CS-Aktie stürzt ab, Börsen finden keinen Boden

Die Bankaktien ziehen den SMI heftig runter. Keine Freude macht den Schweizer Exporteuren die Frankenentwicklung.

Abwärts in Schüben: Die CS-Aktie im Verlauf einer Woche.

Abwärts in Schüben: Die CS-Aktie im Verlauf einer Woche.

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Die Schweizer Börse hat ihre Verluste am Dienstag im Handelsverlauf ausgebaut. Der SMI notierte am frühen Nachmittag um 2,15 Prozent im Minus auf 7592 Punkten. «Die Stimmung ist schlecht», sagte ein Händler mit Blick auf die europäischen Aktienmärkte. «Was wir brauchen, ist ein Eingreifen der Notenbanken.»

Die Anleger sorgten sich zunehmend um den Zustand der Weltwirtschaft und würden immer nervöser. Das «Angstbarometer» Volatilitätsindex stieg auf ein Jahreshoch.

Zu den grössten Verlierern gehörten die Grossbanken. Die Anteile der Credit Suisse sackten um über 8 Prozent ab und die der UBS büssten mehr als 6 Prozent ein. Europaweit standen die Bankaktien auf den Verkaufszetteln. Die Anleger sorgten sich, dass der Bankensektor unterkapitalisiert sein könnte. Die Titel der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel verloren 3,9 respektive 4,5 Prozent.

Auch die Versicherungswerte wurden abgestraft. Zurich fielen um 3,7 Prozent, Swiss Re um 2,5 Prozent.

Der Franken ist am Dienstag zum Euro auf den höchsten Stand seit zwei Wochen geklettert. Experten machten dafür die jüngste Euro-Schwäche verantwortlich, die wegen Sorgen um die Robustheit europäischer Banken und schwacher deutscher Konjunkturdaten unter Druck geriet.

Mit 1,0987 Franken markierte der Euro den niedrigsten Stand zur Schweizer Währung seit Ende Januar. Vor wenigen Tagen kostete ein Euro noch 1,12 Franken.

Spekulation über SNB-Interventionen

In den vergangenen Wochen war die Schweizer Währung ungewöhnlich schwach. Viele Experten stellte das vor ein Rätsel, weil der Franken gemeinhin als sicherer Hafen in schwierigen Zeiten gilt. Von den jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten hatte er sich jedoch unbeeindruckt gezeigt.

Einige Börsianer hatten daher vermutet, die Schweizer Notenbank habe ihre Finger im Spiel und die Währung über Interventionen am Devisenmarkt gezielt geschwächt. Denn die SNB-Führungsriege um Notenbankpräsident Thomas Jordan hält den Franken für überbewertet und setzt neben den bestehenden Negativzinsen auf Eingriffe am Devisenmarkt, um die Währung für Investoren weniger attraktiv zu machen.

Export leidet

Ein starker Franken schadet der exportorientierten Schweizer Wirtschaft. Die SNB hatte den Höhenflug des Frankens jahrelang mit einem Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken gebremst. Vor rund einem Jahr hatte sie diesen jedoch überraschend aufgegeben. Das hatte den Euro an einem Tag zeitweise unter einen Franken gedrückt. (sda)

(Erstellt: 09.02.2016, 12:56 Uhr) Update folgt...

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