Wirtschaft
Bundeshilfen sorgten für Boom bei Baufirmen
Will von den 700 Millionen Franken des zweiten Konjunkturprogramms profitieren: Baubranche. (Bild: Keystone)
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Zwischen Januar und November sind in der Schweiz 4583 Firmen Konkurs gegangen - ein Viertel mehr als im Vorjahr. Allerdings wurden in den ersten elf Monaten des Jahres auch 31'704 Unternehmen gegründet. Das sind moderate 5,1 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2008, was Dun & Bradstreet wie die Konkurswelle auf die Krise zurückführt: In unsicheren Zeiten zögen immer noch viele Leute die Selbstständigkeit einem Angestellten-Dasein vor, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst.
Übel erwischt hat es Holding- und Investmentgesellschaften, wo es mehr als doppelt soviele Pleiten gab wie 2008. Im Maschinenbau stiegen die Konkurse um 55 Prozent, im Autogewerbe um 42 Prozent, im Grosshandel um 40 Prozent und bei Banken und Versicherungen um 20 Prozent.
Am meisten gestrauchelte Firmen gab es in der Zentralschweiz: Dort nahmen die Konkurse im 54 Prozent zu, während das Tessin 41 Prozent mehr Pleiten verbucht. Im Grossraum Zürich, in der Ostschweiz und am Genfersee schlossen je rund ein Viertel mehr Firmen ihre Pforten. Das Mittelland (&17 Prozent) und die Nordwestschweiz (&11 Prozent) kamen vergleichsweise glimpflich davon.
Konjunkturprogramm hilft
Bei den Neugründungen zeigt sich im Baugewerbe dank der Bundeshilfen ein regelrechter Boom: 35 Prozent neue Firmen versuchen, von den 700 Millionen Fr. des zweiten Konjunkturprogramms zu profitieren. Dabei handelt es sich laut Dun & Bradstreet aber weniger um klassische Neugründungen, sondern um Baukonsortien.
Morgenluft wittert die Möbel- und Holzbranche: Dort wurden 69 Prozent mehr neue Firmen eingetragen. Generell sei in jenen Branchen, wo die Konkurse am höchsten seien, auch die schlechteste Entwicklung bei den Neugründungen zu verzeichnen, schreiben die Autoren der Studie.
Kriselnder Jura
Mehr Neugründungen gab es nur im Wallis (+3 Prozent), Uri, Schwyz (je +2 Prozent) und Solothurn (+0,5 Prozent). In der übrigen Schweiz ist die Bilanz negativ. Schlusslicht bildet der Kanton Jura, wo ein Fünftel weniger Firmen den Weg ins Handelsregister fanden als zwischen Januar und November 2008.
Dass die Krise die Pleitewelle anschiebt, hatte zu Monatsbeginn bereits der Gläubigerverband Creditreform festgestellt. Auch das St. Galler Büro spricht von einer Rekord-Pleitenjahr: Auf Basis leicht anderer Erhebungskriterien als Dun & Bradstreet kommt Creditreform auf 4818 Konkurse in den ersten elf Monaten 2009 und stellt im Vorjahresvergleich ebenfalls 25 Prozent Zuwachs fest. (sam/sda)
Erstellt: 23.12.2009, 11:28 Uhr

