Wirtschaft

«Die Ängste sind übertrieben»

Interview: Markus Diem Meier. Aktualisiert am 07.07.2010 19 Kommentare

Der Chefökonom der Bank Sarasin Jan Amrit Poser hält im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet die Ängste von US-Ökonomen für übertrieben. Die Weltkonjunktur würde sich gegen Jahresende nur leicht abschwächen.

«Wir denken nicht, dass der Frankenkurs zum Euro unter die Grenze von 1.30 Franken fällt»: Chefökonom der Bank Sarasin Jan Amrit Poser.

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Führende Ökonomen warnen erneut vor einer Depression.

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Anders als die US-Topökonomen wie Paul Krugman oder Robert Shiller, die sogar von einer drohenden «dritten Depression» sprechen (siehe Artikel zum Thema) sieht der Chefökonom der Bank Sarasin, Jan Amrit Poser, die nächste Zukunft sowohl von Seiten der Konjunktur, wie der Kapitalmärkte weit optimistischer.

Die jüngsten negativen Daten aus den USA, die weltweit die Konjunkturängste weiter anschwellen liessen, waren seiner Ansicht nach keine Überraschung, wie er im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt: «Geringere Wachstumsraten in der zweiten Jahreshälfte waren zu erwarten». Die Konjunkturdaten würden jedenfalls keinen, so genannten «Double Dipp» anzeigen – eine erneute Weltrezession – und schon gar keine Depression.

Aufwärtspotenzial an den Börsen

Angesichts des momentan vorherrschenden Pessimismus rechnet Poser sogar an den Aktienmärkten kurzzeitig mit Aufwärtspotenzial: «Wir erwarten, dass die nächste Berichtssaison sehr positive Effekte zeigen wird und dass die Märkte sogar unterschossen haben und möglicherweise eine Sommerrally hinlegen werden.»

Ein Grund für neuen Sorgen waren enttäuschende Zahlen zum Konsumentenvertrauen in den USA von letzter Woche. Auch dem misst Poser keine überaus grosse Bedeutung zu. In Europa blieben die Konsumenten trotz der Probleme in der EU zuversichtlich: «Das Konsumentenvertrauen in Europa hat wegen der Verschuldungskrise nicht einen derart harten Schlag hingenommen.» Allerdings gebe es auf dem alten Kontinent Ängste um die Banken. Diese werden seiner Ansicht nach mit den geplanten Stresstests allerdings ausgeräumt.

Sparmassnahmen der Regierungen als Politmarketing

Auch die vor allem von US-Ökonomen genannte Sorge um eine Schwächung der Konjunktur durch die geplanten Sparmassnahmen hält Poser für übertrieben. Das Wachstum werde deswegen über die nächsten zehn Jahre kleiner ausfallen. Um die Konjunkturlokomotive zu stoppen, seien die bisher beschlossenen Sparmassnahmen allerdings zu gering: «Es ging mehr um eine vertrauensbildende Massnahme, um zu zeigen, das die Regierungen etwas tun», sagt Poser.

Zu den Aktienmärkten meinte der Chefökonom, dass der Absturz von 20 Prozent in den USA bereits einen «Double Dipp» implizieren würde, der aber nicht kommen werde. Die sich allerdings wieder abschwächende Konjunktur ist für die Bank Sarasin allerdings Grund genug, im vierten Quartal wieder Aktien zu verkaufen.

Keine weitere Aufwertung des Frankens

Auch zur Stärke des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro nahm der Sarasin-Chefökonom Stellung. Mit einer weiteren Aufwertung rechnet er nicht: «Wir denken nicht, dass der Frankenkurs zum Euro unter die Grenze von 1.30 Franken fällt.» Die Schweizer Währung sei sowohl im historischen Vergleich, wie auch von der Kaufkraftparität her momentan schon sehr hoch. Trotz der teuren Währung rechnet Poser für die Schweiz nicht mit einer wesentlichen Wachstumsabschwächung, auch wenn man bereits «Schmerzensschreie aus dem Tourismus und der Exportindustrie» höre. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.07.2010, 12:00 Uhr

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19 Kommentare

martin rüger

07.07.2010, 12:11 Uhr
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ist das diesselbe Person, die noch kurz vor dem Zusammenbruch von Griechenland meinte, jetzt Griechenaktien kaufen und dann später, BP sei ein Schnäppchen und zugreiffen ! Ehrlich, glaubt diesen Leuten nicht, denn sie wissen auch nicht wie die Zukunft aussieht ! Wenn man in den Unabhängigen Onlinemedien so durchliest, dann zeichnet sich ein ganz anderes Bild. Diese Leute verkaufen nur teure Worte! Antworten


stjepan Ilic

07.07.2010, 12:19 Uhr
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Hauptsache sein Geldbeutel ist am Ende des Jahres durchs Zocken an der Börse wieder voll. Man sollte diese Spielwiese der Banken die Börse abschaffen ein Teufelswerkzeug weniger auf der Welt. Die 40 Millionen Menschen in den USA die Food Stamps Bezieher sind und sich nicht mal mehr anständig essen leisten können sind wohl uninteressant, hauptsache die Banken generieren durch zocken Gewinne. Antworten



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