Wirtschaft
«Die Briten haben uns abgezockt»
Aktualisiert am 01.02.2010 9 Kommentare
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Zur Person
Henry «Hank» Paulson ist ein US-amerikanischer Geschäftsmann und Politiker. Von 1999 bis 2006 war er Vorsitzender und CEO der US-Investmentbank Goldman Sachs. Am 30. Mai 2006 nominierte Präsident George W. Bush Paulson für das Amt des Finanzministers. Die Nominierung wurde vom Senat am 28. Juni 2006 bestätigt. Vom 3. Juli 2006 bis zum 20. Januar 2009 war Paulson als Nachfolger von John W. Snow der 74. Finanzminister der USA. Sein Nachfolger ist Timothy F. Geithner aus der Regierung von Barack Obama. (Wikipedia)
Der heute 64-jährige Henry «Hank» Paulson war von 2006 bis 2008 US-Finanzminister. Er hat also die dramatischen Tage rund um den folgenschweren Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers hautnah miterlebt. Es ist die erste ausgedehnte Darstellung über den Beginn der Finanzkrise, geschildert von einem wichtigen Entscheidungsträger. «Am Rande des Abgrunds» («On the Brink») erscheint morgen in den USA. Und es ist ohne Rücksicht auf andere beteiligte Akteure geschrieben. So wie man eben «Hank» kennt.
Paulson macht in seinem Buch schwere Anschuldigungen. Er will ausgemacht haben, wer die Hauptverantwortung an der Jahrhundertpleite trägt: Alle anderen. Aber ganz sicher nicht die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) oder die anderen Wall-Street-Häuser. Er nennt sogar ganz konkret einen Namen: Alistair Darling. Der noch heute amtierende britische Schatzkanzler habe die Übernahme von Lehman Brothers durch die britische Bank Barclays in letzter Sekunde verhindert. «Die Briten haben uns abgezockt», zürnt Paulson in seinem Buch gemäss der «Financial Times Deutschland».
Darling habe befürchtet, dass Barclays von Lehman Brothers mitgerissen würde. Deshalb habe er Barclays trotz Paulsons flehentlichem Bitten verboten, den Konkurrenten ausnahmsweise ohne Hauptversammlungsbeschluss zu übernehmen, schreibt das Wirtschaftsblatt.
Breitseite gegen Sarah Palin
Auch mit den eigenen Parteifreunden geht Paulson nicht gerade zimperlich um. Während ihn der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama schwer beeindruckt habe, sei dessen Gegenspieler John McCain weit weniger geeignet gewesen, ins Weisse Haus einzuziehen - geschweige denn McCains Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin.
Über Palin schreibt Paulson gemäss «Washington Post». «Sie nannte mich vom ersten Moment an Hank. Jeder nennt mich so (...) Ich mag das auch. Aber wie sie es am Telefon sagte, obwohl wir uns da noch nie persönlich getroffen hatten, passte mir nicht.» Und weiter: «Ich bin mir nicht sicher, ob sie damals die ganze Tragweite der Situation erfasst hatte.»
(bru)
Erstellt: 01.02.2010, 14:05 Uhr
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9 Kommentare
Die Amis sollten aufhören immer "Fingerpointing" zu machen. Es könnte sonst irgendwann auf sie selbst zurückfallen. Und wenn man ein altes dickes Buch liest, dann sieht man dass Amerika von der Landkarte getilgt werden wird und dies schon bald. Vielleicht erinnern sich dann solche Grossmäuler wie Hank dann daran dass sie statt zu verurteilen lieber etwas anderes getan hätten, nämlich zu vergeben. Antworten
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