Wirtschaft

Ein zwingender Schritt

Die Zustimmung des deutschen Bundestages zum Rettungsschirm EFSF war ein Schritt in Richtung Vereinigte Staaten von Europa. Doch Experten mahnen, nicht weiter Zeit zu verlieren.

«Die Europäer haben bestenfalls 20 Wochen, um ihre Probleme zu lösen»: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nach ihrem gestrigen Erfolg im Bundestag.

«Die Europäer haben bestenfalls 20 Wochen, um ihre Probleme zu lösen»: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nach ihrem gestrigen Erfolg im Bundestag.
Bild: Keystone

Das wohl einflussreichste Buch der Finanzkrise: «This Time is Different» von Carmen M. Reinhart und Kenneth S. Rogoff.

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Abstimmung zum Rettungsschirm im Bundestag

Abstimmung zum Rettungsschirm im Bundestag
Der Bundestag hat nach kontroverser Debatte der Erweiterung des Euro-Rettungsschirms EFSF zugestimmt.

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Angela Merkel ist eine vorsichtige Politikerin mit einem Sinn für Populismus. Lange hat sie die «Faule Griechen»-Masche der «Bild»-Zeitung mitgespielt, weil sie wusste, dass dies dem deutschen Volksempfinden entsprach. Nun hat sie aber begriffen, dass der populistische Nationalismus eine wirklich bedrohliche Dimension angenommen hat. Nicht nur faule Griechen, sondern auch unvorsichtige deutsche Banken haben Euroland an den Rand des Kollaps gebracht. Und niemand würde unter einem solchen Kollaps mehr leiden als Deutschland selbst. «Es geht vor allem um uns», wiederholte die Kanzlerin in der Sendung von Günther Jauch am vergangenen Sonntag immer wieder.

Erkenntnis allein genügt nicht. Vor dem Ersten Weltkrieg hat Norman Angell in seinem berühmten Buch mit dem Titel «The Great Illusion» klar aufgezeigt, dass ein Krieg allen Beteiligten viel mehr Schaden als Nutzen zufügen würde. Die Wirtschaft war schon damals stark globalisiert. Wer hätte also ein Interesse daran, dies alles zu zerstören, fragte er mit einleuchtenden Argumenten. Trotzdem brach der Krieg aus und Angells Prognose ging in Erfüllung: Es gab nur Verlierer, und zwar in riesigem Ausmass. Der Erste Weltkrieg schuf die Voraussetzungen für die Grosse Depression und führte zu einem Rückspiel, zum Zweiten Weltkrieg.

Nur das Schlimmste verhindert

Europa befindet sich derzeit in einer vergleichbaren Situation. Ein Kollaps der Einheitswährung würde eine weltweite Krise ungeahnten Ausmasses auslösen. Wer kann also ein Interesse daran haben? Das kann man auch heute zu Recht fragen. Doch rationale Einsicht allein genügt nicht. Es braucht überzeugende, politische Führung. Deshalb ist es ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass die mächtigste Frau im wichtigsten europäischen Land die richtigen Massnahmen ergreift und dass sie dafür eine Mehrheit im Parlament findet.

Mit dem Ja des Bundestages ist nur das Schlimmste verhindert worden. «Es wird uns ein paar Wochen Ruhe bringen», sagt Carmen Reinhart in der «New York Times». «Aber es löst die beiden kritischen Probleme nicht: Es verringert den gewaltigen Schuldenberg nicht und es führt die Wirtschaft nicht auf einen Wachstumspfad zurück.»

Der grosse Wurf ist nötig

Reinhart hat zusammen mit Kenneth Rogoff «This Time is Different» verfasst, das wohl einflussreichste Buch der Finanzkrise. Ihr Co-Autor Rogoff, Professor in Harvard, ist ebenfalls skeptisch. «Die Europäer glauben immer noch, sie hätten 20 Jahre Zeit, um ihre Probleme zu lösen. Doch sie haben bestenfalls 20 Wochen.» Diese Lösung kann nicht mit kleinen Schritten erreicht werden. Es braucht einen grossen Wurf. Und Rogoff macht unzweideutig klar, wie dieser grosse Wurf auszusehen hat: «Am Ende dieses Schlamassels braucht es die Vereinigten Staaten von Europa.»

