Wirtschaft

Das Rennen um die Zuppiger-Nachfolge

Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 19.12.2011 12 Kommentare

Fast 300'000 Firmen gehören dem schweizerischen Gewerbeverband an. Die Neu-Besetzung der Spitze ist von Bedeutung. Mehrere Namen sind im Umlauf, und eine Frage ist entscheidend.

Der Vorgänger und sein Nachfolger? Jean-François Rime hat Interesse am Gewerbeverbandspräsidium, das zuvor von Bruno Zuppiger geführt wurde.

Der Vorgänger und sein Nachfolger? Jean-François Rime hat Interesse am Gewerbeverbandspräsidium, das zuvor von Bruno Zuppiger geführt wurde.
Bild: Reuters

Jean-René Fournier, Walliser Ständerat wird genauso als Kandidat gehandelt, wie ... (Bild: Keystone )

... wie der Luzerner Ruedi Lustenberger. (Bild: Keystone )

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«Diese Aufgabe interessiert mich», sagt Jean-François Rime auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Es geht um den freigewordenen Posten des Gewerbeverbandspräsidenten. Dies, nachdem Bruno Zuppiger in der Folge der Erb-Affäre per sofort zurücktrat. Mit knapp 300'000 Mitgliedern bringt der Verband einiges Gewicht in die Waagschale. Im vergangenen Sommer drohte der Vorstand das CO2-Gesetz sowie das Präventionsgesetz per Referendum abzuschiessen. Mit Erfolg: Beide Vorlagen wurden angepasst.

Am Mittwoch entscheidet der Vorstand des Gewerbeverbandes (SGV) über das weitere Vorgehen, darunter die Interimsregelung. Die Wahl des Nachfolgers ist auf den 23. Mai angesetzt. Für die Nachfolge Zuppigers infrage kommen Mitglieder des Vorstandes oder allenfalls auch externe Kandidaten. «Auf jeden Fall müssen sie im Gewerbe verankert sein», sagt SGV-Direktor Hans-Ulrich Bigler zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Die Reihe wäre an der CVP

Das kann man von Jean-Francois Rime behaupten. Der Sägerei-Unternehmer sieht aber noch mehr Trümpfe auf seiner Seite: «Noch nie war ein Romand Präsident des Gewerbeverbandes.» Rime hatte sich schon vor zwei Jahren für den Posten interessiert, gewählt wurde dann aber der Zürcher Oberländer Zuppiger.

Neben Rime machen derzeit noch weitere Namen die Runde: Ruedi Lustenberger, Luzerner Nationalrat und Schreinermeister sowie Jean-René Fournier, Walliser Ständerat. Beide sind Mitglieder der CVP. Und das bringt die Sache auf die parteipolitische Ebene. Für Bigler ist die Parteizugehörigkeit «ein Kriterium» – unter mehreren – der Nachfolgeregelung. Interessant: Vor SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger lag das Präsidium in den Händen von FDP-Politiker Edi Engelberger. Ginge es nach Parteipolitik, würde das Amt also bei der dritten Gewerblerpartei, der CVP landen.

Wichtige Haltung zur Personenfreizügigkeit

Was Bigler aber als wichtigste Kriterien benennt: «Es muss sicher ein Parlamentarier sein und er sollte im Gewerbe verankert sein.» Nicht offizielles Kriterium für eine mögliche Wahl, aber trotzdem von entscheidender Bedeutung ist die Position in wichtigen politischen Fragen. So musste Bruno Zuppiger seine ursprüngliche Anti-Personenfreizügigkeit-Haltung auf Druck von aussen aufgeben. Das sagt auch Rime: «Ich müsste sicher vom Initiativkommitee zurücktreten.» Was er meint, ist die SVP-Volksinitiative zur Begrenzung der Einwanderung.

Alle möglichen Kandidaten müssen von ihren kantonalen Sektionen vorgeschlagen werden. Dass ihm mit den kurz aufeinanderfolgenden Niederlagen bei der Ständeratswahl und der Bundesratswahl der Nimbus des Verlierers anhaftet, verneint Rime: «Das schreibt ihr Journalisten. Meine Chancen sind deswegen nicht kleiner geworden.» Weder Lustenberger noch Fournier konnten für eine Stellungnahme erreicht werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.12.2011, 17:49 Uhr

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12 Kommentare

Christoph Bisel

19.12.2011, 18:10 Uhr
Melden 29 Empfehlung

Endlich ein Politiker, der klar sagt, dass seine Meinung käuflich ist - für 80'000 Franken Jahres-Gehalt wäre Herrn Rime dann die Einwanderungsinitiative egal... Gut zu wissen, was so eine Politikermeinung in etwa kostet. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Antworten


Bolle Brumann

19.12.2011, 19:27 Uhr
Melden 22 Empfehlung

Schon interessant. Da werden vehement politische Positionen vertreten, aber kaum lockt ein interessanter Job ist man ohne weiteres bereit, die Meinung um 180 Grad zu ändern. Ist denn jetzt die Personenfreizügigkeit was Schlechtes, das man als Mitglied des Anti-Initiativkommitees bekämpfen muss, oder was Gutes, das man als Gewerbeverbandspräsident unterstützt? Antworten



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