Schweizer Börse erneut markant im Minus

Auch in der zweiten Handelswoche kommt es zu Verlusten auf den Aktienmärkten.

Weiterhin hohe Volatilität: Schweizer Börse in Zürich. (6.5.2015)

Weiterhin hohe Volatilität: Schweizer Börse in Zürich. (6.5.2015) Bild: Anthony Anex/Keystone

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Der Schweizer Aktienmarkt steht erneut markant im Minus. Nach einem bereits negativen Start baute der SMI die Verluste im Tagesverlauf weiter aus. Am Nachmittag fand der Leitindex noch immer keinen Boden und wurde von den neuesten Konjunkturdaten aus den USA noch einmal weiter nach unten gedrückt.

Die Furcht vor einer anhaltenden Konjunkturschwäche hat auch Investoren an der Wall Street erfasst. Auslöser war der anhaltende Kurssturz an den Ölmärkten.

Die Detailhandelsumsätze sind im Dezember schwächer ausgefallen als erwartet. Zudem ist der Empire-State-Index, welcher die Stimmung in der Industrie des US-Bundesstaats New York wiedergibt, entgegen den Erwartungen eingebrochen. Derzeit zeichnet sich auf Wochensicht ein Minus von rund 2 Prozent aus.

Das Börsengeschehen habe sich zwar im Vergleich zur ersten Handelswoche im neuen Jahr etwas beruhigt, hiess es in Marktkreisen. Noch immer sei aber die Nervosität hoch, was sich auch in der weiterhin hohen Volatilität äussere.

Der Fokus bleibt auf China gerichtet. Und hier hat sich die Konjunktur zum Jahresende etwas stabiler gezeigt. Die jüngsten chinesischen Konjunkturdaten hätten etwas zur Entspannung beigetragen, heisst es am Markt. So seien etwa die Handelszahlen im Dezember besser ausgefallen als erwartet.

SMI 2,4 Prozent im Minus

Der Swiss Market Index (SMI) fiel um 2,4 Prozent auf 8107,13 Punkte zurück. Bei rund 8100 Punkten geschlossen hatte der SMI letztmals vor einem Jahr im Nachgang zum derzeit wieder viel diskutierten SNB-Entscheid. Die negative Jahresperformance des Leitindex liegt bereits bei gut 8 Prozent. Im Wochenvergleich ergab sich ein Minus von 1,8 Prozent. Der breite Swiss Performance Index (SPI) gab um 2,37 Prozent auf 8364,62 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 27 im Minus und nur drei im Plus.

Gegen den allgemeinen Trend hielten sich die Syngenta-Aktien ( 1,8 Prozent) klar im Plus. Die Aktien wurden einmal mehr von Übernahmespekulationen getrieben. Laut Bloomberg hat der Verwaltungsrat des Agrarchemiekonzerns sein Einverständnis für Übernahmeverhandlungen mit der China National Chemical (ChemChina) gegeben, was die Fantasien einmal mehr ankurbelte.

Dahinter schlossen auch Swiss-Life-Papiere ( 0,2 Prozent) knapp im Plus. Diese Aktien werden nach der Dekotierung von Transocean (-4,4 Prozent) an der Schweizer Börse im März in den SMI-Index aufgenommen. Ansonsten präsentierte sich das Tableau tiefrot. Die grössten Einbussen erlitten die Aktien des Pharmakonzerns Galenica (-6,4 Prozent) sowie die Papiere des Zementriesen LafargeHolcim (-4,5 Prozent).

Die Partizipationsscheine von Schindler (-2,0 Prozent) verloren etwas weniger an Wert als der Gesamtmarkt. Der Lifthersteller erhält einen neuen Verwaltungsratspräsidenten. Im breiten Markt zogen Autoneum nach starken Umsatzzahlen zum vergangenen Geschäftsjahr gegen den schwachen Gesamttrend um 4,4 Prozent deutlich an.

New Yorker Börsen auf Talfahrt

An der Wall Street schloss der Dow-Jones-Index 2,4 Prozent tiefer auf 15'988 Punkten. Zeitweilig war der Index bis auf 15'842 Stellen abgesackt. Beim S&P 500 betrug der Rückgang 2,2 Prozent auf 1880 Punkte. Das ist der tiefste Stand seit August 2014. Der Nasdaq-Index verlor 2,7 Prozent auf 4488 Zähler. Im Wochenvergleich ergibt sich damit für den Dow und den S&P ein Minus von je 2,2 Prozent und für die Nasdaq von 3,3 Prozent.

Bei den Einzelwerten konzentrierten sich die Anleger vor allem auf Unternehmensbilanzen und dabei besonders auf die Banken. Citigroup-Aktien fielen 6,4 Prozent. Beim Konkurrenten Wells Fargo betrug das Minus 3,6 Prozent. Beide mussten Ende 2015 mehr Geld für ausfallgefährdete Kredite zurücklegen, weil immer mehr Firmen aus dem Energiesektor wegen des Ölpreisverfalls in die Bredouille geraten.

Einbruch auf dem Ölmarkt

Sehr enttäuscht zeigten sich Anleger vom Chiphersteller Intel. Ausgerechnet beim Geschäft mit Rechenzentren, das als Hoffnungsträger gilt, verlangsamte sich das Wachstum. Die Aktie gab 9,1 Prozent nach. Aktien von Wal-Mart verloren 1,8 Prozent, schlugen sich damit aber noch besser als der Gesamtmarkt. Der weltgrösste Einzelhändler schliesst weltweit 269 Filialen, davon 115 ausserhalb des heimischen Marktes.

Die Baisse auf dem Ölmarkt macht den Energiekonzernen weiter zu schaffen: Die Anteilscheine von Exxon und Chevron verbilligten sich jeweils um rund zwei Prozent. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee brach zeitweise um 6,7 Prozent auf 28,82 Dollar ein und notierte damit so niedrig wie zuletzt im Februar 2004. US-Leichtöl verbilligte sich um 6,6 Prozent auf 29,13 Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit November 2003. Ein Grund für die Entwicklung ist, dass Öl aus dem Iran auf dem Weltmarkt erwartet wird, wo es ohnehin ein Überangebot gibt.

(ij/sda)

(Erstellt: 15.01.2016, 23:02 Uhr)

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Dax verliert über drei Prozent

Auch der Deutsche Aktienindex (Dax) rutschte zeitweise unter die Marke von 9500 Punkten und verlor über drei Prozent. Seit Jahresbeginn verzeichnete der Index ein Minus von über elf Prozent. Hauptgrund dürfte der weiter sinkende Ölpreis sein.

In New York fiel der Ölpreis erneut unter die 30-Dollar-Marke. In den USA gab die Industrieproduktion im Dezember erneut nach und ging um 0,4 Prozent im Vergleich zu November zurück. Die Börse in Mailand verlor drei Prozent, in Lissabon gab der Leitindex um vier Prozent nach, und die Börse in Paris büsste über zwei Prozent ein.

Zuvor hatten die krisengeschüttelten Börsen in China erneut deutlich Federn gelassen: Shanghai verlor 3,55 Prozent und Shenzhen 3,40 Prozent.

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