Wie genau diese Vereinigten Staaten aussehen müssen, lässt sich im Detail nicht sagen. Es braucht aber auf jeden Fall ein politisches Gegengewicht zur Europäischen Zentralbank. Die EZB macht heute notgedrungen Fiskalpolitik, obwohl sie dazu gar kein Mandat hat. Die Vereinigten Staaten von Europa brauchen auch eine Art Finanzausgleich, der die schlimmsten Ungleichheiten verhindert, und sie brauchen einen Mechanismus, der Defizitsünder zur Räson bringen kann. Das alles wird nicht zu einem gesellschaftlichen und kulturellen Einheitsbrei in Europa führen. Niemand will aus Finnen Italiener machen oder aus Deutschen Spanier. Es braucht schlicht und einfach politische Institutionen, die die Probleme des 21. Jahrhunderts demokratisch lösen können. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.09.2011, 12:06 Uhr

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52 Kommentare

Beat Urwyler

30.09.2011, 19:23 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Sehr interessante Kommentaare hier, Brüssel ist komplett korrupt, ist keine Demokratie usw.. Da wir in der Schweiz ja gegen Europa sind, regen wir uns doch immer wieder sehr über Europa auf. Sehen wir mal aus anderen Blickwinkel, in den meisten Jahrzehnten vor Europa herrschte weniger Demokratie, sehr viel mehr Korruption und meistens noch Krieg. So aollten wir das Expirement Europa neutral bewert Antworten


John Murdog

30.09.2011, 16:51 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Ein potlitisch Vereinigtes Europa wird es unter diesen Vorzeichen niemals geben. Deutsche Bürger denken, die finanzieren Griechenland + Co. Diese aber finden, ihre Regierung verscherbelt Tafelsilber an F/D um deren Banken zu bereichern. Berlin+Paris setzen auf All-In, um abzukassieren. Wenn Italien kippt, dann scheitert der Euro + die EU. Die SNB wird massiv mehr Geld drucken müssen. Ganz schlecht Antworten


Oliver van der Waerden

30.09.2011, 16:42 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Man kann nur hoffen, dass sich möglichst viele Menschen dieser Angstmacherei entziehen. Natürlich wäre es für die Brüsseler Clique toll, europaweit direkte Macht und die Steuerhoheit zu bekommen, um nicht alleine auf das Schmiergeld der Grosskonzerne angewiesen zu sein. Die europäischen Völker werden dieses neue Grossreich aber nicht mittragen. Antworten


Jacky Forrer

30.09.2011, 16:35 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Warum nur glauben so viele diesen machthungrigen Gebilden. Haben so viele nichts aus der Geschichte gelernt ? Nur in kleinen überschaubaren Einheiten kann, muss und wird der Bürger wargenommen. Dies weil die Gewählten so besser kontrolliert sind. Das gefällt halt nicht Allen. Ist es Zufall, dass man so oft hören muss: Wir können nicht anders, Brüssel hat so bestimmt ! Ade Freiheit! Ade Demokratie! Antworten


Gero Rubli

30.09.2011, 16:27 Uhr
Melden

"Ein Schritt in Richtung Vereinigte Staaten von Europa" wäre das vielleicht, wenn die Schuldenstaaten Bereitschaft zeigen würden, sich von Deutschland etc. an die Kandare nehmen zu lassen. Davon ist aber nichts zu merken.
Im übrigen ist der wirkungsvollste Mechanismus, der Defizitsünder zur Räson bringen kann, die Drohung mit der Staatspleite.
Antworten


Eron Thiersen

30.09.2011, 15:05 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Jetzt in einer Zeit der akuten Panik und einem Zustand der Hilflosigkeit innerhalb der Bürokratiemonsters Europaparlament den Schritt in den Bundesstaat zu wagen halte ich für den Suizidversuch europäischer Demokratie. Antworten


aaron waysenstein

30.09.2011, 14:42 Uhr
Melden 6 Empfehlung

europa kann nur vereint und mit einer bevollmächtigten eu-zentrale überleben. die nationalstaaten sind endgültig vorbei! das vereinte europa kann geschlossen gegen die usa und asien bestehen. alles andere ist ein witz! Antworten


Barbara Nägeli

30.09.2011, 15:04 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Luftschlösser bauen wir alle. Es wird erst problematisch, wenn wir versuchen, darin zu wohnen....


