Wirtschaft

Einwanderung verteuert Mieten

Eine Studie der Nationalbank kommt zum Schluss: Immigration macht fast zwei Drittel der Preissteigerung bei Einfamilienhäusern aus und gut die Hälfte bei Mehrfamilienhäusern. Dies trifft auch die Mieter.

Je privilegierter die Lage, je günstiger der Steuerfuss, desto begehrter die Wohnungen: Baech, Kanton Schwyz.

Je privilegierter die Lage, je günstiger der Steuerfuss, desto begehrter die Wohnungen: Baech, Kanton Schwyz.

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beschäftigt einen Stab von Ökonomen. Diese befassen sich, unter anderem, mit den Auswirkungen der Globalisierung auf die Schweiz. Dabei untersuchten SNB-Spezialisten den Einfluss der Einwanderung auf das Wohnen.

Sie nahmen die Preisentwicklung von 2001 bis 2006 in 85 Schweizer Regionen mit mindestens 25 000 Einwohnern unter die Lupe. Diese Regionen decken über 96 Prozent der Bevölkerung des Landes ab. Die wichtigsten Befunde der Nationalbank-Studie:
1. Einwanderung, die einem Prozent der Bevölkerung einer Region entspricht, verursacht bei Einfamilienhäusern einen Preisanstieg von rund 2,7 Prozent.
2. Die durch Zuwanderung ausgelöste Nachfrage erklärt fast zwei Drittel des Preisanstiegs bei Einfamilienhäusern. Bei Mehrfamilienhäusern macht die Einwanderung 55 Prozent des Aufschlags aus, bei Eigentumswohnungen 35 Prozent.
3. Nicht alle Einwanderer beeinflussen den Wohnmarkt gleich stark. «Besser ausgebildete Immigranten aus dem Norden halten die besser bezahlten Jobs und beeinflussen die Wohnpreise erwartungsgemäss stärker.»
4. Der Anteil der Migration an der Preisentwicklung ist das eine. Untersucht wurde auch, wie stark einzelne Bereiche des Marktes für Liegenschaften betroffen sind. Die Preise von Mehrfamilienhäusern stiegen am stärksten, gefolgt von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen. In den bevölkerungsreichen Regionen steigen die Preise leicht schneller. Der markante Anstieg bei Mehrfamilienhäusern lässt laut Spezialisten den Schluss zu, dass auch die Mieten entsprechend steigen.

Ein starkes Mietrecht und der tiefe Anteil an Wohneigentum in der Bevölkerung bewirken in der Schweiz im internationalen Vergleich sehr tiefe Leerstände und wenig Wechsel bei Mietern und Wohneigentümern. Die Kehrseite der Medaille ist laut der Studie, dass die Schweiz einen angespannten Wohnmarkt hat, der deswegen anfällig ist auf lokale Nachfrageschocks, beispielsweise durch einen unerwartet hohen Anstieg der Immigration.

Im nationalen Schnitt sei die Wohnteuerung bescheiden, regional gibt es aber grosse Unterschiede. So seien die Preise für Wohneigentum in den zehn Regionen mit der höchsten Einwanderung weitaus deutlicher gestiegen als in den zehn Regionen mit der schwächsten Zuwanderung. Besonders ausgeprägt sei der Unterschied bei den Eigentumswohnungen und den Einfamilienhäusern. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.12.2009, 08:53 Uhr

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