Wirtschaft
Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
Aktualisiert am 27.05.2012 80 Kommentare
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Angesichts der anhaltenden Krise in Griechenland wird immer offener über ein Ausscheiden des Landes aus der Währungsunion nachgedacht. Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), glaubt zwar nicht an den Zusammenbruch der Währungsunion. Dennoch prüft eine Taskforce Massnahmen für den Fall, dass sich die Eurokrise verschärft und Länder aus der Währungsunion austreten.
«Es sind Szenarien denkbar, in denen das gesamte europäische Bankensystem in Bedrängnis gerät», sagt er im Interview mit der «SonntagsZeitung». Die Folgen für Europas Wirtschaft wären massiv. Auch Spanien oder Portugal könnten in Mitleidenschaft gezogen werden, so Jordan. Das beinhaltete auch für die Schweiz und den Franken sehr hohe Risiken.
Kapitalverkehrskontrollen
Eine Taskforce legt deshalb Departementsvorsteherin Eveline Widmer-Schlumpf regelmässig Berichte über den aktuellen Stand der Dinge vor (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete ). «Eine Massnahme wären Kapitalverkehrskontrollen, also Vorkehrungen, die den Zufluss von Kapital in die Schweiz direkt beeinflussen», sagt Jordan.
Ausländer könnten nur noch begrenzt und unter Auflagen in der Schweiz investieren. Die Taskforce des Bundes, in der Jordan Mitglied ist, fokussiert auf diverse Instrumente zur Bekämpfung der Frankenstärke, die ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Schweizerischer Nationalbank (SNB) voraussetzen.
Mindestkurs auch «unter sehr widrigen Bedingungen»
Derzeit sei ein deutlicher Aufwertungsdruck auf den Franken zu beobachten. Jordan zur aktuellen Lage: «Die Situation in den letzten Wochen hat sich verschlechtert und ist viel unsicherer geworden».
Der Franken notiert nur noch knapp über dem Mindestkurs, was Zweifel an der Entschlossenheit der SNB weckt. Diese seien nicht berechtigt. «Wir werden auch in Zukunft selbst unter schwersten Bedingungen mit aller Konsequenz den Mindestkurs durchsetzen», erklärt Jordan. «Ich betone, selbst unter sehr widrigen Bedingungen.»
Angesichts der politischen Wirren in Griechenland gibt es auch in der Euro-Zone Planspiele für eine Zukunft ohne Griechenland. Die EU-Kommission und die EZB arbeiten EU-Handelskommissar Karel De Gucht zufolge an entsprechenden Notfall-Szenarien. (rbi/rub/sda)
Erstellt: 26.05.2012, 23:34 Uhr
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80 Kommentare
Kann mir nicht vorstellen, dass der NBP den Unterschied zwischen EU und Euro nicht kennt und das so formuliert hat. Die EU ist keine Waehrungsunion sondern ein Staatenbund in dem verschiedene Waehrungen nach wie vor moeglich sind. Also geht es primaer um die Aufgabe des Euro und wohl zurueck zur Drachme, was den Verbleib in der EU nicht auschliesst. Etwas mehr journalistische Sorgfalt bitte. Antworten
So mir jemand erklären, was besser wird, wenn immer noch mehr Geld ins Bankensystem gepumpt wird. In der Realwirtschaft rechene wir immer noch mit Beträgen wie vor 10 Jahren. Auf jeden Fall sind hinten nicht 3 Null dazu gekommen. Bei den Banken scheint selbst dies nicht mehr zu genügen. Redimensionieren und wieder über den Sinn des Geldes nachdenken. Banken und opfern, erst dann wird es besser! Antworten
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