Wirtschaft

CS mit 2,1 Milliarden Gewinn – Aktie verliert

Aktualisiert am 22.04.2010 5 Kommentare

Die Credit Suisse hat im ersten Quartal dieses Jahres einen Reingewinn von 2,1 Milliarden Franken erzielt – und erfüllt damit die Erwartungen der Analysten. Der Bank floss zudem viel Geld zu.

Wieder auf Kurs: Credit Suisse, Paradeplatz Zürich.

Wieder auf Kurs: Credit Suisse, Paradeplatz Zürich.

Aktie verliert

Der Quartalsgewinn der Credit Suisse lag mit 2,1 Mrd. Fr. zwar im Rahmen der Erwartungen der Börsenanalysten. Weil die Grossbank aber anders als amerikanische Konkurrenten mit ihrem Ergebnis nicht positiv überraschen konnte, reagierten die Anleger mit Verkäufen.

Die CS-Aktie verlor in den ersten Handelsminuten deutlich an Wert: Bei Eröffnung der Börse am Donnerstag kostete eine Aktie mit 52.40 Franken 3,2 Prozent weniger als am Vorabend. Gegen 10 Uhr lagen die Aktien 3,0 Prozent im Minus, nachdem sie zwischenzeitlich bis zu 4,6 Prozent weniger wert waren.

Marktbeobachter sprachen von einem Ergebnis im Rahmen der Erwartungen und ohne Überraschungen. Während die meisten Analysten den Neugeldzufluss als positiv herausstrichen, zeigten sie sich über den Reingewinn eher enttäuscht. Dies deshalb, weil die CS im Gegensatz zu anderen Grossbanken die Erwartungen nicht zu überbieten vermochte, wie ein Analyst sagte.

Andere Experten wiesen auf die eher enttäuschenden Segmentsergebnisse der Vermögensverwaltung (Private Banking) und der Investmentbank hin. Der Nettoneugeldzufluss wurde dagegen als «stark» beurteilt und als «Glanzpunkt» bezeichnet.

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Mit einem Gewinn von über 2 Milliarden Franken erreichte die CS auch wieder das Gewinnniveau, auf dem sie sich in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres bewegte. Das Ergebnis der Grossbank entspricht auch den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit einem Quartalsgewinn von rund 2,1 Milliarden Franken gerechnet hatten.

Die CS-Aktie eröffnete am Donnerstag dennoch 3,2 Prozent tiefer. US-Konkurrenten wie JP Morgan und Goldman Sachs hatten ihre Gewinne im Jahresvergleich deutlich stärker gesteigert. Die CS hatte allerdings die Finanzkrise früher als andere internationale Geldhäuser hinter sich gelassen und bereits vor einem Jahr 2,006 Milliarden Franken Gewinn erzielt.

Der Überschuss setzt sich nun etwas anders zusammen: So hat die Vermögensverwaltung (Private Banking) mit 892 Millionen Franken 10 Prozent weniger zum Gewinn beigetragen. Der Vorsteuergewinn der Investmentbank ist sogar um 26 Prozent tiefer ausgefallen und betrug 1,79 Milliarden Franken.

CS-Finanzchef Renato Fassbind zeigte sich an einer Telefonkonferenz aber davon überzeugt, dass die Profitabilität des Private Bankings wieder steigen werde, sobald die Märkte sich wieder erholen würden und das Zinsniveau steige. Die Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) investiere jedenfalls weiter in internationale Präsenz der Vermögensverwaltung und Bankangeboten vor Ort.

Wieder in den schwarzen Zahlen ist dagegen das Geschäft mit institutionellen Anlegern und mit alternativen Anlageprodukten (Asset Management): Nachdem dieses Geschäft Anfang letzten Jahr noch kaum einen Ertrag generierte und fast eine halbe Milliarde Verlust schrieb, betrug der Quartalgewinn nun 166 Millionen Franken.

Rekordhoher Geldzufluss

Während die Konkurrentin UBS weiter unter ihrer Reputation leidet und in den ersten drei Monaten einen Geldabfluss von netto rund 18 Milliarden Franken beklagt, verzeichnete die CS einen rekordhohen Geldzufluss von 26 Milliarden Franken. Dies trotz des gelockerten Bankgeheimnisses und der Affäre um gestohlenen Bankdaten.

Im Vergleich zum Schlussquartal 2009 hat sich der Nettoneugeldzufluss der CS damit mehr als verdoppelt. Laut Fassbind hat die Bank seit 2005 in einem Quartal nie mehr so viele neuen Kundengelder entgegennehmen können wie von Januar bis März dieses Jahres.

Das Geld floss der Bank insbesondere im Schweizer Geschäft sowie von Kunden in den aufstrebenden Volkswirtschaften zu, sagte Fassbind weiter. Die von der Credit Suisse insgesamt verwalteten Vermögen stiegen in den letzten drei Monaten um 3,4 Prozent auf 1,27 Billionen Franken.

Bereit für neue Regulierung

Bezüglich der neuen Liquiditätsvorschriften der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) sieht sich die Credit Suisse gut positioniert, wie es hiess. Die Bank habe bereits zu Beginn der Finanzkrise über eine hohe Liquidität verfügt und sei bereit, die ab Ende Juni gültigen neuen Vorschriften zu erfüllen. (bru/sda)

Erstellt: 22.04.2010, 09:18 Uhr

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5 Kommentare

Alex Meyer

22.04.2010, 08:09 Uhr
Melden

Wie die Grossbanken zur Zeit satte gewinne schreiben ist schnell erklärt: billiges Geld von den Nationalbanken in z.B. Staatsanleihen gut verzinst. Die Zeche zahlt am Schluss wieder der Bürger, durch Geldentwertung, Sozialabbau, fehlende Infrastruktur…. Antworten


stephan kurz

22.04.2010, 09:02 Uhr
Melden

Wieder auf Kurs heisst exakt null gelernt und fröhlich weiter in die nächste Blase Antworten



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