René Bitterlin

30.09.2011, 14:40 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Zur Zeit kommt aus den USA ein Trommelfeuer von unnötigen Belehrungen und falschen Anschuldigungen zur Finanz-Krise, Obama, Geithner, Stephens, BaZ 28.9. Die Real-Wirtschaften Europas funktionieren weitgehend gut, das Finanz-Schlamassel haben die Banker angerichtet. Gesucht sind europäische Politiker, die Europa POLITISCH weiterbringen und die 'Märkte' in die Schranken weisen ! Antworten


Anton Mahrer

30.09.2011, 14:39 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Hr. Löpfe findet es brauche nun den "Grossen Wurf". Das ist wohl genau das was die Eurokraten und EU-Günstlinge schon lange wollen. Damit wäre der Korruption und Vetternwirtschaft im Euroraum endgültig Tür und Tor geöffnet. Bedauerlich dürfte dabei sein, dass die lästige Demokratie diesem Grössenwahn den Riegel vorschieben wird. Antworten


martin stehli

30.09.2011, 14:20 Uhr
Melden 20 Empfehlung

Vor was fürchtet sich denn Brüssel am meisten? Genau: Vor mehr Mitsprache der Bevölkerung! Die Ansage von Barroso war ja glasklar: Mehr Macht für Brüssel! Genau mit solchen Forderungen enfremdet sich die EU aber immer mehr von ihren Bürgern. Aber das wird Brüssel eh egal sein... Antworten


Martin Kreidel

30.09.2011, 14:08 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Gestern hatte Fr. Merkel einen - na ja - "Erfolg". Der grundsätzlich verzweifelt gegen sie anschreibende Löpfe kann das einen Tag später natürlich nicht stehen lassen. Wie üblich werden irgendwelche angloamerikanischen "Experten" herangezogen - das sind nun die letzten, auf die eine Fr. Merkel hören muß. Tut es so weh, daß sich außerhalb der CH niemand um deren besserwisserische Kritik schert? Antworten


Daniel Graf

30.09.2011, 13:47 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Genau, Vereinigte Staaten von Europa in 20 Wochen ist nicht möglich. Und jetzt kommt Realpolitik: Ein Euro für die wirtschaftlich leistungsfähgen Länder und wieder die eigene Währung für den Rest. Wenn es die Politik nicht macht, wird es der Markt besorgen oder die Bevölkerung müpft auf - zu Recht. Die Zeit der Euroidiologen ist vorbei, niemand will den Griechen die Rente mit 57 finanzieren. Antworten


Jacky Forrer

30.09.2011, 13:40 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Das Volk hat nicht immer Recht. Diesen Spruch hört man in jüngster Zeit des öftern, dient aber nur dazu, die Demokratie auszuhebeln. Denn was ist Recht ? Wenn die Politiker das wüssten, was mit dem Spruch wohl unterstellt wird, hätten wir ja eine wunderbare Welt. Ich behaupte also : Die Politiker haben nicht immer Recht !Und folgere daraus : Lieber eine Demokratie als eine Diktatur. Weniger EU ! Antworten


Sandro Meier

30.09.2011, 13:37 Uhr
Melden 26 Empfehlung

Vereinigte Staaten von Europa!! Da haben wir eine neue UdSSR......eine Währung, eine Verfassung, eine zentralistische Regierung, viel Bürokratie..... Antworten


Reto Huber

30.09.2011, 13:32 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Der Artikel ist das Beste zum Thema was seit langem zu lesen war. Nun wurde es endlich einmal geschrieben. Es gibt nur diesen Weg für die EU und den Weg zu beschreiten heisst sich endlich auf die Suche nach Demokratie zu machen. Nationale Egoismen jeder Art müssen dem Demokratischen Kompromiss weichen. Man braucht ja nur bei der Schweiz abzuschauen und das gleiche zu machen wie hier 1848. Antworten


Hans Breitenmoser

30.09.2011, 14:40 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Die Situation kann nicht mit 1848 verglichen werden als eine Zeit, der Sonderbundskrieg, frz. Revolution, Napoleonische Kriege und Restauration vorausgingen. Zudem wird kein Regierungschef wird in Europa freiwillig Macht an die EU abtreten


