Wirtschaft

Der Euro im freien Fall

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 29.06.2010

Der Euro fällt gegenüber dem Franken von Minute zu Minute. Die Flucht in die Schweizer Währung hält an und die Nationalbank hat erneut klar gemacht, dass sie nicht gegen den Verfall des Euro einschreiten wird.

Fällt und fällt und fällt: Euro.

Fällt und fällt und fällt: Euro.
Bild: afp

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Der Wertzuwachs des Frankens ist nicht aufzuhalten. Alleine heute ist der Kurs des Euro von 1.336 Franken auf aktuell noch knapp unter 1.32 gefallen. Besonders dramatisch für die Schweizer Exportindustrie ist, dass sich auch der Dollar gegenüber dem Franken stark abgewertet hat. Momentan notiert er gerade noch bei rund 1.08 Franken.

«Den Stein ins Rollen gebracht hat die Schweizerische Nationalbank, nur sie kann ihn wieder stoppen», sagt der Leiter des Währungsresearch bei der UBS, Thomas Flury. Tatsächlich hat der Franken sich weiter und ungebremst aufgewertet, nachdem die Nationalbank erklärt hat, sie sehe in dieser Entwicklung keine weitere Deflationsgefahren mehr. Damit hat sie deutlich gemacht, dass sie nicht mehr zur Schwächung an den Devisenmärkten intervenieren wird. Ein Grund für diese plötzliche Zurückhaltung ist auch, dass die massiven bisher getätigten Eurokäufe zur Schwächung des Frankens einerseits zu einem Klumpenrisiko in der SNB-Bilanz geführt haben und andererseits die damit verbundene massive Frankenschwemme mittelfristig das Inflationspotenzial erhöht.

Die Nationalbank sieht keinen Handlungsbedarf

Deshalb wird die Nationalbank aller Wahrscheinlichkeit auch einer weiteren Aufwertung des Frankens tatenlos zusehen. Ursina Kubli, Währungsanalystin der Bank Sarasin glaubt, die SNB (SNBN 1089 2.06%) wird erst bei einem Kurs von 1.25 Franken pro Euro wieder intervenieren. Kubli verweist auch darauf, dass erst am Montag das SNB-Direktionsmitglied Jean-Pierre Danthine – bei einem Eurokurs von 1.33 Franken – noch einmal betont hat, sein Institut sehe keine Deflationsgefahren mehr. Würde die SNB bei einem Eurokurs von wenigen Rappen tiefer dennoch eingreifen, wäre das keine besonders glaubwürdige Kommunikation. Für die Exportindustrie wäre ein Kurs von 1.25 Franken pro Euro allerdings ein Schreckszenario. Sie hat sich bisher dank guter Entwicklung zwar zurückgehalten, doch gleichzeitig haben ihre Vertreter stets betont, der erträgliche Eurokurs liege für sie zwischen 1.40 und 1.50 Franken. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.06.2010, 17:23 Uhr

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