Wirtschaft
Die grössten Finanzrisiken für die Vereinigten Staaten
Aktualisiert am 19.04.2011 84 Kommentare
Verluste an den Börsen
Die Ratingagentur Standard & Poor's hat am Montag ihre Einschätzung bezüglich der USA verändert. Die Kreditanalysten sehen die Top-Bonität des Landes in Gefahr und senkten den Ausblick auf «negativ».
Die schlechte Prognose führte an der New Yorker Börse zum schwersten Einbruch der Aktienkurse seit mehreren Monaten.
Der Dow-Jones-Index der 30 wichtigsten Industriewerte gab um 140,24 Punkte oder 1,1 Prozent nach und schloss bei 12.201,59 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 29,27 Punkte oder 1,1 Prozent und ging auf 2.735,38 Zähler zurück.
Artikel zum Thema
- Verluste auch an der Schweizer Börse
- Der Auftakt für eine «Schuldenkrise USA»?
- Standard & Poor's droht USA mit Verlust der Bestnote
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Die Finanzen der Gemeinden und Bundesstaaten
Die Pensionsverpflichtungen der Bundesstaaten lasten auf deren Haushalt, und eine mögliche Unterfinanzierung gilt als eines der grössten langfristigen Probleme. Unklar ist, wie weitreichend die Unterfinanzierung ist. Die Schätzungen reichen von 700 Milliarden Dollar bis drei Billionen Dollar.
Dazu kommt, dass die Steuereinnahmen einbrechen. Sämtliche US-Bundesstaaten – mit Ausnahme von Vermont – sowie viele Städte und Bezirke müssen ihr Haushaltsjahr ausgeglichen abschliessen.
Angesichts der prekären Lage vieler Staaten erwägen einige Republikaner im Kongress eine Gesetzesänderung, die den Bankrott von Bundesstaaten zulassen würde. Derzeit finanzieren sich Gemeinden vor allem über steuerfreie Anleihen, die in den USA als sichere Anlage für Privatpersonen gelten. Das Volumen dieses Marktsegmentes beläuft sich auf 2,8 Billionen Dollar.
Der Haushalt als Spielball der grossen Parteien
Die Neuverschuldung liegt den aktuellen Planungen zufolge 2011 bei fast elf Prozent der Wirtschaftsleistung oder 1,65 Billionen Dollar. Die gesamte Verschuldung dürfte bis Mitte Mai auf 14,3 Billionen Dollar steigen und damit die gesetzlich vorgeschriebene Schuldenobergrenze erreichen. Sollte diese Grenze nicht angehoben werden, könnte das eine Staatspleite auslösen.
Dass gespart werden muss, ist allen Seiten bewusst. Umstritten zwischen Republikanern und Demokraten sind aber das Wie, Wo und wie viel. Während Präsident Barack Obama an den Ausgaben sparen und Steuererleichterungen für Gutverdiener auslaufen lassen will, sprechen sich die Republikaner für weitergehende Einsparungen aus, wollen aber an den Steuergutschriften festhalten. Zugleich wittern sie die Chance, die ungeliebte Gesundheitsreform doch noch zu kippen.
Ein Teufelskreis durch Anstieg der Renditen?
Die Rendite der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihen legte nach der Entscheidung von S&P zu. Sie liegt nun bei 3,4 Prozent und damit höher als die Zinsen für die vergleichbaren deutschen Papiere. Noch im Oktober musste die US-Regierung lediglich 2,4 Prozent zahlen.
Experten rechnen mit einem weiteren Anstieg. So sagte Pimco-Fondsmanager Bill Gross zuletzt, eine Vier vor dem Komma sei eine «rationale Erwartung», sollte die US-Notenbank den Kauf von Staatsanleihen einstellen. Mit den höheren Renditen wird die Verschuldung der USA weiter wachsen. (raa/sda)
Erstellt: 18.04.2011, 22:50 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
84 Kommentare
Die Schuldenobergrenze wird bestimmt angehoben, dazu sollte ja die Bewertung von S&P dienen. Der Druck auf die Politiker sollte erhöht werden - bzw. ihnen sollte eine Ausrede geliefert werden, damit sie endlich beginnen den Bürger zu Tode zu sparen. Wer glaubt man habe es hier mit unabhängigen Akteuren zu tun, die nicht ein gemeinsames Ziel verfolgten, der befindet sich im Irrtum. Antworten
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 22:09Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 12:15Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 10:16UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Bitte warten