Bruno Schnider

30.09.2011, 13:30 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Die Vereinigten Staaten von Europa können nicht top down konstruiert werden. Zu verschieden waren die strukturellen Ausgangssituationen sowie der Ist-Zustand hinsichtlich Konkurrenzfähigkeit, sozialstaatlicher Rahmenbedingungen, Bildungskultur, Mentalität, etc. etc. So kann ein Europa nicht gelingen. Ein anderer Weg über eine Angleichung der Rahmenbedingungen hätte mehr Erfolg gehabt. Antworten


Lennart Kirill

30.09.2011, 13:29 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Wie kann man demokratische Lösungen für ein System finden, das vermutlich auf dem demokratischen Weg einer
Volksabstimmung gar nie von den Stimmbürgern gut geheissen worden wäre? Das von P. Löpfe geforderte System wird
nur auf dem Weg von weniger Demokratie und mehr Entmündigung der Menschen machbar sein. Wie überzeugen wir die
Menschen vom Nutzen der eigenen Verkslavung, das wird die Gretchen
Antworten


Andy Bissig

30.09.2011, 13:28 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Ja richtig, zuviel Geld will gewinnbringend angelegt werden, deshalb hat man ja auch Griechenland soviel Geld geliehen und viele die es nicht noetig haben, haben kraefig verdient. Man beachte die Analogie zu Argentinien. Ich will kein "multikulti" Europa, ich will in Italien ne feine Pizza essen und in Deutschland gutes Bier geniessen und nicht ein Einheitsbrei aus Junkfood mit Heineken. Antworten


Hanspeter Niederer

30.09.2011, 13:27 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Der Marktgläubige Löpfe ruft nach noch mehr Macht für den Markt und seine Gehilfen, die den Karren in den Dreck gefahren haben. Europa soll zurück auf Feld 1, im Klartext souveräne Nationalstaaten mit Grenzkontrollen und eigener Währung. Zollgebühren sollen europaweit abgeschafft werden. Ausbau der direkten Demokratie nach Schweizer Modell. Europa ist nicht USA, Herr Löpfe. Antworten


Hanspeter Niederer

30.09.2011, 19:38 Uhr
Melden 2 Empfehlung

@muesel 1706: ist ja nur meine emotionale, von gesundem Menschenverstand gespiesene Einschätzung des Problems. (Achtung: ich weiss, dass "der gesunde Menschenverstand" erst nachträglich auf seinen Wert überprüft werden kann). Was meinen Sie zum Vorschlag, dass alle EU-Mitgliedsstaaten eine Volksabstimmung machen zu der Frage der Kompetenzerweiterung des EU-Parlaments in Brüssel?


andreas muesel

30.09.2011, 17:06 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Ist schon komisch Herr Niederer. In jedem Tagi-Artikel in dem von außen darauf hingewiesen wird was die CH machen sollte, verbittet man sich hier vehement die Einmischung. Von wegen eigene Tür kehren, souverän und was weiß ich. Aber Sie schaffen es in 400 Zeichen massgeblich zu entscheiden, wie sich 500 Mio. verhalten sollten? Respekt!


Thomas Meier

30.09.2011, 14:21 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Das Problem ist ja wohl eindeutig zu wenig Markt und nicht zu viel. Die EU, der Euro, die EZB und die Schulden sind nicht im Markt entstanden, sondern künstliche Gebilde von Politikern erschaffen. Politiker und Regulierungen versagen immer, schauen Sie sich nur die Geschichte an...


John Peer

30.09.2011, 13:47 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Achtung mit den "Markt"-Vorwürfen: Mehr Macht für den Markt wären mehrere marktbasierte, unabhängige Währungen statt inflationäres Fiat-Einheits-Papiergeld unter der Knute von Politikern. Das aktuelle Geldystem ist ein Politiker/Bankster-System, kein Marktsystem.


