Wirtschaft
Dow-Jones sackt über 300 Punkte ab
Aktualisiert am 07.11.2012 24 Kommentare
Auf Obama warten grosse wirtschaftliche Herausforderunge: Ein Händler an der New York Stock Exchange. (Archivbild Keystone) (Bild: Keystone )
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Die US-Börsen haben den Wahlsieg von US-Präsident Barack Obama mit kräftigen Kursverlusten quittiert. Anleger zeigten sich am Mittwoch zwar grundsätzlich erleichtert über den eindeutigen Wahlausgang, aber konzentrierten sich umgehend auf die am Jahresanfang drohende «Fiskalklippe». Diese könnte in Form automatischer Steuererhöhungen und Einsparungen die wirtschaftliche Erholung ersticken, wird befürchtet.
Werte aus der Kohleindustrie stürzten wegen des Wahlausgangs regelrecht ab, weil der Branche unter Obama strengere Vorschriften drohen. Alpha Natural Resources, Arch Coal und James River Coal verloren zwischen 12 und 30 Prozent.
Auch Aktien von Rüstungsunternehmen standen auf den Verkaufszetteln, weil die von Romney versprochene Aufstockung des Verteidigungsetats nicht Wirklichkeit wird. So fielen etwa United Technologies um rund drei Prozent.
Dagegen profitierten die Aktien von Schusswaffen-Herstellern von der Spekulation, dass sich Waffenfreunde nun mit neuen Pistolen und Gewehren eindecken, weil sie eine Verschärfung der Gesetze unter Obama fürchten. Deshalb sprangen die Aktien von Sturm Ruger um sieben Prozent in die Höhe und die Anteilsscheine von Smith & Wesson sogar um zehn Prozent.
Der Dow-Jones-Index büsste 2,4 Prozent ein und fiel dabei auf 12'932 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 12'876 und 13'228 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 stürzte ebenfalls um 2,4 Prozent ab auf 1394 Zähler.
Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 2,5 Prozent auf 2937 Punkte. Sowohl der Dow-Jones als auch der S&P-Index fielen auf den tiefsten Stand seit Anfang August.
SMI (SMI 7731.82 0.42%) taucht nach neuem Jahreshoch
Die Schweizer Börse ist heute Mittag vorübergehend auf den höchsten Stand seit April 2010 gestiegen. Händler sagten, mit dem raschen Sieg des amtierenden Präsidenten Barack Obama bei den US-Wahlen sei ein Unsicherheitsfaktor ausgeräumt. Viel ändern werde sich damit aber vorerst nicht, da bei den Wahlen in den Senat und das Repräsentantenhaus die bestehenden Mehrheitsverhältnisse zementiert wurden. Positiv sei für die Märkte aber, dass die lockere Geldpolitik der US-Notenbank fortgesetzt werden dürfte.
Gegen Mittag notierte der Schweizer Schwergewichte-Index SMI bei 6803 Zählern ein neues Jahreshoch. Danach setzten Abgaben ein. Zum Handelsschluss stand der SMI dann gegenüber dem Vorabend 0,71 Prozent tiefer bei 6698 Punkten. Der breite SPI schloss mit 6173 Punkten 0,74 Prozent im Minus. Kursgewinne verzeichnete zuletzt als einziger SMI-Titel die Aktien des Rückversicherers Swiss Re.
Auch in Deutschland gab der Aktienmarkt nach ursprünglichen Gewinnen nach. Der Leitindex Dax schloss um fast 2 Prozent tiefer bei 7233 Punkten. Im Minus bewegten sich auch die Börsenindizes anderer europäischer Länder. In London schloss die Börse 1,6 Prozent unter Vortagesniveau, in Paris um 2,0 Prozent.
Dollar fester
Bei den Devisen gewann der Dollar an Wert. Die US-Währung legte nach einem morgendlichen Rückgang am Nachmittag auf bis zu 93,8 Rappen danach auf 94,5 Rappen zu. Das ist der höchste Stand seit Anfang September. Der Euro dagegen schwächte sich leicht von 1,209 Franken am Morgen bis am Abend auf 1,206 Fr. ab.
Am Abend sollte die Regierungskoalition in Athen über neue Sparmassnahmen abstimmen, die Voraussetzung für weitere Hilfen der Euro-Partner sind. Nachdem das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen bekannt geworden war, hatte der Euro Auftrieb erhalten, weil Obama als Unterstützer des ultralockeren geldpolitischen Kurses der US-Notenbank Fed gilt. Die expansiven Massnahmen der Währungshüter drohen langfristig den Wert des Dollar zu verwässern.
Erleichterung in Asien
Mit Erleichterung haben am Morgen noch die Finanzmärkte in Asien auf die rasche Entscheidung bei der US-Präsidentschaftswahl reagiert. Der japanische Nikkei-Index stieg um knapp 0,1 Prozent auf 8976,40 Punkte, während der Hongkonger Hang-Seng-Index um 0,3 Prozent auf 22'0101,27 Punkte zulegte. Der südkoreanische Kospi-Index gewann 0,2 Prozent und notierte bei 1933,52 Zählern.
Der Wahlsieg von Barack Obama sei keine Überraschung, wichtig sei aber, dass die Wahl nicht zu einer Hängepartie geworden sei, lautete der Tenor unter Händlern. Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Wahlausgang würden nun aus dem Markt weichen.
Keine Spur von Euphorie
«Von Euphorie kann allerdings dennoch nicht die Rede sein», sagte ein Analyst. Da die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus behalten würden, müsse damit gerechnet werden, dass der Kongress gespalten bleibe und die Politik blockiere. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 0,03 Prozent bei 8972,89 Zählern. Der breit gefasste Topix legte dagegen leicht um 0,83 Punkte zu und schloss bei 745,71 Punkten.
Die Rohölhändler haben sich am frühen Morgen nahezu unbeeindruckt von der Wiederwahl Obamas gezeigt. Ein Barrel (159 Liter) der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Dezember-Lieferung kostete in der Früh 88,37 US-Dollar und damit 34 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent zur Dezember-Lieferung sank um 41 Cent auf 110,66 Dollar. (fko/rub/sda)
Erstellt: 07.11.2012, 09:58 Uhr
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24 Kommentare
"Der US-Währung scheint der Wahlsieg Obamas nicht gut zu tun". Huh... der Dollar ist gerade mal 1/3% runter... das ist in den vergangenen Wochen mehrmals passiert, in beide Richtungen. Ist schon interessant wie leichtfertig man solche Kommentare abgibt... Antworten
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