegung an der Börse zu hoffen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.06.2011, 13:53 Uhr
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32 Kommentare
Jetzt müsst ihr aber aufhören. Die Bankmanager machen ja gar nichts für den Aufschwung. Sie sind nur da um abzusahnen. Der Aufschwung entsteht, weil reele Unternehmungen Wertschöpfung betreiben. Zu diesen Unternehmungen zählen die Banken aber mit Sicherheit nicht. Also können sie den Aufschwung höchstens verhindern. Antworten
Die armen Bankmanager zweifeln und verkaufen ihre eigenen Aktien, ach wie traurig! Ich frage mich schon lange warum die Aktivitäten dieser Leute so hoch bewertet werden. Das sind nur eine Art unproduktive Engerlinge die sich selbst sehr wichtig nehmen. Je länger je mehr wird man erkennen, dass es sie gar nicht braucht und unser Wohlstand durch Arbeit in der Realwirtschaft entsteht. Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


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