Urs Dudli

30.09.2011, 13:22 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Herr Löpfe sagt ja nicht, dass es einfach wäre. Er meint damit nur, dass, wenn wirklich fundamentale Probleme zu bewältigen sind, mit einer Zunge sprechen und entsprechend verbindlich handeln muss. Es kann ja nicht sein, dass ein einziges Mitglied eine grosse Mehrheit aushebeln kann. So wie das Heute läuft, werden immer wervolle Zeit und Ressourcen verschwendet, dabei das Problem noch grösser. Antworten


Philipp Rittermann

30.09.2011, 13:09 Uhr
Melden 16 Empfehlung

wann nur begreifen es auch die deutschen -> das eu-gebilde in seiner jetzigen form ist tot. dieses "fass-ohne-boden" weiter teuer zu subventionieren ohne klares ziel schadet der gesamtwirtschaft. -> lieber "ein ende mit schrecken, als ein schrecken ohne ende!" Antworten


Urs Dudli

30.09.2011, 13:26 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Man kann lange erzählen, dass das Gebilde tot sei. Fakt ist, die EU gibt es und es wird auch nicht einfach verschwinden. Es zu verbessern ist natürlich Pflicht. Aber was kümmert uns das eigentlich, wir wollen ja eh nicht mitmachen...


Parvaneh Ferhadi

30.09.2011, 12:57 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Es braucht keine Vereinigte Staaten von Europe, denn dies wird das Problem nicht lösen. Das sieht man daran, dass es den Vereinigten Staaten von Amerika auch nicht besser geht. Das Problem ging nicht nur von den U.S.A. aus, es liegt nämlich immer noch in den U.S.A. auch wenn die MSM sich entschlossen haben, dies zu ignorieren und stattdessen irgendwelchen Hirngespinste (auch aus den USA) zu melden Antworten


Mike Keller

30.09.2011, 17:54 Uhr
Melden

@Ferhadi: Sie vergessen wohl sehr wie stark unsere UBS, eine Schweizer Bank, mitbeteiligt war. Ueberlegen Sie auch mal weshalb Sie überhaupt Internet oder ein Iphone gebrauchen können - sicher nicht dank GR. GR ist nicht wegen den USA pleite, aber aufgrund Misswirtschaft, Korruption sowie fehlender Innovation. Jetzt werden die EU-Banken gerettet, in dem man GR ein wenig leben lässt.


Parvaneh Ferhadi

30.09.2011, 14:32 Uhr
Melden 4 Empfehlung

@Keller: Tja, man muss eben die Geschichte der Krise kennen und nicht gleich wieder alles vergessen, nachdem mans gelesen hat. Dann kommt man automatisch darauf, wo die Ursache des Problems liegt. Produktivität ist auch nicht der einzige Masstab oder Kriterium und die kann man zudem noch auf verschiedene Arten messen. Die USA waren sehr produktiv - im produzieren von Schulden und Schrottpapieren.


Mike Keller

30.09.2011, 13:21 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Typisch. Läuft's nicht ist die USA schuld. Glaube kaum, dass die Amerikaner was dafür können, wenn die Südstaaten in Europa nicht produktiv und teils derart korrupt sind. Von nichts kommt nichts, und das gilt auch für Griechenland.


John Peer

30.09.2011, 12:45 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Mein Vorschlag: Freihandelszone und Personenfreizügigkeit ja, denn so entsteht Wohlstand, alles andere Nein - v.a. der Euro nicht. Zuviel Macht an einem Ort führt immer zu Problemen. Besser viele verschiedene regionale Systeme, wo man ausprobieren kann, was am besten funktioniert und flexibel reagieren kann. Durch die direkte Konkurrenz wären die Politiker gezwungen, die besten Lösungen anzubieten Antworten


Andreas Konz

30.09.2011, 12:39 Uhr
Melden 44 Empfehlung

Herr Löpfe, es braucht erstens mal eine Abstimmung in JEDEM EU-land, ob das die Menschen auch möchten. Ansonsten wäre dass eine verfassungswidrige, undemokratische Entscheidung. Aber da das Ergebnis der "Elite" ohnehin klar ist - deutliches NEIN - wird man das Volk nicht fragen. Die EU bewegt sich längst in Richtung Diktatur, ich finde es traurig, dass Tagi das mit solchen Artilkeln unterstützt. Antworten


Pascal Luca

30.09.2011, 15:40 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Herr Martin,
das mit dem zum Glück zwingen ist immer so eine Sache. Woher weiss den derjenige der zum Glück zwingt, dass es wirklich zum Glück führt was er da vorhat ? Was wenn er sich irrt (und die Wahrscheinlichkeit ist im konkreten Fall gross) ? Wenn er nicht wirklich begründen kann was er da tut ? Wo die Reise letztendlich hingeht ? Ich denke, es ist an der Zeit, die Bürger zu fragen.


