«Dr. Doom»: «Den USA droht eine Hyperinflation»
Prognostiziert eine galoppierende Geldentwertung: Börsenguru Marc Faber. imbabwe (Bild: Keystone)
«Doctor Doom»
Anleger weltweit spitzen die Ohren, wenn Faber die Aktienmärkte analysiert. Denn in der Vergangenheit lag er mit seinen Prognosen oft richtig. 1987 empfahl er den Anlegern eine Woche vor dem sogenannten schwarzen Montag, ihre Anteile zu verkaufen. Danach rasselten die Aktienmärkte in den Keller. Faber handelte sich damit den Übernahmen «Doctor Doom» (Doktor Unheil) ein. Im August 2007 sagte Faber voraus, dass ein Bärenmarkt, bzw. eine Baisse bevorstehe. Wenige Monate später brachen die Märkte ein.
«Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass der US-Wirtschaft eine Hyperinflation droht», erklärte der Schweizer Börsenguru auf Bloomberg TV. Faber prognostiziert, dass die Preise in einem Ausmass steigen könnten, wie im afrikanischen Staat Zimbabwe. Dort erreichte die Inflationsrate bei der letzten publizierten Erhebung 231 Millionen Prozent.
Als Grund für die galoppierende Geldentwertung nennt Faber die Abneigung der US-Notenbank, die Zinssätze zu heben; im Zuge der stark steigenden Staatsschulden werde sich die Fed dagegen sperren, an der Zinsschraube zu drehen. Trotz der Erholung an den Aktienmärkten glaubt Faber nicht, dass die globale Wirtschaft eine Blütezeit erleben werde wie in den Jahren 2006 und 2007, selbst wenn die Rezession überwunden sei.
Weniger dramatisch sieht man die Lage bei der US-Notenbank: Vor einer Woche erklärte Charles Prosser, Präsident der Federal Reserve Philadelphia, man erwarte, dass die Inflationsrate 2011 auf 2.5 Prozent klettere. Dies übersteige das angepeilte Inflationsziel zwischen 1.7 und 2 Prozent und stehe in Kontrast zu den Bedenken einiger Ökonomen, dass angesichts der wirtschaftlichen Abkühlung von einer deflationären Entwicklung auszugehen sei.
Aktien weltweit eher zu hoch bewertet
Die Aktienkurse in den USA hält Faber derzeit eher für überbewertet. Wegen des erhöhten Geldangebots geht er aber nicht davon aus, dass die Kurse auf neue Tiefststände fallen werden. Nichtsdestotrotz seien die Wertpapiere weltweit eher «überkauft» und «nicht preiswert». (dvp)
Erstellt: 28.05.2009, 15:01 Uhr
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