Chinesen verzichten wegen Fingerabdruck auf Schweiz-Reise

Für ein Schengen-Visum müssen Chinesen seit letztem November persönlich auf dem Konsulat erscheinen. Andere europäische Länder vergeben Visa leichter als die Schweiz.

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Noch im letzten Jahr konnte die Schweizer Hotellerie einen starken Zuwachs an Gästen aus Festlandchina feiern. Die Zahl der Übernachtungen war gegenüber 2014 um 33 Prozent gestiegen. In diesem Winter endete das rasante Wachstum jedoch abrupt, wie SRF berichtet. Erstmals seit zehn Jahren seien diesen Winter weniger Chinesen in die Schweiz gereist.

Dafür könnten mehrere Gründe verantwortlich sein. Zu den üblichen Verdächtigen gehört der starke Franken. Laut SRF könnte aber vor allem eine administrative Hürde Chinesen von einer Reise in die Schweiz abhalten.

Seit November müssen Chinesen einen Fingerabdruck abgeben, wenn sie ein Schengen-Visum beantragen. Zudem müssen sie persönlich auf dem Konsulat erscheinen. Die Schweiz hat deshalb Ende Januar schon drei neue Visa-Annahmestellen in China eröffnet. Neun weitere sollen folgen.

Bern im Rückstand

Andere Länder seien aber schneller gewesen, schreibt SRF. Sie hätten damit einen wichtigen Vorsprung gewonnen. Erhält ein Chinese beispielsweise ein Schengen-Visum von Frankreich, muss er dort einreisen oder einen grossen Teil seines Europa-Aufenthalts dort verbringen. Die Schweizer Tourismus-Förderer müssen also versuchen, die Schweiz als Hauptdestination in die Programme von Reiseveranstaltern zu bringen.

Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid sieht hier aber Schwierigkeiten: «Wir setzen uns natürlich für eine möglichst lange Aufenthaltsdauer in der Schweiz ein. Dort sehen wir aber zurzeit ganz klar eine Bremsung», sagt er zu SRF.

Ausserdem gäbe es andere Länder, die es angeblich weniger streng mit den Bestimmungen zur Erteilung von Visa nehmen. Chinesische Reiseblogs gäben Empfehlungen ab, welche Staaten ein lockeres Visa-Regime führten.

Wirtschaftliche Verunsicherung und Terrorangst

Für den Rückgang der Anzahl Touristen aus China dürften noch weitere Faktoren eine Rolle spielen. Die Verunsicherung über die wirtschaftliche Entwicklung im hoch verschuldeten, von der kommunistischen Partei regierten Land ist einer davon. Vor rund zehn Tagen sagte die Direktorin des Hotels Monopol in Luzern, Brigitte Haller, der «Neuen Luzerner Zeitung», es habe je nach Wirtschaftslage im Herkunftsland schon öfter Stornierungsphasen gegeben.

Insider aus der Tourismusbranche machten für den aktuellen Rückgang asiatischer Gäste und insbesondere der Chinesen Terrorangst als Hauptgrund aus. Die Attentate von Paris im November hätten sich negativ auf die Schweizer Touristen-Zahlen ausgewirkt. (rub)

(Erstellt: 29.03.2016, 10:53 Uhr)

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