Ronaldo Martin

30.09.2011, 15:14 Uhr
Melden

@ L. Kirill : Wenn man denn Leuten erklärt, was geschehen würde, wenn Griechenland pleite ginge, im Sog Irland und Portugal und
Dutzende Banken, dass ein Verschwinden des Euro eine noch nie dagewesen Weltwirtschaftkrise von nahezu biblischem Ausmass auslösen würde, dann....


Lennart Kirill

30.09.2011, 14:14 Uhr
Melden 4 Empfehlung

@Ronaldo Martin Man muss die Leute gar nicht immer zwingen, man könnte sie auch mit guten Argumenten versuchen zu überzeugen. Aber den deutschen Arbeitnehmern klar zu machen das sie höhere Staatsschulden die zu höheren Steuern führen, in Kauf nehmen müssen damit die Banken ihre an Griechenland verliehenen Gelder nicht verlieren ist schon sehr schwierig zu vermitteln.


Hugo Reichmuth

30.09.2011, 13:19 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Herr Martin, alle Kriege dieser Welt sind von den "Eliten" ausgeheckt worden, im Wissen, dass sie nie dafür haften werden.
In Bezug auf die Euro-Rettung geht es vor allem um die Rettung der Banken. Wenn diese ihre Schäfchen im Trockenen haben, wird Griechenland fallen. Das ist der grösste Raubzug in der Geschichte der Menschheit - und Löpfe schnallt's nicht einmal...


Ronaldo Martin

30.09.2011, 12:52 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Das Volk bzw. die Mehrheit hat nicht immer recht. Manchmal muss man die Leute auch zu ihrem Glück zwingen. Und das Volk entscheidet immer kurzfristig, sehr egoistisch und ohne den grösseren Zusammenhang, der hinter einer Sache stehen könnte, sehen zu wollen. Gewisse Politiker wollen eben genau dies...


Helmut Weidle

30.09.2011, 12:37 Uhr
Melden 15 Empfehlung

Ein zwingender Schritt wäre, Zockern das Handwerk zu legen. Es kann nicht sein, dass Finanzhasadeure auf den Niedergang eines Landes oder Währung wetten und eine gute laufende Wirtschaft abwürgen. Auch gehört der Handel mit Schein-Papieren u. fiktiven Werten ausgehebelt. Dieser ominöse Händler neulich in der Presse hatte schon recht in seinem Interview, so denkt man im Finanzgeschäft. Antworten


John Peer

30.09.2011, 12:36 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Der Vorschlag ist also mehr oder weniger: Mehr vom Gleichen und alles kommt gut!
Wenn mit dem bisherigen Konstrukt Defizitsünder "nicht zur Räson" gebracht wurden, wieso sollte das unter einem noch zentralisierteren Konstrukt anders sein? Braucht Europa wirklich eine nebulöse, demokratisch kaum legitimierte Regierung, um die Probleme zu lösen, die diesselben Banker/Politiker geschaffen haben?
Antworten


John Peer

30.09.2011, 13:15 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Genau so ist es - wunderbar ausgedruckt. "Der Weg zur Knechtschaft" von Hayek könnte sich als das visionärste Buch des 20. Jhts. erweisen...


Parvaneh Ferhadi

30.09.2011, 12:59 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Das ist die verquere Logik dieser Leute: Die gleichen, die den Karren in den Dreck gefahren haben ist nun noch mehr Macht und Einfluss zu geben, damit sie ein noch grösseres Problem kreiren können, dass dazu führt, dass sie dann noch mehr Macht haben müssen.


Kerstin Müller

30.09.2011, 12:53 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Ich habe nie verstanden, was es bringt, wenn der Strafenkatalog für Defizitsünder Bussenzahlungen von hunderten Millionen Euro vorsieht, welche die wirtschaftliche Situation der betroffenen Länder noch mehr verschlechtern und sich sicher nicht posititv auf das Defizit auswirken. Irgendwo ist da doch der Wurm drin.


Phil Braun

30.09.2011, 12:31 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Wenn es so schlicht und einfach wäre, wie Herr Löpfe grosszügig schreibt, dann wäre das Problem doch schon längst gelöst. Einer der Stolpersteine ist ja zum Beispiel eben jene Demokratie, hier vielfach bejammert, die die Entscheidungsfindung in den Ländern nicht eben schneller macht. Antworten


Gilli Andre

30.09.2011, 12:26 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Das eigentliche Problem wird jedoch gar nicht erkannt. Weil alles auf Pump gekauft wird entsteht erst der Zwang zum Wachstum. Unser System zwingt zum Wachstum. Mit 2% Wachstum p/a haben wir in 36 a eine Verdoppelung. Grafisch dargestellt ist das keine lineare Entwicklung, sie ist exponentiell. Die Kurve steigt am Ende stark an un es geht weder vor- noch rückwätrs. Diesen Punkt nennt man Kollaps. Antworten


Andreas Konz

30.09.2011, 12:43 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Es muss aber auf Pump gekauft werden, weil die "normale" Mehr-Nachfrage (also diese, die aus echtem Wachstum/Mehrwert entsteht) nicht mehr schnell genug wächst. Und die Verschuldung muss mind. um den Zinssatz pro Jahr wachsen, ansonsten bricht das Geldsystem zusammen. So hat man die Zukunftsnachfrage vorgezogen, um den Bedarf zu decken, aber nun kommt auch das langsam an die Grenzen.Es wird heftig


Andres Müller

30.09.2011, 12:21 Uhr
Melden 21 Empfehlung

"...sondern auch unvorsichtige deutsche Banken" Sie meinen wohl gierige Banken mit ihren gierigen Zockern und ihren gierigen Boni - Ackermännern? Vorsichtig waren Banken nur bei Kredit anfragenden kleinen Bürgern, nicht aber wenn jene Nadelstreifen um Kredit und Anlagekonten anstanden mit dem Geschäftsmodell Steuern zu hinterziehen und via Sozaldumping hohe Gewinne zu realisieren. Antworten


Andres Müller

30.09.2011, 14:44 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die Deutsche Bank erhielt u. a.Geld aus den US-Rettungszuschüssen (11,8 Mrd US$), wie auch UBS (5 Mrd) und weitere Banken. Diese Summe floss alleine um den US Versicherer AIG zu retten (insgesamt 90 Milliarden). AIG-Chef Edward Liddy verteilte danach trotzdem 165 Millionen US$ an Boni.


Thomas Meier

30.09.2011, 14:12 Uhr
Melden 2 Empfehlung

@Müller: Schon lustig, bei der SVP sind es immer die Ausländer an allem Schuld sind, bei den Linken sind es die Banker. Naja, Populismus und bildungsferne Schichten fallen mit da so spontan als Stichwörter dazu ein...
Im Ernst, Schuld sind die Leute selbst, sie haben schlechte Politiker gewählt, welche falsche Entscheide gemacht haben, will keiner hören, ist aber so...


Bruno Schnider

30.09.2011, 13:37 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Die "Zockerbanker" kamen nach den Schuldenstaaten. Mich interessiert, wer, welche Instiutionen für die jährlichen Fehlbeträge in den Staatsbudgets aufkommen soll? Glaubt unsere Linke denn tatsächlich, die notwendigen Kredite zur Defizitdeckung ausserhalb des Finanzwesens holen zu können. Das verstehe ich einfach nicht. Der Begriff "Zockerbanker" ist bloss ein populistisches Ablenkungsmanöver.


Peter Sturzenegger

30.09.2011, 12:58 Uhr
Melden 5 Empfehlung

schon wieder so eine vorgefasste meinung und feindbilder!! WER oder welche banken in D mussten denn mit weit ueber 120 MIA EURO gestuetzt werden - doch nicht die DB, Herr Mueller! ich helfe ihnen gerne, es war ua die Hypo Real Estate, HSH etc. bitte gerne geschehe, wenn damit wieder etwas mehr wahrheit und weniger vorgefasste meinungen gestreut werden koennen



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